Es ist die Geschichte von Hage
(Christian Tramitz) dessen strahlende Tage als Heiliger Geist nur
noch matt im Antlitz der christlichen Devotionalien glitzern, die
er inkognito auf Weihnachtsmärkten unters Volk bringt. Doch sein
irdisches Dasein soll schon bald unter einem besseren Stern stehen.
Hage steht kurz vor der Ur-Aufführung seines Musicals „Holy Spirit
Megastar“ in der Tanzbar seines Freundes Friedl (Roland Düringer)
– mit der entzückenden Tänzerin Mona (Julia Hartmann) in der Hauptrolle.
Doch über seinen Plänen schwebt der Sohn Gottes, der leibhaftig in
der Gestalt von Christl (Matthias Schweighöfer) am Heiligen Abend
unerwartet in sein Leben platzt. Und Christl hat keine frohe Botschaft
im Gepäck: Im Auftrag Gottes (Michael Schweighöfer) soll er die Apokalypse
ankündigen, die für Silvester im göttlichen Kalender steht. Hage
ist entsetzt – am Silvesterabend soll sein Musical Premiere feiern!
Er zeigt Christl, wie schön das Leben ist, und nimmt ihn mit zur
Probe für die Aufführung. Christl ist schwer beeindruckt und verliebt
sich in die schöne Tänzerin Mona. Nun ist auch er überzeugt, dass
die Apokalypse aufgehalten werden muss. Aber lassen sich die Pläne
Gottes so einfach durchkreuzen? |
Deutschland
/ Österreich 2010
- 93 Min.; ab 12;
Regie: Harald Sicheritz;
Darsteller: Christian Tramitz, Matthias Schweighöfer, Roland Düringer,
Adele Neuhauser, Alfred Dorfer,Christian Ulmen, Hannes Ringlstetter,
Julia Hartmann, Michael Schweighöfer, Raimund Wallischr.
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Wer ist wohl die tragischste Figur der Bibel? Vermutlich
der Heilige Geist: Immerhin ein Drittel der Dreifaltigkeit – aber
ohne eine einzige gute Geschichte im Ärmel, ohne jedes Profil, neben
Gottvater und Sohn eine blasse Erscheinung. Niemand würde ihn erkennen
in der Schlange an der Supermarktkasse, und es wäre wahrlich kein
Wunder, wenn der Hl. Geist irgendwann eine ausgewachsene Identitätskrise
durchmachte. Tatsächlich hat »Hage«, so heißt der von Christian Tramitz
verkörperte Heilige Geist in der deutsch-österreichischen Produktion
»3faltig«, die Schnauze schon ziemlich voll: Es hat ihn in eine kleine
österreichische Alpengemeinde verschlagen, wo er religiösen Schnickschnack
an Touristen und allerlei Kirchenzubehör an den korrupten Pfarrer
Erdinger (Alfred Dorfer) verkauft. In seiner Freizeit schreibt er
an seinem ersten Musical, »Holy Spirit Megastar«, und ärgert sich
über die Haushälterin Frau Holacek (Adele Neuhauser), die ominösem
Brauchtum aus ihrer böhmischen Heimat nachhängt: »Ja, Frau Holacek,
hängen Sie da Meisenknödel an den Christbaum hin?« – »Ja, die sind
für den 25. Dezember, wenn der Knedelmann kommt!« – »Wer kommt?!«
– »Der Knedelmann! Der bringt Gulasch und Knedel fir die gute Kinder,
und die bese Kinder, die werden in eine Sack gesteckt und…« – »In
die Donau geschmissen, wie ich Sie kenn’!« – »Nein! In die Moldau!«
Hage könnte in aller Ruhe sein Griesgramleben weiterführen, stünde
da nicht plötzlich Christl (Matthias Schweighöfer) vor der Tür. Der
eröffnet ihm, daß »der Papa« für den 31. Dezember die Apokalypse
vorgesehen hat – ausgerechnet am Premierentag von Hages Musical!
Und nicht nur das: Gemeinsam überfahren sie auch noch versehentlich
die Mona, Hages Hauptdarstellerin. Nun haben sie zwei Probleme: Eine
tote Mona, die wieder zum Leben erweckt werden muß, und einen Weltuntergang
am Premierentag… »3faltig« (Regie: Harald Sicheritz, Drehbuch: Murmel
Clausen und Hermann Bräuer mit Ch. Tramitz und H. Sicheritz) entwickelt
sich zu einer flotten Krimi-Farce vor weihnachtlichem Hintergrund,
und alleine der Umstand, daß die beiden Hauptfiguren zwei Drittel
der göttlichen Dreifaltigkeit sind, sorgt für schöne Späße. Daß er
sich in provinziellen Milieus auskennt, hat Regisseur Sicheritz bereits
mit »Hinterholz 8« bewiesen, und die heimatfilmhafte Winterkulisse
gibt dem Werk eine solide Bodenhaftung. Tramitz’ lakonische Darstellung
sorgt für Lacher, sei es, wenn er in puncto Weltuntergang überstimmt
wird (»Wos, ihr macht’s a Apokalypse auf Basis einer Zweidrittelmehrheit?«)
oder wenn der Christl die Mona überfährt: »Da liegt a Radl, also
scheiden Has und Reh als Unfallgegner aus.« So läßt sich die Vorweihnachtszeit
ganz passabel überstehen. |