|
![]() |
|
||||||||||||||||
| Cassavetes entwirft ein überwältigendes Lifestyle-Bild der Party-Generation, untermalt von mitreißenden Songs. Life is fun - doch was passiert, wenn die Party vorbei ist. Treffpunkt Kino Wie die Spießereltern ihre Kinder an die kalifornische Subkultur verlieren, wie Gruppendynamik funktioniert, Nichthandeln und Nichteinmischen zu Mord führt, das führt Cassavetes ("Wie ein einziger Tag") erschreckend klar vor Augen. Ein sinnvoller Film über sinnloses Tun, wichtig und wuchtig, weltweit anwendbar und gleichzeitig extrem aktuell. Mit einem starken Ensemble von jungen Wilden (darunter auch Justin Timberlake, als Schauspieler beeindruckend) und alten Hasen wie Bruce Willis, Sharon Stone und Harry Dean Stanton, erzählt Nick Cassavetes von der schrecklichen Beiläufigkeit der Gewalt - bis zum Mord. |
||||||||||||||||||
|
Johnny Truelove, ein Junge aus dem San Gabriel Valley, eifert seinem kleinkriminellen Vater nach und möchte in dessen Fußstapfen treten. Die Dinge laufen jedoch aus dem Ruder, als er den 15-jährigen Bruder eines Schuldners kidnappt und sein Vater sich gezwungen sieht einzuschreiten, um ihn vor einem Leben hinter Gittern zu bewahren.
"Alpha Dog" basiert auf dem Leben von Jesse James Hollywood, der es durch exzessiven Drogenhandel als einer der jüngsten Männer aller Zeit auf die "Most Wanted"-Liste des FBI geschafft hat. Die Bundespolizei gewährte Regisseur Nick Cassavetes umfangreiche Einblicke in die Akten. Um die Nähe zu realen Geschehnissen zu unterstreichen, integriert Cassavetes pseudodokumentarisches Material in sein prominent besetztes Drama. |
||||||||||||||||||
|
Drama
USA 2006 - 117 Min.; ab 16; Regie und Buch: Nick Cassavetes; Darsteller: Emile Hirsch, Ben Foster, Anton Yelchin, Shawn Hatosy, Justin Timberlake, Christopher Marquette, Bruce Willis, Sharon Stone. Trailer www.imdb.com |
||||||||||||||||||
|
Der Film ist eine dokumentarische Rekonstruktion authentischer Ereignisse und folgt einer Clique jugendlicher Kids aus reichem Hause in Südkalifornien, die aus Langeweile Drogen konsumieren und dealen, auf Parties abhängen und sich gegenseitig ziemlich brutale Schlägereien liefern. Johnny und seine Gang kidnappen schließlich Zack, den jüngeren Brudern von Jake Mazursky, um dessen Schulden einzutreiben. Regisseur Nick Cassavetes inszeniert überzeugend das Miteinander der Jugendlichen wie ein sekundäres, aus den Medien abgeleitetes Abbild. Er hat den ehrgeizigen Ansatz, den Gründen nachzugehen, wie es inmitten einer bürgerlichen Gesellschaft zu einer Straftat mit tödlichem Ausgang kommen kann. Cassevetes zeichnet ein genaues Bild, wie einfachste menschliche Wertvorstellungen kippen. Mit scharfem Blick für Abhängigkeitsverhältnisse, innere Leere und aufgesetzte Attitüden sowie all die überspielten Unsicherheiten von Heranwachsenden entwirft Cassavetes ein wahrhaftig wirkendes Psychogramm einer jungen Clique. Viele kleinen Beobachtungen gehören dazu, etwa jene Szene, in denen ein junger Mann scheinbar freundlich einem Mädchen ein Glas nachschenkt, um die Lächelnde sogleich brutal in den Swimming Pool zu stoßen. Wie in einem Parallelfilm werden immer wieder Möglichkeiten positiver Entscheidungsmöglichkeiten aufgezeigt, die jedoch allesamt nicht wahrgenommen werden. In ihrer Beziehung spielen sich die Jugendlichen wie Bosse in einem großen Gangsterkrieg auf und machen - anders als in den von ihnen konsumierten Musikvideos, in denen nicht richtig geschossen wird - von der Schusswaffe Gebrauch. Auch Zack, das Opfer, folgt ihnen freiwillig und nimmt keine Chance wahr, in sein Elternhaus zurückzukehren, bis es zu spät ist. Am Ende steht der Zuschauer schaudernd vor einem Abgrund. Den Jugendlichen sind alle höheren Werte abhanden gekommen - wobei durchaus differenziert auch ihre guten Seiten gezeigt werden. Die Einführung der Charaktere in die Handlung ist etwas gedehnt und ausführlich. Mit dem Tag der Geiselnahme überzeugt der Film mehr und mehr in seiner provozierenden Dramaturgie. Das Schauspielerensemble, in das auch "Star" Justin Timberlake sich nahtlos einfügt, trägt wesentlich zum authentischen Charakter des Films bei. Beeindruckend auch Harry Dean Stanton als guter-schlechter Onkel mit harten Lebenserfahrungen. Zwei Jahre Gefängnis, das wäre der Preis für das rechtzeitige Aussteigen, rät er seinem Patenkind: "Two years. Piece of cake. Winter, Summer. Winter, Summer. Done." - Aber dazu kommt es nicht. |
||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||