Ein sehr sehenswerter Film...
"Babel" zeigt die Welt als potenzielles Paradies, das vor allem durch unsere Unfähigkeit zu kommunizieren zur Hölle wird. Am Ende aber steht ein Hoffnungsschimmer. Kunstvoll führt Regisseur Innaritu die Geschichten immer direkter zusammen - ein raffiniertes Spiel mit Raum und Zeit. Politisch brisant und doch ganz privat, Bilder, die sich tief in die Erinnerung einbrennen. Intensiv, ergreifend, Oscar-würdig - ein Meisterwerk des Weltkinos!
ZDF Heute-Journal

Eine inspirierende Herausforderung für Intellekt und Sinne. - Sehenswert!
tip Berlin

In der marokkanischen Wüste löst sich ein Schuss und hat weltweit Konsequenzen. Mit „Babel“ verwebt „21 Gramm“-Regisseur Alejandro González Iñárritu vier Parallelhandlungen in sechs Sprachen in Mexiko, Marokko, Japan und den USA. Was zunächst nach einem überambitionierten Projekt klingt, wird in seinen Händen und durch das intensive Spiel von Laien und Stars wie Brad Pitt zu fesselnd erzähltem Kino. Kraftvoll, unbequem und in Cannes völlig zu Recht mit dem Regiepreis ausgezeichnet.
Drama;
USA 2006 - 142 Min.; ab 12;
Regie: Alejandro González Iñárritu;
Darsteller:
Brad Pitt (Richard), Cate Blanchett (Susan),
Said Tarchani (Ahmed), Gael García Bernal (Santiago),
Adriana Barraza (Amelia), Elle Fanning (Debbie),
Nathan Gamble (Mike), Robert Esquivel (Luis),
Kôji Yakusho (Yasujiro), Rinko Kikuchi (Chieko).


www.babel-derfilm.de (incl. dt. Trailer)

www.paramountvantage.com/babel

www.imdb.com

Trailer (english)

Ein in den Bergen von Marokko abgefeuerter Schuss ist das Bindeglied von drei scheinbar unzusammenhängenden Geschichten in drei Kontinenten, mit denen der mexikanische Filmemacher Alejandro González Inárritu seine mit "Amores perros" und "21 Gramm" begonnene Trilogie zu Ende führt.
Der sprichwörtliche Schuss, den man auf der ganzen Welt hört, bildet den Ausgang für ein weiteres Spiel von Alejandro González Inárritu mit Raum und Zeit. Spürbar weniger nervös und fragmentiert als der Vorgänger "21 Gramm" und weitaus ambitionierter als die bisherigen Arbeiten des Mexikaners, malt der in Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichnete Filmemacher auf der denkbar größten Leinwand, lässt die Handlung von Afrika nach Amerika und Asien und wieder zurück springen und bleibt doch ein intimes Porträt der Figuren, die er ins Visier nimmt: Zwei marokkanische Hirtenjungen spielen mit einem Gewehr, das der Vater illegal erworben hat, um seine Ziegenherde vor Angriffen von Schakalen zu schützen. Ein amerikanisches Ehepaar versucht auf einer Afrikareise nach einer Beziehungskrise wieder zueinander zu finden. Eine vom Selbstmord der Mutter traumatisierte taubstumme Japanerin versucht einen jungen Polizeibeamten zu verführen, der ihren Vater im Zusammenhang mit einem Verbrechen befragen will. Eine mexikanische Haushälterin nimmt die beiden ihr zur Aufsicht übertragenen Kinder mit zur Hochzeit ihrer Tochter. Die einzelnen Situationen spitzen sich jeweils scheinbar unabhängig voneinander zu und sind doch unausweichlich miteinander verwoben. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, dass die Handlungsfäden der einzelnen Geschichten schließlich zusammenlaufen.

Wie der biblische Titel bereits impliziert, geht es Inárritu, der erneut mit einem Drehbuch des Literaten Guillermo Arraga Jordan arbeitet, um die Sehnsucht des Menschen nach Kontakt und die Unmöglichkeit von Kommunikation. Ob es nun das Mädchen ist, das nicht hören und deshalb nicht verstehen kann, was um sie herum vorgeht, oder die Haushälterin, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt, um das Anderer zu retten, aber kein Gehör bei den US-Behörden findet, oder den Amerikaner, dessen persönliche Tragödie nur politisch ausgeschlachtet wird, während er verzweifelt um das Leben seiner Frau kämpft: "Babel" zeigt die Welt als potenzielles Paradies, das nur durch menschliches Zutun, durch unsere Unfähigkeit zuzuhören und zu verstehen zur Hölle wird. Viele Szenen und Momente brennen sich in die Erinnerung ein: Wenn der Amerikaner seine schwer verletzte Frau küsst, während sie in einer kleinen Hütte auf einem Topf ihre Notdurft verrichtet. Wenn Inárritu in einem lauten Club in Tokio das Geschehen mit dem lautlosen Erleben des Mädchens gegenschneidet. Oder wenn die Haushälterin im roten Abendkleid ziellos durch die Wüste läuft. Es ist die Menschlichkeit der Erzählung, die "Babel" so intensiv macht, zu einem Meisterwerk des Weltkinos, politisch brisant und doch ganz privat: Alles ist simpel und nachvollziehbar und gerade deshalb so kompliziert - auch wenn der Regisseur sein Publikum schließlich mit einem Lichtstrahl der Hoffnung aus dem Kino entlässt. Mit Brad Pitt, Cate Blanchett und Gael Garcia Bernal an der Spitze einer weitgehend aus Laien bestehenden Besetzung ist die Chance jedenfalls groß, dass auch das Mainstream-Publikum aufhorcht, um die Echos des einen fatalen Schusses zu hören.