Dokumentarfilm;
USA 2005 - 105 Min.; o. A.;
Regie: Marilyn Agrelo;

www.madhotballroom.de

www.paramountclassics.com/madhot

www.imdb.com

Trailer
Wenn der Film erst mal angefangen hat, ist jeder Widerstand zwecklos. Schlechte Laune? Keine Chance. Der Versuch, der Dokumentation ,,Mad Hot Ballroom" filmische Schwäche vorzuwerfen? Zum Scheitern verurteilt. Man muss sie einfach lieben, die tanzenden Elfjährigen wie sie sich abmühen mit Tango, Rumba oder Merengue und nebenbei über das Leben philosophieren, immer den goldschimmernden Pokal vor Augen, der ein ganzes Stück größer ist als sie selbst. Die Regisseurin Marilyn Agrelo folgt in ihrem Debüt den Kindern dreier New Yorker Schulen. Im Rahmen eines Sozialprojektes nehmen sie Unterricht in Gesellschaftstanz, um sich dem großen Wettkampf zu stellen, der am Ende die besten Nachwuchstänzer der Stadt ermitteln soll. Um Ähnliches ging es schon in dem exzellenten ,,Rhythm is it!" von Thomas Grube und Enrique Sanchez Lansch, der mehr als eine halbe Million Besucher in die deutschen Kinos zog und kürzlich auf DVD erschienen ist. Dort durften Berliner Kinder aus teilweise schwierigen sozialen Verhältnissen ein Ballettstück einstudieren, das am Ende mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Sir Simon Rade seine spektakuläre Erstaufführung fand. In ,,Mad Hot Ballroom" geht es dagegen um Wettkampf und Konkurrenz, das ist weniger kuschelig, rührt den Zuschauer aber genauso effektiv. In den Interview-Segmenten sind die Kinder so entwaffnend locker, dass man auf die spärlich auftauchenden Erwachsenen eigentlich ganz hätte verzichten können und jedes Mal, wenn die Kinder hochkonzentriert anfangen zu tanzen, dann tanzt auch das Zuschauerherz. Der Film hat in den USA mittlerweile knapp acht Millionen Dollar eingespielt und steht in der Liste der erfolgreichsten Dokumentarfilme momentan auf Platz sieben - direkt hinter Morgan Spurlocks Fast-Food-Saga ,,Super Size Me". Manche der Kinder hätten Rollenangebote aus Hollywood bekommen, erzählt die Regisseurin Agrelo, es sei verrückt wie der Film eingeschlagen habe. Verrückt wäre es auch, wenn das in Deutschland nicht auch passieren würde.