(Proof)
Drama;
USA 2005 - 99 Min.; ab 12;
Regie: John Madden;
Darsteller:
Sir Anthony Hopkins (Robert),
Gwyneth Paltrow (Catherine),
Jake Gyllenhaal (Hal),
Hope Davis (Claire),
Gary Houston (Prof. Jay Barrow),
Anne Wittman (Joann),
Leland Burnett (Eddy),
Daniel Hatkoff (Student),
John Keefe (Bewunderer),
Haroula Spyropoulos (Studentin),
Colin Stinton (Physiker).

www.movie.de

www.miramax.com/proof

www.imdb.com

Trailer (deutsch)

Trailer (english)
Ungewöhnliches, ambitioniertes Kino von "Shakespeare in Love"-Regisseur John Madden mit Gwyneth Paltrow und Jake Gyllenhaal in den Hauptrollen.

Um Mathematik machen wir gerne einen großen Bogen, zu trocken, zu theoretisch, zu unsinnlich. Ein Buch mit sieben Siegeln. Regisseur John Madden ("Shakespeare in Love"), der bereits das Theaterstück "Proof" in London inszenierte, überrascht dagegen durch große Emotionalität. Der jungen Catherine (Gwyneth Paltrow) fällt es schwer, sich im Leben zurechtzufinden. Und an ihrem 27. Geburtstag stürzt viel auf sie ein – der Tod des Vaters, den sie jahrelang umsorgte, die Begegnung mit Hal (Jake Gyllenhaal), einem seiner Studenten, und die Ankunft ihrer beruflich erfolgreichen Schwester aus New York. Sie kämpft nicht nur gegen die Angst, wie ihr Daddy psychisch zu erkranken, sondern auch gegen ihre Unsicherheit und Isolation.

Als Hal in den 103 Notizbüchern des Professors nach neuen Ergebnissen sucht, macht er eine die Wissenschaft revolutionierende Entdeckung. Nur: nicht der Verstorbene ist dafür verantwortlich, sondern die Tochter. Behauptet sie jedenfalls. Niemand traut ihr diese Leistung zu, selbst der in sie verknallte Hal hat so seine Zweifel. Ganz langsam bringt John Madden uns die weibliche Hauptfigur mit ihren Schwächen und Stärken, ihrer Hilflosigkeit und Hysterie näher. In Rückblenden zeigt er die diffizile Vater-Tochter-Beziehung, seine oft verletzende Autorität und ihre vergeblichen Versuche, seine Liebe und Aufmerksamkeit zu erringen. Mal wirkt sie autistisch, dann wieder verfällt sie in überzogene Verhaltensweisen.

Wenn Catherine am Ende die alltägliche Furcht abwirft und in eine neue Haut schlüpft, das Vertrauen von Hal gewinnt und damit auch Zugang zum Leben, bedeutet das kein kitschiges Happy-Forever, sondern einen tastenden Neubeginn und volles Risiko. Trotz Gefühlsausbrüchen wird aus Sentiment nie Sentimentalität. Und für das Verständnis bleibt es unwichtig, um welche Formel es sich dreht.

Der Film funktioniert in seinem Bemühen, Lösungen und Wahrscheinlichkeiten in der Mathematik den oft leidvollen Erfahrungen menschlicher Existenz gegenüberzustellen. Auch wenn Werte wie Liebe und Vertrauen schwerer zu beweisen sind als nachprüfbare Zahlenkombinationen. Da muss man beim Zuschauen ganz schön aufpassen, den Faden nicht zu verlieren. Dass das Interesse nicht erlahmt, dafür sorgen Shooting-Star Jake Gyllenhaal ("Brokeback Mountain"), der zwischen Herz und Ratio den richtigen Weg sucht, Anthony Hopkins, bei dem sich analytischer Verstand und geistige Verwirrung abwechseln und eine in sich zerrissene Gwyneth Paltrow. Ambitioniertes Kino.