Einst war Lazarus ein erfolgreicher Blues-Musiker. Jetzt ist er verbittert, pleite und steht vor den Trümmern seiner Ehe. Da tritt Rae in sein Leben. Halbnackt und fast zu Tode geprügelt findet er sie am Straßenrand. Er nimmt das stadtbekannte Nymphchen auf, pflegt sie, will sie heilen. Seine Methoden sind rau, ja unmenschlich. Doch niemand anderes kann die beiden geschundenen Seelen retten als sie selbst. Und so begeben sich Lazarus und Rae auf einen emotionalen Horrortrip, dessen letzte Ausfahrt entweder Erlösung oder ewige Verdammnis heißt ...
Regisseur Craig Brewer braucht bei BLACK SNAKE MOAN lediglich zwei Figuren für ein furioses Kinodrama um Lust, Leid und Erlösung, lobt Daniel Haas. Der Film ist so ganz anders "als erwartet: keine simple Schwarzweiß-Logik, keine lüsternen Schauwerte, keine Sexploitation-Ironie. BLACK SNAKE MOAN hintertreibt unsere Seherwartungen, die immer auch von Klischees bestimmt sind, mit einer moralischen und ästhetischen Wucht, wie es sie lange nicht gegeben hat im US-Kino."
Der Spiegel
Drama
USA 2006;
115 Min.; ab 16;
Regie: Craig Brewer;
Darsteller:
Samuel L. Jackson, Christina Ricci, Justin Timberlake, S. Epatha Merkerson, John Cothran, Michael Raymond-James, Kim Richards, David Banner.

Trailer (deutsch)

My Space

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Eine junge weiße Frau, die sich in wilde Sexabenteuer stürzt, um nicht an ihrer traumatisierenden Vergangenheit zu zerbrechen. Ein alter schwarzer Mann, der die Liebe seines Lebens verloren hat und sich in die Einsamkeit zurückzieht. Zwei ungleiche Menschen, ein Schicksal: Sowohl White-Trash-Girl Rae (Christina Ricci) als auch Ex-Musiker Lazarus (Samuel L. Jackson) haben den Glauben an die Liebe verloren. Bis sich durch einen Zufall ihre Wege kreuzen ...

Im Südstaaten-Drama „Black Snake Moan“ geht es um die Errettung zweier gebrochener Menschen und die heilende Kraft der Bluesmusik. Inszeniert wurde der Film von Craig Brewer, der zuletzt für den Rapfilm „Hustle & Flow“ den Publikumspreis des Sundance Festivals gewann. Auch sein neues Werk zeichnet sich durch eine intensive Strahlkraft und berauschende Bilder aus.

Das ehemalige „Addams Family“-Gör Christina Ricci legt in der Rolle der Rae die bis dahin freizügigste und mutigste Rolle ihrer Karriere vor. Fast den halben Film verbringt sie angekettet an den Heizungsrohren des alten Lazarus. Dieser hat Rae praktisch vor seiner Haustür gefunden, blutig geschlagen und bis unter die Ohren mit Drogen vollgepumpt. Lazarus nimmt sich der verwirrten Rae an, um ihr in der erzwungenen Isolation die inneren Dämonen auszutreiben. Und nebenbei entdeckt er dabei auch seine eingerostete Liebe zur Bluesmusik wieder, die für beide zum Leben spendenden Heilmittel wird.

Ja, Samuel L. Jackson kann den Blues singen, und wie! In einer der besten Szenen des Films singt er den titelgebenden Song, während draußen ein schweres Gewitter tobt und sich drinnen die verängstigte Rae Schutz suchend an Lazarus schmiegt.

„Black Snake Moan“ ist ein Film der Erlösung. Und auf eine verdrehte Art der schönste Liebesfilm dieses Sommers.