Engagiertes politisches Kino! Der Mexikaner Alfonso Cuarón wechselte nach seiner viel beachteten Harry Potter-Verfilmung mit Children of Men in das Genre des düsteren Endzeit-Thrillers. Die Adaption des gleichnamigen Romans von P.D. James überrascht mit einer radikal-semidokumentarischen Ästhetik. Cuarón besaß den Mut, konsequent alte Sehgewohnheiten beiseite zu legen. Ein Wagnis, das zumindest im Bereich der aufwändig produzierten Studiofilme seinesgleichen sucht.
Der Thriller des Jahres... Atemberaubend.
Der Stern

Alfonso Cuaróns düstre Endzeitvision ist brillante Science-Fiction für intelligente Kinogänger.
Brigitte

Atemberaubend inszeniert und hochaktuell.
Filmecho

...beschreibt die Zukunft, wie sie erschreckender kaum sein könnte: Im Jahr 2027 gibt es keine Kinder mehr auf der Erde, die Menschen sind schon lange unfruchtbar, weltweit regieren Angst, Terror, Chaos. ...Mit schwindelerregendem Tempo und skeptakulärer Kameraführung jagt Regisseur Alfonso Cuaron den Zuschauer in dem sehr sehenswerten Film durch seine finstere wie realistische Version der Apokalypse...
Der Spiegel

Ein philosophischer wie actionreicher Endzeitthriller, der aktueller nicht sein könnte, von Alfonso Cuaron meisterhaft in Szene gesetzt. Atemberaubend.
KulturSPIEGEL

Science Fiction/Drama;
USA 2006 - 108 Min.; ab 16;
Regie: Alfonso Cuarón;
Darsteller:
Clive Owen (Theo), Julianne Moore (Julian), Chiwetel Ejiofor (Luke),
Charlie Hunnam (Patric), Danny Huston (Nigel), Claire-Hope Ashitey (Kee),
Peter Mullan (Syd), Pam Ferris (Miriam), Sir Michael Caine (Jasper).


www.childrenofmen.de (incl. dt. Trailer)

www.childrenofmen.net

www.imdb.com

Trailer (english)

Man kennt ihn als leidenschaftlichen Romantiker ("Große Erwartungen"), als hoffnungslosen Nostalgiker ("Y tu mamá también - Lust for Life!") und als fantasievollen Geschichtenerzähler ("Harry Potter und der Gefangene von Askaban"). Jetzt fügt Alfonso Cuarón seiner ohnehin schon breit angelegten Genre-Palette einen weiteren Farbtupfer hinzu. Einen düsteren, nachtschwarzen allerdings. Mit "Children of Men" adaptierte der seit 1995 ("A Little Princess") international arbeitende Mexikaner nämlich einen Roman von P.D. James, einen Science-Fiction-Stoff, der sich mit dem Aussterben der Menschheit in nicht allzu ferner Zukunft auseinandersetzt: Man schreibt das Jahr 2027. Die Welt befindet sich im Chaos, der Mensch hat seine Gabe verloren sich fortzupflanzen. Nun kämpft jeder auf seine Weise um sein bisschen Leben, mit Waffengewalt, in terroristischen Vereinigungen, in der Isolation oder in organisierten Banden. Es herrscht die pure Anarchie. Nur in Großbritannien scheint man der Lage noch Herr zu werden, indem man unerwünschte Individuen - ob Ausländer oder Verbrecher, Asylbewerber oder politisch Unbequeme - erst in Käfige sperrt und dann deportiert. Einer, der sich mit dem Status Quo des Schreckens abgefunden hat, ist Theo (Clive Owen). Früher selbst mal Aktivist und Kämpfer für eine bessere Welt hat er sich nun hinter einem Schreibtischjob verschanzt und will von alledem nichts mehr hören und sehen. Doch dann holt ihn seine Vergangenheit auf brutale Weise wieder ein. Julian (Julianne Moore), Theos einstige Mitstreiterin und Geliebte, und im Gegensatz zu ihm immer noch aktiv, lässt ihn entführen. Julians Forderung: Er soll seine Beziehungen zur Regierung spielen lassen für eine besonders heikle Mission. Die junge Kee (Clare-Hope Ashitey) muss dringend außer Landes gebracht werden. Der Grund: Unter ihrem Herzen trägt sie ein Baby, das erste, das seit 19 Jahren wieder das Licht der Welt erblicken und damit einem ganzen Planeten Hoffnung geben könnte. Für Theo und seine kostbare "Fracht" beginnt eine Flucht, die ihre Leidensfähigkeit auf eine unermesslich harte Probe stellen wird...

Das Erschreckende an Cuaróns "Was wäre wenn"-Szenario ist die Tatsache, dass es der Realität extrem nahe kommt. Der kompromisslose Umgang mit Immigranten ebenso wie hinterhältige Terroranschläge, das nur auf seinen Vorteil bedachte Verhalten der westlichen Zivilisation ebenso wie der gravierende Rückgang der Geburtenraten. Für diese apokalyptische Grundstimmung, die sowohl an Ridley Scotts "Blade Runner", aber auch an John Carpenters "Klapperschlange" erinnert, sorgt insbesondere Cuaróns Landsmann und künstlerischer Wegbegleiter Emmanuel Lubezki, der für seine exzellente Arbeit mit dem Kamerapreis der Biennale 2006 ausgezeichnet wurde. Ebenfalls Bestnoten verdienen sich "King Arthur" Clive Owen als tragischer Held und Newcomerin Clare-Hope Ashitey ("Shooting Dogs") als von der Meute gehetztes Reh, während Julianne Moore, nur im ersten Viertel des Films dabei ist, und Michael Caine als kiffender Post-Post-Hippie in Nebenrollen Akzente setzen. Fazit: Eine wirklichkeitsnahe Utopie, die zweifellos polarisieren und somit für jede Menge Diskussionsstoff sorgen wird.