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Diese Kritik will gesungen werden: Wer den Hit "C.R.A.Z.Y." erleben durfte, wird den gleichnamige Ohrwurm von Patsy Cline nicht mehr loslassen. Der lustvoll historische und ebenso emotional wie komische "Familienfilm" ist eine Top-Notierung unter verfilmten Songs ("I want you", ...) und ein ungemein originelles Coming Out des kanadischen Regisseurs Jean-Marc Vallée.
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Drama;
Kanada 2005 -
127 Min.; ab 12;
Regie: Jean-Marc Vallee;
Darsteller: Michel Côté (Gervais Beaulieu),
Marc-André Grondin (Zachary Beaulieu (als Erwachsener)),
Danielle Proulx (Laurianne Beaulieu),
Emile Vallée (Zachary Beaulieu (als Kind)),
Pierre-Luc Brillant (Raymond Beaulieu (21 Jahre alt)),
Alex Gravel (Antoine Beaulieu (als Jugendlicher)),
Félix-Antoine Despatie (Yvan Beaulieu).
Original Site
www.imdb.com
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Eine verrückte Familie, emotionaler Tiefgang, Humor vom Feinsten: Diese bitter-süße Coming of Age Story aus den 70er Jahren mit einem fantastischen Soundtrack macht einfach glücklich und Lust auf Leben.
Lachen, Weinen, Träumen. Hier kann man alles auf einmal und von Herzen. Wahrscheinlich eine kanadische Spezialität, denn Jean-Marc Vallées Meisterwerk erinnert in der Mischung aus Melancholie und Heiterkeit, dem Strom von Bildern und Gefühlen an Jean-Claude Lauzons "Léolo" aus dem Jahre 1991. Kindheit als aufregende Entdeckungsreise, Jugend als Zeit der Unbedingtheit. Es beginnt alles Weihnachten 1960. Während unterm Weihnachtsbaum die Geschenke liegen, gibt es noch eine weitere Bescherung. Mutter Laurianne gebiert in der Heiligen Nacht ihren vierten Sohn, Zac. Der wird bald zum Ärger der Älteren Papas Liebling, darf mit ihm heimlich an der Bude Pommes futtern, das Auto blitzblank waschen und ihn auf Spritztouren begleiten. Und wenn es sich irgendwie ergibt, ergeht sich der Pater Familias in unheimlich komischen Gesangseinlagen, vornehmlich Balladen von Patsy Clines und Chansons des unvermeidlichen Charles Aznavour. Alles könnte trotz Zoff mit den Brüdern schön sein, wenn nicht eine hellseherische Tupperware-Tante dem Jungen eine besondere Gabe zusprechen würde und deshalb ständig jemand sein Zipperlein geheilt haben möchte. Der Junge ist anders, stellt Vater fest und beobachtet mit Entsetzen, wie der Filius in Mädchenkleidern tanzt oder gar den Nachgeborenen stillen will. Auftakt zu einem Coming Out auf Umwegen, das den Zusammenhalt der Familie auf eine harte Probe stellt und Zac sich aus Angst vor der Wirklichkeit in Lügen, Fantasien und Asthma flüchten lässt. "C.R.A.Z.Y." (der Titel setzt sich aus den Vornamen der fünf Brüder zusammen) erhielt zehn "Genies", den kanadischen Oscar. Nicht nur für den Besten Film und die Beste Regie, sondern u.a. auch für den Besten Hauptdarsteller Michel Coté, die liebevoll-strenge Figur des Vaters mit seinem kindlichen Hang zum Vinyl. Leichtfüßig und dennoch tiefgründig erzählt Vallée von familiären Konflikten und Problemen, die zumeist an Weihnachts-, Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern ausbrechen. Das fängt schon damit an, dass Zac immer die falschen Weihnachtsgeschenke bekommt (statt Puppenwagen ein Hockey-Spiel), der ältere Bruder in Sex und Drogen sein Heil sucht und durch Aggression auf sich aufmerksam macht, der Vater die offensichtliche Homosexualität seines Sohnes rigoros ablehnt. Das Aufstöbern von Erinnerung in dieser poetischen Zeitreise durch Mode, Musik und Lebensgefühl der 60er und 70er Jahre verführt zum wunderlichen Mitfühlen und Mitleiden. Ein launiger Nachhilfeunterricht in Sachen Leben: trotz einer Portion Wehmut erfrischend und befreiend.
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