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(Masjävlar)
Komödie/Drama;
Schweden 2004 - 98 Min.; ab 12;
Regie und Drehbuch: Maria Blom;
Darsteller:
Sofia Helin (Mia),
Kajsa Ernst (Eivor),
Ann Petrén (Gunilla),
Barbro Enberg (Barbro),
Joakim Lindblad (Jan-Olof),
Inga Ålenius (Anna),
Willie Andréason (Calle),
Lars-Gunnar Aronsson (Ingvar)
Peter Jankert (Tommy).
www.koolfilm.de
www.sf.se/sites/masjavlar
www.imdb.com
Trailer (deutsch) |
Sarkastisch, schwarzhumorig, aber auch sentimental und voller Emotionen schildert die Schwedin Maria Blom die tragikomischen Ereignisse einer Familienfeier in der schwedischen Provinz. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Schwestern, die sich brauchen, aber deren Geschwisterliebe unter einem Berg von Ängsten, Neid und gegenseitigen Vorhaltungen begraben liegt. Eine Groteske voller Gefühle mit einem genauen, warmherzigen Blick aufs wahre Leben. In Schweden war der Film ähnlich wie "Wie im Himmel" ein großer Erfolg!
Nur schnell hinter sich bringen möchte Mia den Besuch in ihrem heimatlichen Dorf. Vor 15 Jahren ist die Karrierefrau aus Stockholm weggezogen und auch jetzt fährt sie nur in den hohen Norden, weil der Vater seinen siebzigsten Geburtstag feiert. Zuhause in dem verschneiten Provinznest im mittelschwedischen Dalarna kommt es auch zum Wiedersehen mit ihren beiden älteren Schwestern Gunilla und Eivor.
Die Wiedersehensfreude ist vor allem zwischen Eivor und Mia nicht ungetrübt. Während Gunilla nach ihrer Scheidung erstmal im sonnigen Süden nach Selbstbestätigung suchte und nun ungefragt allen vom Sex in Bali vorschwärmt, ist Eivors Eifersucht auf den beruflichen Erfolg der jüngsten Schwester unübersehbar. Umso energischer verteidigt sie ihre Pfründe als Hausfrau und Organisatorin des Festes. Als Kontrollfreak am Rande des Nervenzusammenbruchs treibt sie alle um sich herum in den Wahnsinn. Dabei hat Mia alle Hände voll zu tun, ihre sorgsam einstudierte Deckung nicht zu vernachlässigen. Doch die Panzerung aus Arroganz und Ignoranz mit der sie den „Hinterwäldlern“ Zuhause begegnet, beginnt schon bald zu bröckeln. Bei ihrer Nenntante Barbro kann sie sich endlich mal wieder ausheulen und deren Sohn Jan-Olof weckt Erinnerungen an erste Jugendschwärmereien, auch wenn der Umstand, dass der Vierzigjährige immer noch bei der Mutter lebt, von ihr mit Verachtung bestraft wird.
Das Fest beginnt und der in Strömen fließende Schnaps sorgt schnell dafür, dass sämtliche Dämme brechen. Die mühsam im Zaun gehaltenen Ängste und Vorbehalte treten im Zuge des Alkohols offen hervor. Ein Hauen und Stechen beginnt, unter den Schwestern und den Menschen in ihrem Umfeld, bei dem sich keiner schont und keiner geschont wird. Mia, die sich von ihrer Familie gänzlich unverstanden fühlt, Gunilla, die glaubt, dass keiner ihren neuen Lebensweg Ernst nimmt, und Eivor, die ohnehin alle für undankbar hält, weil keiner ihre Lebensleistung würdigt; sie alle bräuchten Zuspruch und schwesterliche Solidarität und ernten doch nur was sie säen: Streit.
Mia Blooms tragikomische Familienzusammenführung spricht wohl allen aus den Herzen, die auf ihr elterliches Zuhause mit einem Gefühl der Hass-Liebe zurückblicken. Mit den Augen ihres Alter Egos Mia schaut sie auf die Menschen ihrer Heimatstadt, deren knorrigen Humor sie ebenso vermisst, wie sie deren ungehobelte Härte fürchtet. Dabei schwelt unter der Oberfläche von Sarkasmus und spitzem Spott immer ein Moment der Rührung. Die bricht aber erst dann richtig aus, als es für die letzte, große Aussprache bereits zu spät ist. Doch die Wahrheit fällt, anders etwa als bei Thomas Vinterbergs „Das Fest“, nicht bitter, sondern versöhnlich aus. Denn am Ende ist die Geschwisterliebe zwischen den drei Frauen stärker als aller Neid, Missgunst und Eifersucht.
In Schweden fand die anrührende Abrechnung mit der eigenen Familie ein Millionenpublikum. Hierzulande sollte immerhin ein weiterer nordischer Überraschungserfolg, nach „Wie im Himmel“, möglich sein.
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