"Zum Mehrfachgucken schön." Cinema
Während des jährlichen Familientreffens verliebt sich Dan (Steve Carell), Witwer und Vater von drei anstrengenden Töchtern, in Marie (Juliette Binoche). Dass die sich wenig später als neue Freundin seines Bruders entpuppt, ist Ausgangspunkt für eine der lustigsten romantischen Komödien seit „Was das Herz begehrt“.
Natürlich steht das Happy End von Anfang fest. Aber es macht irrsinnig viel Spaß, den überbordend turbulenten Weg des Paares dorthin zu verfolgen – umgeben von neugierigen Familienmitgliedern jeden Alters. Regisseur Peter Hedges schrieb bereits die Vorlagen zu so wunderbaren Filmen wie „About a Boy“ oder „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ – und auch diesmal hat er am Drehbuch mitgewirkt. Köstliche Dialoge, die bei allem Tempo immer den tief empfundenen „Genauso ist es!“-Moment enthalten, slapstickartige Situationskomik (eine großartige „In der Dusche verstecken“-Szene) und eine verliebte Grundstimmung, so kuschelig wie ein Abend zu zweit vor dem Kamin: Zum Mehrfachgucken schön.
(Dan in real life)
Prädikat: wertvoll;
USA 2007 - 98 Min.; ab 12;
Regie: Peter Hedges;
Darsteller:
Steve Carell (Dan Burns),
Juliette Binoche (Marie),
Dane Cook (Mitch Burns),
Dianne Wiest (Nana),
John Mahoney (Poppy Burns),
Alison Pill (Jane Burns),
Brittany Robertson (Cara Burns),
Marlene Lawston (Lilly Burns).

www.concorde-film.de

daninreallife.movies.go.com

www.youtube.com

www.imdb.com

Warmherzig-witzige Familienkomödie mit "Jungfrau (40), ledig, sucht"-Star Steve Carell und Oscar-Gewinnerin Juliette Binoche als potenzielles Paar mit Beziehungsblockade.
Mit seinen Drehbüchern für "Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa" und "About A Boy" empfahl sich Peter Hedges mit gefühlvollem Gespür für realitätsverankerte Familien- und Beziehungsdynamik zwischen exzentrischen Figuren. Wie schon bei seinem Regiedebüt "Ein Tag mit April Burns" (2003) macht sich dieses Talent auch in seinem Folgefilm bemerkbar. Dafür überarbeitete er zunächst das Skript von Pierce Gardiner ("Lost Souls"), um voller Humanität, Herz und Humor die Geschichte des Zeitungskolumnisten Dan Burns samt drolligem Familienclans zu erzählen. Seit vier Jahren verwitwet, konzentriert sich Dan ganz auf seine drei jungen Töchter und seinen Job. Während er seinen Lesern stets gute Ratschläge zu erteilen weiß, fühlt er sich selbst verunsichert und kompensiert mit überprotektiven Erziehungsmethoden, was die Mädels gegen ihn aufbringt. Als sie zu den Großeltern zum Familientreff fahren, lernt er im örtlichen Buchladen Traumfrau Marie (eine glänzende Binoche) kennen. Sie haben sofort einen natürlichen Rapport miteinander, umso mehr fällt Dan wenig später aus den Wolken, als sein jüngerer Bruder (der viel beschäftigte "Glücksbringer" Dane Cook) ihm Marie als seine neue Freundin vorstellt. Zunächst bemühen sich die beiden Zufallsbekannten, sich nichts anmerken zu lassen, alldieweil sie immer stärker voneinander angezogen werden. Darüber hinaus versucht Dan mit dem Rest der Familie zu harmonisieren und die Beziehung mit seinen Töchtern zu verbessern, die ihn als guter Vater, aber manchmal ein schlechter Papa bezeichnen. Als Feelgood-Fazit gibt es ein bewegendes Happy End an allen Fronten.

Dieses klassische Setup einer Screwballkomödie nutzt Regisseur Hedges als Ausgangspunkt für eine charmante Charakterstudie, die sich vor allem durch emotionale Komplexität und Zurückhaltung in punkto überschwänglichen Sexhumor der (neuen) Judd-Apatow-Schule auszeichnet. Hier wird hinsichtlich eines in dieser Hinsicht erwartungsvollen jugendlichen Publikums kompromisslos Erwachsenenunterhaltung geboten. Dies macht sich auch mit dem launigen, kommerziell unkonventionellen Score der norwegischen Liedermacherin Sondre Lerche bemerkbar.