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Nach „Die Royal Tenenbaums“ und „Die Tiefseetaucher“ beschäftigt sich Regisseur Wes Anderson auch in „Darjeeling Limited“ auf sehr komische Weise mit gestörten Familienstrukturen und schickt dafür Owen Wilson, Jason Schwartzman und Adrien Brody als Brüder auf eine Zug-Odyssee durch Indien. Mit dem trockenen Humor, dem gedrosselten Spiel der Darsteller und dem Sinn für liebevoll arrangierte Kleinigkeiten ist der in Venedig herzlich aufgenommene Wettbewerbsbeitrag zwar durchaus ein typischer Anderson. Darüber hinaus wird aber auch der Subkontinent selbst zum vierten Hauptdarsteller, der in intensiven Farben strahlt und für diesen wundervoll wundersamen Versuch eines spirituellen Trips viele situationsabsurde Details liefert.
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Drama/Komödie/Roadmovie;
USA 2007 - 91 Min.; ab 12; Regie: Wes Anderson; Darsteller: Owen Wilson (Francis), Jason Schwartzman (Jack), Adrien Brody (Peter), Anjelica Huston (Patricia), Camilla Rutherford (Alice), Amara Karan (Rita), Wallace Wolodarsky (Brendan), Irfan Khan (Dorfältester), Bill Murray (Geschäftsmann), Barbet Schroeder (Mechaniker). www.darjeelinglimited-derfilm.de www.imdb.com |
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Die aus der Spur geratenen Familien lassen Wes Anderson offenbar nicht los. Schon in „Die Royal Tenenbaums“ entwarf der amerikanische Regisseur eine wundersame Tragikomödie über einen New Yorker Familienclan ehemaliger Kindergenies, bevor er in „Die Tiefseetaucher“ nicht nur eine bunt zurecht erfundene Unterwasserwelt, sondern auch die Vater-Sohn-Beziehung eines Meeresbiologen zu seinem vernachlässigten Spross erkundete. Mit „Darjeeling Limited“ wirft er jetzt abermals einen wundervoll wundersamen Blick auf erschütterte Familienstrukturen und folgt dabei drei Brüdern auf einer überaus komischen Zug-Odyssee im „Darjeeling Limited“ durch Indien. Mit Owen Wilson und Jason Schwartzman werden die zu zwei Dritteln von Stammgästen im Anderson-Universum verkörpert, während Adrien Brody als schnell assimilierter Neuzugang dazu stößt. Als die drei hier zusammentreffen, sind sie alle in jüngerer Vergangenheit vom Schicksal gezeichnet: Schwartzman trauert mit Schnurrbart und tieftraurigem Blick seiner Beziehung hinterher und Brody will eigentlich seine Beziehung beenden weil seine Freundin ein Kind bekommt. Bei keinem ist das allerdings sichtbarer als bei Wilson, der den gesamten Film über den Kopf bandagiert hat, weil er absichtlich gegen einen Berg gefahren ist. In Indien begeben sich die Brüder, die seit der Beerdigung ihres Vaters ein Jahr zuvor nicht miteinander gesprochen haben, mit elf Koffern, einem Drucker und einem Laminiergerät auf eine Versöhnungsreise. Während sie spirituelle Rituale mit Pfauenfedern probieren oder sich mit indischen Medikamenten betäuben, nähern sie sich einander an, entzweien sich unter dem Einsatz indischen Pfeffersprays wieder und raufen sich letztlich vor dem Wiedersehen mit ihrer Mutter (Anjelica Huston) doch zusammen. Ganz unverkennbar ist „Darjeeling Limited“ ein Anderson-Film: Der trockene, immer wieder herrlich absurde Humor und das dementsprechend herunter gedrosselte Spiel der Darsteller, die bis ins Detail liebevoll arrangierten Bilder und die überaus schönen Zeitlupen, die mit sorgfältig ausgewählten Songs aus den 60ern und 70ern unterlegt wurden. Darüber hinaus ist „Darjeeling Limited“ aber auch eine Liebeserklärung an Indien, das in Andersons sonst bislang sehr aufgeräumte Tableaus einen Anflug vom ganz alltäglichen, subkontinentalen Chaos bringt. Dabei strahlt der Film von Anfang an, nachdem Bill Murray bei seinem kurzen Auftritt in einem Mini-Taxi-Tuc-Tuc durch den mörderischen Verkehr manövriert wurde, mit intensiv leuchtenden Farben des Landes, das darüber hinaus auch eine ganze Reihe situationsabsurder Details liefert: Ob das der Schuhputzer ist, der ganz dreist einen Schuh klaut oder der Zug, der sich verfährt. Nach 91 überaus unterhaltsamen Minuten stellt man fest, dass der ganz normale Wahnsinn Indiens und Andersons seltsam aus der Wirklichkeit gefallene Familienkonflikte bestens zusammenpassen. |
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