Die Zeichentrickverfilmung von Tomy Ungerers Bilderbuchklassiker ist eine fantasievolle Erzählung über ein kleines Mädchen, vermeintliche Schurken, tapfere Waisenkinder und einen Bösewicht, der in einem kafkaesken Schloss für Unheil sorgt. Ein kurzweiliger und märchenhafter Film mit den Stimmen von Joachim Król, Bela B. Felsenheimer, Charly Hübner und Katharina Thalbach.
Zeichentrick;
Prädikat: besonders wertvoll;
D 2007
79 Min.; ab 0;
Regie: Hayo Freitag;
Darsteller:
(Stimmen) Katharina Thalbach, Joachim Król, Bela B. Felsenheimer, Charly Hübner, Elena Kreil, Tomi Ungerer (als Erzähler).

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Tomi Ungerer, Elsässer, 1931 geboren, ist einer der berühmtesten Zeichner unserer Zeit. Jahrzehnte ist es schon her, dass er das Kinderbuch „Die drei Räuber“ veröffentlichte, jetzt ist ein Film daraus geworden. Das Original hat einen verhältnismäßig kleinen Umfang, also musste es für einen 75-Minuten-Animationsfilm aufgemotzt werden. Ungerer selbst hat dabei mitgewirkt und sich nach Abschluss der Dreharbeiten sehr positiv geäußert. „Er sagte uns, dass es für ihn so wäre, als hätte er den Film selbst gemacht.“

Tiffany ist Waise geworden. Sie verabschiedet sich am Grab von ihren Eltern. Jetzt ist sie, mit der Kutsche durch den tiefen Wald fahrend, auf dem Weg ins Waisenhaus. In diesem Wald treiben auch die drei Räuber Malente, Flinn und Donnerjakob ihr Unwesen. Sie sind auf der Suche nach Gold und überfallen Tiffanys Kutsche.

Gold finden sie keines. Sie nehmen das Mädchen aber mit in ihre Höhle, und zwar deshalb, weil Tiffany darin blitzschnell eine Chance sieht, nicht ins Waisenhaus zu müssen, wo unter der Fuchtel einer grimmigen Alten die Kinder schwer arbeiten müssen. Tiffany flunkert den Räubern nämlich vor, ihr Vater sei ein reicher indischer Maharadscha, bei dem Gold zu holen sei.

Allmählich macht die Kleine es sich in der Höhle gemütlich, und da neben einer gefüllten Schatzkammer zur Beute auch ein großes Klavier gehört, gibt es sogar schöne „Räubermusik“.

Wegen eines Fahndungsplakates wird den Räubern klar, dass Tiffany überhaupt nicht die Tochter eines Maharadschas ist, sondern ein entflohenes Waisenkind. Das Mädchen haut deshalb ab und tut sich mit Gregory und Nikolas zusammen, die aus dem Waisenhaus geflohen sind. An der bösen Tante nehmen zuerst die drei Rache, später auch die übrigen Kinder. Die drei Räuber sind auch bald zur Stelle. Und wer meint, sie seien Tiffany gram, der täuscht sich.

Das Leben der bösen Räuber wird durch ein kleines, unschuldiges, emsiges Wesen auf den Kopf gestellt. Die Moral von der Geschicht’? „Das Böse kann etwas vom Guten lernen und das Gute das Böse verstehen lernen“, sagt Tomi Ungerer.

Die Geschichte ist simpel, die Zeichnungen, die tieffarbigen Bilder, die Stimmungen, die Animationsarbeit aber wunderschön. Dem graphischen, narrativen und moralischen Anliegen des Künstlers scheint man damit gerecht geworden zu sein. Für kleine und große Kinder.