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Die englische Königin Elizabeth I. prägte ihr Land wie kaum ein anderes Staatsoberhaupt. Ihre Regentschaft währte über vier Jahrzehnte, in denen die Besiedelung der Neuen Welt und der Krieg gegen das streng katholische Spanien unter Philip II. fielen. Nachdem der gebürtige Pakistani Shekhar Kapur in Elizabeth (1998) den Aufstieg der „jungfräulichen Königin“ in opulenten Bildern ausmalte, beschäftigt er sich in seinem zweiten Film über die Monarchin mit den späten Jahren der Elizabethanischen Regentschaft. Das Ergebnis fällt deutlich actionbetonter, aber nicht minder prachtvoll aus.
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(Elizabeth: The Golden Age)
GB 2007 - 114 Min.; ab 12; Regie: Shekhar Kapur; Darsteller: Cate Blanchett, Geoffrey Rush, Clive Owen, Abbie Cornish, Samatha Morton, Rhys Ifans. www.elizabeththegoldenage.com www.imdb.com |
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England gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Elisabeth I., eine Tochter Heinrichs VIII., sitzt seit 30 Jahren auf dem Thron. Die Religionen, die „papistische“ und die ketzerisch-protestantische anglikanische, stehen sich gegenüber. Aus diesem Gegensatz gehen wie schon seit langer Zeit Intrigen und Verrat hervor, die die Königin und den Hof gefährden. Maria Stuart, erzkatholisch, gefangen gesetzt und Anspruch auf Englands Thron erhebend, fällt ihnen zum Opfer, nicht zuletzt deshalb, weil sie Elisabeth stürzen will und sie, als alles vom königstreuen Sir Francis Walsingham entdeckt wird, einen Hochverratsprozess erdulden muss, der für sie tödlich endet. Philipp II. von Spanien, katholisch und von frömmstem Gemüte, ist der schärfste politische und religiöse Gegner der Engländer. Das geht so weit, dass nach Jahren der Differenzen die riesige Armada in Bewegung gesetzt wird, die jedoch vor der englischen Küste an der Strategie der gegnerischen Admiralität scheitert. Eine Katastrophe für die Spanier. Natürlich darf auch die Liebe nicht fehlen: die respektvolle unerfüllte Liebe zwischen dem Amerika-Fahrer Sir Walter Raleigh und der Herrscherin, deren angebliche Keuschheit berühmt wurde, sowie die Liebe der von Elisabeth favorisierten Hofdame Bess Throckmorton zu Raleigh, die ursprünglich von der Königin begünstigt wird, damit Raleigh dem Hof nahe bleibe, die jedoch schließlich zum Entsetzen Elisabeths im Wochenbett endet. Ein schwelgerisches Bild der elisabethanischen Zeit, pompös, theatralisch, pathetisch. Natürlich ist das, von historischen Grundzügen abgesehen, Kino und nicht Geschichte. Aber was für Kino: zeremoniell, feierlich, in prachtvollen Locations und von reicher Ausstattung. In seiner Art sehenswert. So etwas wie der zweite Teil einer Elisabeth-Trilogie. Auch zwei tiefer greifende Probleme werden sichtbar: zum einen der große, die Königin bedrückende Zwiespalt zwischen ihrer vom hohen, „gottgesandten“, unantastbaren Amt verlangten distanzierten Haltung und ihren wahren Gefühlen als Frau, zum andern der unheilvolle Konflikt zwischen den Fundamentalisten unterschiedlicher Religionen, der heute noch ebenso brandaktuell ist wie im 16. Jahrhundert. Die wiederum exzellente Cate Blanchett spielt gnädig die Königin, Clive Owen den sehr männlichen Gegenspieler Sir Raleigh. Ebenso überzeugend Geoffrey Rush als Walsingham, die schöne Abbie Cornish als Bess sowie Samantha Morton als Maria Stuart. Lob auch für die beeindruckende Inszenierung von Shekhar Kapur. |
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