Als der ordnungsliebende Buchhalter Max erfährt, dass er an Krebs erkrankt ist, sucht er in einer Kurzschlussaktion das Weite - nicht ohne vorher das gesamte Schwarzgeld und eine Luxuskarosse seines Freundes und Arbeitgebers Hans mitgehen zu lassen. Die Flucht führt ihn geradewegs in die Arme der burschikosen Bäuerin Emma. Zwischen dem Buchhalter und der schönen Schweinezüchterin beginnt eine sinnliche, saftige Liebesgeschichte. Doch das Glück zwischen Schinken und Speck kann nicht ewig währen. Max kann nur hoffen, dass Emma ihn ein zweites Mal auffängt...

Wurde ja auch Zeit, dass mal jemand das Genre der Landlebenkomödie ausmistet: Sven Taddickens Film "Emmas Glück" ist humorvoll, lebensklug und scharfsinnig. Da haben nicht nur die Bauern Schwein - sondern auch die Zuschauer.
Spiegel Online

Temporeich, anschaulich und unterhaltsam.
Der Spiegel

Glück in all seiner Doppelbödigkeit der Empfindungen, je nach Perspektive klein oder groß, je nach der Zeit Zukunft oder Vergangenheit, je nach Lust Gegenwart oder einfach nur Traum. Glück kann ein Verbrechen sein und Verbrechen glücklich machen.
Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen

Es ist zwar ein modernes Märchen, aber von einer verwunschenen Prinzessin hat ihre Emma doch herzlich wenig.
NDR-Kultur

Emmas Glück - eine höchst skurrile Liebesgeschichte um eine Schweinezüchterin und einen sterbenskranken Verbrecher. Schweinisch gut.
WDR 5Mit Witz, Wärme und Wehmut erzählt Sven Tadikken ein ungewöhnliches Liebesmärchen, in dem gleich zwei Frösche sich in ein wunderbares Prinzenpaar verwandeln. Der Film ist nicht frei von ländlicher Folklore, hat aber mit Jürgen Vogel und der fantastischen Neuentdeckung Jördis Triebel ein Darstellerduo, das bis zum bittersüßen Ende zu beglücken weiß.
Komödie/Drama;
Deutschland 2006 - 99
Min.; ab 12;
Regie: Sven Taddicken;
Drehbuch: Claudia Schreiber, Ruth Thoma
Darsteller:
Jördis Triebel (Emma), Jürgen Vogel (Max), Hinnerk Schönemann (Henner), Martin Feifel (Hans), Karin Neuhäuser (Lene), Nina Petri (Dagmar), Arved Birnbaum, Benjamin Blömer, Sebastian Rüger, Christian Kitscha.

www.emmas-glueck.de

www.imdb.com

Trailer (deutsch)

Die Nachricht von dem unheilbaren Krebs, der in seiner Bauerspeicheldrüse wuchert, trifft Max (Jürgen Vogel) wie einen Keulenschlag. Der freundliche, aber eher spießige Buchhalter hat noch gar nicht angefangen zu leben und jetzt soll schon alles vorbei sein? Selbst seinem einzigen Freund und Arbeitgeber, dem Autohändler Hans (Martin Feifel), kann er sich nicht anvertrauen, und so entschließt er sich zur Flucht aus dem Lehrbuch, um an irgendeinem Traumstrand am Pazifik sein Leben zu beenden. Als Reisekasse dient das umfangreiche Schwarzgelddepot der Firma. Doch Max wird beim mitternächtlichen Räubern ertappt und flieht mit einer der Luxuskarossen.

Die nächtliche Verfolgungsjagd durch das Bergische Land endet mit einem Autounfall und führt Max nicht ans Meer, sondern geradewegs in die Arme der burschikosen Bäuerin Emma (Jordis Triebel). Die zupackende, schöne Schweinezüchterin findet den bewusstlosen Fahrer und seine prall gefüllte Geldschatulle und versteckt zuerst einmal beides vor den Augen der neugierigen Dorfbewohner auf ihrem verwahrlosten Einsiedlerhof.
Max, nur leicht verletzt, möchte nach dem bösen Erwachen den Hof sofort wieder verlassen. Alles an dem verdreckten Anwesen erscheint ihm abstoßend, selbst die freundliche Jungbäuerin wirkt auf den reinlichen Mann wie eine ständige Bedrohung. Doch weil sowohl der in Emma hoffnungslos verliebte Dorfpolizist als auch der schwer verärgerte Autobesitzer argwöhnisch nach dem verschwundenen Fahrer des Unfallwagens Ausschau halten, bleibt Max auf dem Hof.

Ohne dass er ihr von seiner Krankheit und den Umständen seiner Flucht erzählt und ohne dass sie ihm gesteht, dass das Geld nicht verbrannt, sondern unter ihrem Bett gelandet ist, beginnt zwischen den beiden Sonderlingen ein sanftes Beschnuppern.
Dabei kommt es gleich zu ersten Irritationen. Emma mag Max vom ersten Augenblick an, bekommt aber einen mittleren Tobsuchtsanfall, als dieser ihre Wohnung auf Vordermann bringt. Doch nicht nur in Punkto Sauberkeit bringt Max Emmas Leben gehörig durcheinander. Die Frau, die bisher lieber ihre Schweine liebkost hat und deren sexuelle Erfahrungen sich auf genussvolle Fahrten mit dem vibrierenden Moped beschränkten, stürzt sich voller Wonne in ein erotisches Abenteuer.

Für Max wiederum wirkt die Begegnung mit der authentischen Bauersfrau wie ein Lebenselixier. Gleichzeitig scheint er aber auch zu ahnen, dass die Frau, die ihre Tiere innig liebt und sich dennoch nicht vor dem Schlachten scheut, auch für ihn die Trösterin ins Reich der Toten werden könnte.

Sven Tadikken verwebt nicht nur das Thema Sterbehilfe gekonnt in die bittersüße Liebesgeschichte. Der ganze Film findet fast immer den richtigen Ton, um komische und tragische Momente zu einem glaubhaften Ganzen zu verbinden. Bis auf kleine Ausrutscher ins folkloristische Klischee vom Naturparadies auf dem Lande gibt sich der Film beim Griff ins pralle Leben eher rustikal romantisch denn verkitscht sentimental.

Das ganze große Los hat die Regie aber bei der Wahl der Hauptdarsteller gezogen. Jürgen Vogel, dem man anfangs den peniblen Langeweiler nicht so recht abkaufen will, steigert sich im Zusammenspiel mit der jungen Jördis Triebel in einen wahren Spielrausch. Die Kinodebütantin und gefeierte Theaterschauspielerin Jördis Triebel ist aber die eigentliche Sensation des Filmes. Ihre Emma ist von einer unwerfenden Erotik und lässt einem in nächsten Moment erschauern, wenn sie dem Schwein, dem sie zarte Worte ins Ort säuselt, dabei mit scharfer Klinge die Kehle durchschneidet. Mit größtmöglicher Selbstverständlichkeit vereint sie Eros und Tanatos und macht so aus einem guten Kinofilm ein echtes Ereignis.