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"Grbavica" ist Kino der Wahrheit. Schonunglos, mutig und anrührend, zutiefst human. Notwendige Vergangenheitsbewältigung, um die Zukunft anzugehen.
Bayrischer Rundfunk
Packend!
KulturSPIEGEL
Der Gewinner des Goldenen Bären der diesjährigen Berlinale erzählt von einer ergreifenden Mutter-Tochter-Beziehung in Sarajewo nach dem Krieg. ...eine eindringliche Charakterstudie über die Schwierigkeiten von Leben und Lieben mit den Nachwirkungen eines Krieges.
Cinema
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(Grbavica)
Drama;
Österreich/ Deutschland/ Kroatien/ Bosnien 2006 - 94 Min.; ab 12;
Regie: Jasmila Zbanic;
Darsteller:
Mirjana Karanovic (Esma),
Luna Mijovic (Sara),
Leon Luccev (Pelda),
Kenan Catic (Samir),
Jasna Ornela Berry (Sabina),
Dejan Acimovic (Cenga),
Bogdan Diklic (Saran),
Ermir Hadzihafizbegovic (Puska),
Ermin Bravo (Lehrer Muha),
Semka Sokolovic (Peldas Mutter),
Maike Höhne (Jabolka),
Jasna Zalica (Plema),
Nada Durevska (Tante Safija).
www.esmasgeheimnis.de
www.imdb.com
Trailer (deutsch)
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Mit ihrem sensibel erzählten Mutter-Tochter-Drama über die Wunden des Bosnien-Krieges, die noch lange nicht verheilt sind, schlägt Jasmila Zbanic den Bogen von der schmerzhaften Vergangenheit zur Gegenwart und rührt an ein Tabu. Die hochemotionale Geschichte gewann verdient den "Goldenen Bären".
Grbavica ist ein Stadtteil von Sarajevo, der während des Krieges von der serbisch-montenegrischen Armee zu einem Kriegslager umgewandelt wurde, Zentrum für die Folterung der Zivilbevölkerung. Noch heute spüre man etwas "Unausgesprochenes, Unaussprechliches, Unsichtbares", so die Regisseurin, die ein immer noch brisantes Thema aufgreift: Die Vergewaltigung von Frauen, Sex als Kriegsstrategie.
Eines der 20.000 Opfer ist die alleinerziehende Esma, die als Kellnerin gerade das Nötigste verdient, um sich und ihre 12-jährige Tochter Sara durchzubringen. Die kennt ihren Vater nicht. Er soll als Kriegsheld gestorben sein. Für die Teilnahme an einem Klassenausflug muss sie dafür nur den Nachweis erbringen, um eine Ermäßigung zu erhalten. Aber immer wieder findet die Mutter Gründe, das notwendige Dokument nicht vorzulegen, will das Geld selbst aufbringen. Doch irgendwann schreit sie dem Mädchen die bittere Wahrheit der Zeugung ins Gesicht. Sara ist eben kein Kind eines Märtyrers, sondern eines serbischen Tschetniks.
Subtil schildert Jasmila Zbanic das Leid und die Scham einer Frau, die ihre Existenz aus Selbstschutz auf einer Lüge aufbaut, sich schuldig fühlt, ohne schuldig zu sein, sich in Normalität versucht und die Vergangenheit nicht vergessen kann, immer wieder zusammenzuckt, wenn sie ihren Peinigern ähnliche Männer im Lokal entdeckt. Esma glaubt, nicht mehr lieben zu können, Hass, Abscheu und Verzweiflung begleiten sie. Erste Versuche der Annäherung durch einen Kollegen lassen Hoffnung zu auf ein Stück Leben, auch wenn die Kratzer auf der Seele weiter weh tun. Am Ende erlaubt dieser bewegende Film ohne falsche Sentimentalität sogar einen Neuanfang der Beziehung zwischen Tochter und Mutter. Sie akzeptieren das, was geschehen ist. Mirjana Karanovic, bekannt durch ihre Rollen in Emir Kusturica-Filmen wie "Underground" oder "Das Leben ist ein Wunder" spielt überzeugend die Frau, die den ersten Schritt zur Verarbeitung des Traumas wagt. Die unaufdringliche Kamera beobachtet die Alltagswelt aus der Perspektive der Hauptfigur, erlaubt Distanz und Nähe. "Grbavica" ist Kino der Wahrheit. Schonungslos, mutig und anrührend, zutiefst human.
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