Im Konzentrationslager Sachsenhausen ist die größte Geldfälschaktion aller Zeiten in vollem Gange: Mit Millionen gefälschter britischer Pfund soll die Wirtschaft des Gegners geschwächt und in die Knie gezwungen werden. Durchgeführt wird die Aktion von Inhaftierten des KZ unter Leitung des renommierten Fälschers Salomon Sorowitsch, die durch ihre Mitarbeit ungeahnte Privilegien im Angesicht des nackten Horrors erhalten. Je länger sie den Status als bessere Gefangene innehaben, desto mehr müssen sie mit ihrem Gewissen hadern.

Auf einer wahren Begebenheit fußt Stefan Ruzowitzkys ("Anatomie") packendes Drama, das einerseits die klaustrophobische Enge der Locations nutzt, um Spannung zu erzeugen, andererseits aber ernsthaft elementaren moralischen Fragen auf den Grund geht. Mit Karl Markovics und August Diehl hochkarätig besetzt, mag "Die Fälscher" eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählen, sein Thema ist jedoch höchst aktuell und brisant.

..ein starker Film mit herausragenden schauspielerischen Leistungen - und einer Story, die man nicht hätte erfinden können.
ARD Kulturmagazin TTT

Drama;
D/Österreich 2006 - 98 Min.; ab 12;
Regie: Stefan Ruzowitzky;
Darsteller:
Karl Markovics (Salomon Sorowitsch),
August Diehl (Adolf Burger),
Devid Striesow (Friedrich Herzog),
Martin Brambach (Holst),
Veit Stübner (Atze),
August Zirner (Dr. Klinger),
Andreas Schmidt (Zilinski),
Sebastian Urzendowsky (Kolja),
Lenn Kudrjawizki (Loszek),
Tilo Prückner (Hahn),
Marie Bäumer (Aglaia),
Dolores Chaplin (Rothaarige).


www.diefaelscher.de (incl. dt. Trailer)

www.imdb.com

Nach den Erinnerungen eines Zeitzeugen verfilmte Stefan Ruzowitzky ein unbekanntes Kapitel in der NS-Geschichte - die größte Geldfälschungsaktion aller Zeiten im KZ Sachsenhausen.
Fast möchte man es für Kintopp halten, aber es war Wirklichkeit: Gegen Ende des Krieges, als die Größenwahn-Träume schon in Scherben lagen, wollten die Nazis mit einer der größten Geldfälschungsaktionen ihre Kasse aufbessern und die feindliche Wirtschaft mit Blüten überschwemmen. Unter dem Decknamen "Unternehmen Bernhard" wurden in vom Rest des Lagers abgeschotteten Baracken die notwendigen Maschinen installiert, Häftlinge mussten den Plan durchführen, darunter Drucker, brave Bankbeamte und Handwerker. Unentbehrlich für das Herstellen der Scheine war Salomon Sorowitsch, eine Koryphäe auf dem Gebiet - ein Pragmatiker ohne Ideale, der nur eines will: überleben in der Hölle auf Erden. Der Ganove laviert sich durch, im KZ Mauthausen genießt er Privilegien, indem er Lagerwächter malt und als er dann in Sachsenhausen auf den Mann trifft, der ihn nach einer zu ausgedehnten Liebesnacht verhaftete, steht er auch auf der richtigen Seite. Denn dieser Kommandant will Karriere machen und braucht dazu seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Den Fälschern wider Willen geht es gut, sie haben genug zu essen, schlafen in sauberen Betten und kriegen "großzügig" sogar eine Tischtennisplatte. Die perfekte Fälschung des britischen Pfunds scheint sie unentbehrlich zu machen. Doch nicht alle wollen sich in den Dienst der Nazis stellen, sondern die Aktion sabotieren. Auch wenn das den sicheren Tod bedeuten könnte.

Eindringlich zeichnet Ruzowitzky die einzelnen widersprüchlichen Charaktere, den Kampf um ein bisschen Würde in einer würdelosen Zeit, die Wahrung von ein bisschen Menschlichkeit unter unmenschlichen Bedingungen. Gut aufgestellt die Hauptwidersacher - der abgebrühte Sorowitsch (Karl Markovics) und der idealistische junge Drucker (August Diehl), zwei Antipoden, die sich dennoch in irgendeiner Form schätzen, und der schleimige Nazi-Opportunist (Devid Striesow), der - als es mit dem "Tausendjährigen Reich" zu Ende geht - wie ein Wurm um Gnade bettelt. "Die Fälscher" fällt aus dem Rahmen der sonst üblichen monströsen KZ-Schilderungen. Die Täter haben hier Kreide gefressen und zeigen nur manchmal ihre faschistische Fratze, aber dann um so brutaler. Auch wenn das versöhnliche Ende irritiert, dieses Drama mit seinem wunderbaren Schauspiel-Ensemble geht unter die Haut und erreicht hoffentlich neue Zuschauerschichten.