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(United 93)
Drama;
USA 2006 - 110 Min.; ab 12;
Regie: Paul Greengrass;
Darsteller:
Khalid Abdalla (Ziad Jarrah),
Lewis Alsamari (Saeed Al Ghamdi),
Omar Berdouni (Ahmed Al Haznawi),
Jamie Harding (Ahmed Al Nami),
J.J. Johnson (Captain Jason Dahl),
Gary Commock (Erster Offizier LeRoy Homer),
Polly Adams (Deborah Welsh),
Opal Alladin (CeeCee Lyles),
Starla Benford (Wanda Anita Green),
Trish Gates (Sandra Bradshaw),
Nancy McDoniel (Lorraine G. Bay),
David Alan Basche (Todd Beamer),
Richard Bekins (William Joseph Cashman),
Susan Blommaert (Jane Folger),
Ray Charleson (Joseph DeLuca).
www.flug93-film.de
www.united93movie.com
www.imdb.com
Trailer (english)
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Kino als Katharsis: Regisseur und Drehbuchautor Paul Greengrass betreibt mit seinem fiktionalisierten Dokudrama über die Entführung des einzigen Flugzeugs, das während der 9/11-Terroranschläge sein Ziel verfehlte, taktvolle Geschichtsaufarbeitung.
Obwohl bereits zwei Kabel-TV-Produktionen über das heikle Thema mit positiver Zuschauerresonanz ausgestrahlt worden sind, wurden im Vorfeld der Kinoauswertung Fragen laut, ob es zu früh für einen Film über die nationale Tragödie sei. Ein Kino in Manhattan weigerte sich aus Pietätsgründen gar, den Trailer zu zeigen. Vorbehalte dieser Art sind jedoch nicht nötig, da Greengrass, der sich bereits mit dem Berlinale-Gewinner "Bloody Sunday" einem historischen heißen Eisen annahm, das Material mit allem nötigen Respekt und Würde behandelt. Daher wundert es nicht, dass eine Reihe des involvierten Personals des Militärs und der Luftfahrtbehörde FAA sich selbst spielt.
Für seine Version der Ereignisse benutzte Greengrass die bekannten Fakten (darunter die herzzerreißenden Telefongespräche der Passagiere) und Interviews mit Angehörigen und Freunden der Verstorbenen als Ausgangspunkt, um im Realzeitszenario über die Vorgänge an Bord während der 91 Minuten, die Flug 93 in der Luft verbrachte, bevor die Maschine in einem Feld in der Nähe von Pennsylvania abstürzte, zu spekulieren.
An den Start geht die Story mit Aufnahmen der islamistischen Terroristen in ihrem Hotelzimmer, wo sie inbrünstig aus dem Koran zitieren. Abgesehen von dem melancholisch unheilkündenden Score skizziert Greengrass in Folge einen scheinbar ganz normalen Tag im Luftverkehr: einerseits das organisierte Chaos in den Kontrolltürmen, andererseits den Flughafen-Alltag von Passagiere und Crew. Ihre Gespräche sind so unaufregend wie die sich aus weitgehend unbekannten Gesichtern zusammensetzende Besetzung unauffällig ist. Damit wird unterstrichen, dass es sich bei den heroischen Passagieren, die selbstlos die Selbstmordmission der Terroristen vereitelten, um ganz normale Bürger in außergewöhnlichen Umständen handelte. Dabei wird man nicht mit den einzelnen Figuren vertraut gemacht, sondern mitten in die brenzlige Situation hineinversetzt. Dies wird mit den Reaktionen der Luftfahrtsbehörden und dem Militär, die von Unglauben über Schock und Entsetzen hin zu Frustration reichen, gegengeschnitten. Wie zuletzt in "Die Bourne Verschwörung" kommt Greengrass' Stil mit handgehaltener Kamera, schnellen Schwenks, häufigem Zooming, verwackelten Bildern und rapidem Schnitt zum Einsatz. So haucht er den Szenen ein Maximum an Realitätsnähe und Dringlichkeit ein. Da die tragischen Ereignisse hinlänglich bekannt sind, faszinieren insbesondere die interpretierten letzten 20 Minuten an Bord, als die mit der Ausweglosigkeit der Situation konfrontierten Passagiere beschließen, sich zu wehren. Allein dadurch ist "Flug 93" unabhängig von einzelnen Zuschauerreaktionen ein unter die Haut gehendes Kinoerlebnis.
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