|
![]() |
|
||||||||||||||||||||||
|
Acht Jahre nach seinem Debütfilm Absolute Giganten legt Sebastian Schipper nun den langerwarteten Nachfolger vor. Erneut geht es um Freundschaft, Liebe und das Leben, diesmal zwischen zwei unterschiedlichen Typen gespielt von Daniel Brühl und Jürgen Vogel deren Gegensätze die Basis ihrer Freundschaft ist.
|
||||||||||||||||||||||||
|
Komödie;
D 2006 - 84 Min.; ab 12; Regie und Buch: Sebastian Schipper; Darsteller: Daniel Brühl, Jürgen Vogel, Sabine Timoteo, Peter Kurth, Michael Wittenborn, Steffen Groth. www.einfreundvonmir.de www.imdb.com |
||||||||||||||||||||||||
|
Den Beginn einer wundervollen Freundschaft schildert Kinopoet Sebastian Schipper mit so viel Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit, wie man es im Kino leider viel zu selten sieht. Damit dürfte er nach seinem Debüt „Absolute Giganten“ einen weiteren Kinokultfilm geschaffen haben. Neben dem stimmigen Drehbuch und der klugen Regie sind es vor allem die drei brillanten Darsteller, die zu diesem wunderbaren Glanzstück beitragen. Daniel Brühl in der Rolle des melancholischen Mathegenies trifft hier auf Jürgen Vogel, der als komischer Kindskopf mit naiv, kreativer Lebenslust den freudlosen Perfektionisten aus der Reserve lockt. Mit dabei Sabine Timoteo, als fragile Königen der Nacht und mysteriös, moderne Traumfrau. „Ein Freund von mir“ bietet die ganze Palette von Freundschaft: große Gefühle zum dahin schmelzen, Freude und Rausch, aber auch Angst, Trauer und Verwirrung und am Ende ein zartes Happy End, das einfach nur beglückt. Der Tausendsassa heißt Hans (Jürgen Vogel), ist ein Lebenskünstler voller seltsamer Ideen (z.B. Nacktporschefahren) und einer unerschütterlichen Anhänglichkeit, die Karl nicht kontern kann. Mal genervt, meist aber fasziniert, lässt er sich auf die sinnliche Sinnsuche seines neuen Gefährten ein. Er, der sich bisher so sehr in sicheren Bahnen bewegt hat, dass ihn das eigene Leben nur noch langweilt, muss von Hans erst lernen, was es heißt, Wagnisse einzugehen. Hilfestellung bei diesem Sprung ins kalte Wasser gibt es ausgerechnet von Hans hübscher Freundin Stelle (Sabine Timoteo). Die Stewardess bildet das Bindeglied zwischen den beiden so gegensätzlichen Jungs, doch die Dreier-Konstellation birgt enorme Sprengkraft. Schon bald wird deutlich, dass Karl und Stelle sich mehr als nur mögen. Die platonischen Flirts finden sogar das Wohlwollen von Hans, doch als sich Stelle und Karl bei einem Techtelmechtel sogar küssen, ist es Karl, der mit der Situation nicht mehr klar kommt. Jürgen Vogel spielt den Hansdampf mit der ihm eigenen Energie. Würde der Film einen mit dieser Frohnatur allein lassen, man wäre nach den knapp 90 Minuten reif für die Misanthropen-WG, doch im Zusammenspiel mit Daniel Brühls entwurzeltem Einsiedler ergibt sich ein wunderbares Duett, das voller Überraschungen steckt. Jede Situation birgt eine Vielzahl von Möglichkeiten. Karls kalte Welt der Kalkulationen und schlüssigen Zahlen verliert sich hier in einem komischen Universum der Unwägbarkeiten. Man kann selbst als Zuschauer förmlich spüren, wie Karls Sinne geweckt werden, wie er lernt, intuitiv und spontan auf Situationen zu reagieren. Drehte es sich bei Sebastian Schippers beglückendem Erstling „Absolute Giganten“ um Abschied und das Ende einer Jungs-Freundschaft, so schafft der Regisseur bei seinem zweiten Kinofilm wundervolle, humoristische Stimmungsbilder, die den Beginn und das Wachsen einer Freundschaft widerspiegeln. Und wieder wird die Lust an der Bewegung, das Genießen von Geschwindigkeit zum Symbol für die Symbiose der Figuren, ohne dass die Metapher dröhnender Motoren ins machohafte Bolidengeprotze abdriften würde. Dafür sorgt allein schon der unterkühlte aber dennoch dynamisch Score, den vor allem die britischen Technotüftler von Gravenhurst beisteuern. Regisseur Schipper gelingt es, dass die Figuren ihre Geheimnisse bewahren und dennoch glaubwürdig und stimmig bleiben. Dabei ist seine Schauspielführung so feinfühlig, dass Sabine Timoteo mit ihrer kleinen, aber wichtigen Rolle als zauberhafter Zankapfel trotz aller zur Schau gestellten Fragilität von den beiden Kraftfeldern nicht zerdrückt wird. Wie Schipper hier Emotionen so einfängt, dass sie noch lange nachschwingen, zeigt, dass sein Film wahrhaftig ist und immer wieder den Kern der Sache trifft. Ein kompaktes, perfekt geschnürtes Kinokleinod, das nur einen Makel hat es dauert nur 84 Minuten. |
||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||