Filmbewertungsstelle: Prädikat „wertvoll“:
Wahrlich ein Film für Leute mit eigenem Kopf und eigenem Denken. Elegant, subtil, schauspielerisch großartig, politisch klar gegen alle Manipulation der Medien durch die Mächtigen, ist dies nicht nur ein akkurates Zeitbild der Kommunistenhatz im Amerika der McCarthy-Ära. Clooneys Film ist zeitlos, er gilt auch für heute. Und er wird auch in zehn Jahren noch seine Kraft haben ein Klassiker.
George Clooneys zweite Regiearbeit ist ein unglaublich kämpferischer Film in Sachen Zivilcourage, gedreht in strengem Schwarzweiß, räumlich reduziert auf ein Fernsehstudio und eine Bar. Aber gerade die formale Strenge forciert diese brisante Geschichte, die sehr aktuelle Bezüge hat.
Brigitte
Mit ruhiger Hand inszenierter Aufruf zu Zivilcourage und absoluter Aufrichtigkeit - ein reifes Werk von Hollywoods charmantestem Aktivist, George Clooney.
Cinema
George Clooneys elegantes und vielfach ausgezeichnetes Porträt eines aufrechten Journalisten in der amerikanischen McCarthy-Ära... lohnt schon wegen seiner wunderschönen Schwarzweiß-Bilder, einer Brigade exzellenter Darsteller und der Musik.
KulturSPIEGEL
Hervorragend gespielt, stimmungsvoll fotografiert und inszeniert, bricht der Film eine Lanze für einen verantwortungsvollen Fernsehjournalismus, wobei auch die Funktion der Medien als Instrumente der Manipulation thematisiert wird. - Sehenswert.
film-dienst
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George Clooneys zweite Regiearbeit beweist auf brillante Weise, dass ein Film Eleganz und Stil haben und dennoch gleichzeitig ein brisantes Thema ernsthaft behandeln kann. Die glänzend gespielte Episode aus der frühen Phase des Fernsehens ist ein zeitloses Plädoyer für Zivilcourage und Meinungsfreiheit. Für soviel smarten Umgang mit dem Unterhaltungsmedium Kino gab es verdientermaßen gleich mehrere Oscarnominierungen.
1953 herrschte in den USA ein innenpolitisches Klima, das vornehmlich vom Kalten Krieg bestimmt war. Einer der schlimmsten Scharfmacher war dabei der ultrakonservative US-Senator Joseph McCarthy. Dass dem fanatischen Kommunistenjäger beim Kampf gegen tatsächliche oder vermeintliche russische Infiltration vornehmlich Liberale und gemäßigte Linke ins Netz gingen, nahm der Politiker billigend im Kauf. Wer nicht für ihn war, so seine fatale Logik, musste auf Seiten der Feinde stehen.
Eines der wichtigsten „Jagdreviere“ McCarthy waren die Medien. Kein kritischer Journalist war vor ihm sicher, schon gar nicht, wenn er, wie der berühmte Moderator Edward Murrow (David Strathairn) in seiner CBS-News-Show „See it Now“ die Methoden McCarthys zum Thema machte. Die legendäre Auseinandersetzung zwischen dem smarten Fernsehmann und dem Kalten Krieger sollten den Sturz McCarthys einleiten.
George Clooney greift diese wahre Sternstunde aus den Kindertagen des Fernsehens auf für einen grandiosen Historienfilm, dessen Botschaft auf die heutige Zeit abzielt. Stilsicher bis in kleinste Detail, schildert der formvollendete Film in klar ausgeleuchteten Schwarzweißbildern die Geschichte eines heldenhaften Kampfes.
Bevor die beiden Kontrahenten vor den TV-Kameras die Klingen kreuzen, wirft Clooney einen Blick auf die Atmosphäre und Arbeitssituation bei den frühen Fernsehenmachern. Der Eindruck ist durchaus zwiespältig. Man sieht professionelle und gewissenhaft arbeitende Journalisten, deren Endprodukt damals aber nicht von der Quote, sondern vom Wohlwollen des Sponsors abhängt. Bei aller Bewunderung mit der Clooney, selber Sohn eines Fernsehjournalisten, die Branche der seriösen Newsmacher betrachtet, skizziert er hier mit feiner Ironie ihre Schwachstellen im Schatten wirtschaftlicher Interessen. Die enge Verbindung zu den Werbekunden ist auch die Achillesferse bei dem gut vorbereiteten Angriff auf McCarthy. Neben der Angst, der einflussreiche Politiker könnte seine Macht gegen die Medienmacher einsetzten, gesellt sich im Newsroom von CBS die stetige Sorge vor der eigenen Geschäftsleitung.
Frank Langella spielt mit der Rolle des legendäreren CBS-Boss William Paley denn auch einen der interessantesten Parts in Film. George Clooney selber ist auch mit von der Partie, hält sich aber auffällig zurück Sein Part als Murrows Produzent ist eher der eines Paladins, der seinen Herren den Rücken freihält. Auch wenn das exzellente Schauspielerensemble (Robert Downey Jr., Jeff Daniels und Patricia Clarkson u.a.) das Teamwork beim Sendungsmachen betont, so steht damals, wie nun auch im Film vornehmlich Moderator Murrow im Mittelpunkt. David Strathairn verleiht dem couragierten TV-Mann Edward R. Murrow eine beeindruckende Aura. Mit großer Ruhe verkörpert er den Leitsatz seiner Sendung „Fakten statt Mutmaßungen“. Mit ruhigem, klaren Blick wirkt Strathairn in mitten der hektischen Arbeitsatmosphäre wie der Fels in der Brandung. Wenn dann seine messerscharfen, glasklaren Statements kommen, ist ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit des Kinopublikums sicher. Clooney unterstreicht diese ungeheure Wirkung noch, in dem er Straitharns Augen betont, als verberge sich hinter dessen skeptischen Blick bereits das ganze Wissen um den Zustand der heutigen USA. Denn dass dieses Plädoyer für Zivilcourage und Meinungsfreiheit geradewegs auf den Versuch der Bush-Administration zielt, die Medien massiv im Kampf um die „Freiheit“ zu instrumentalisieren, steht außer Frage.
Erstaunlicherweise ist der überaus integre Film auch noch unterhaltsam geraten. Dass liegt wohl nicht zuletzt an Clooneys Vorliebe für coole Männerunden. In rauchgeschwängerten Bars bei dynamischer Jazzmusik erholen sich die Helden vom aufreibenden Kampf. Augenzwinkernd zeigt er sich und die übrigen Gefährten als sanfte Machos, moderne Ritter der Tafelrunde, die beherzt für ein heiliges Gut kämpfen und dabei auch noch eine verdammt gute Figur abgeben. Dass mag zwar ebenso nostalgisch, wie unterschwellig narzisstisch sein, aber nach so einem formidablen Film darf man sich als Macher ruhig einmal selber auf die Schulter klopfen.
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