Im Berlin der Nachkriegszeit soll der US-Kriegskorrespondent Jake Geismar über die Potsdamer Konferenz berichten. Tatsächlich will er aber Kontakt mit seiner ehemaligen Geliebten Lena Brandt aufnehmen, deren untergetauchter Ehemann von der amerikanischen und der russischen Armee gesucht wird. Schnell wird Geismar jedoch in einen Mordfall verwickelt, den die Alliierten zu vertuschen versuchen und der alle Beteiligten in Lebensgefahr bringt.

Mit seiner Verfilmung des Bestsellers "In den Ruinen von Berlin" von Joseph Kanon versucht sich Steven Soderbergh wieder an einem großen Mainstreamfilm. Im Mittelpunkt des mit epischen Atem erzählten romantischen Thrillers, der auch einem Graham Greene gut zu Gesicht gestanden hätte, steht Soderberghs Lieblingsschauspieler George Clooney, der zum fünften Mal für den Regisseur vor der Kamera steht.

Drama/Thriller;
USA 2006 - 105 Min.; ab 12;
Regie: Steven Soderbergh;
Darsteller:
George Clooney (Jake Geismar),
Cate Blanchett (Lena Brandt),
Tobey Maguire (Tully),
Beau Bridges (Müller),
Tony Curran (Danny),
Leland Orser (Bernie Teitel),
Jack Thompson (Abgeordneter Breimer),
Robin Weigert (Hannelore),
Ravil Isyanov (General Sikorsky).


www.thegoodgerman.de (incl. dt. Trailer)

www.imdb.com

Trailer (english)

Vor "Ocean's Thirteen" wartet Steven Soderbergh gewohnt experimentierfreudig mit einer "Casablanca"/"Der dritte Mann"-angehauchten Hommage an den Film Noir der 40er Jahre auf.
Bereits zum fünften Mal arbeitet er mit seinem "Ocean"-Star George Clooney, der fotogen in der Bogart-Rolle des in schwarz-weiß gefilmten Nachkriegsthriller auftritt. Die undurchsichtige Story um ein tragisches Liebesdreieck vor dem Hintergrund internationaler Intrige wurde vom "Quiz Show"-Skripter Paul Attanasio anhand von Joseph Kanon Bestseller "In den Ruinen von Berlin" adaptiert. Der dabei angeschlagene Erzählton mutet ebenso wie der wuchtige Score von Thomas Newman gezielt genretypisch melodramatisch an. Klassisch ist auch der stillvoll schattenreiche Look, den der Kameraführende Soderbergh (erneut unter dem Pseudonym Peter Andrews) mit typischen Techniken der Inspiration gebenden Originale, wie Hintergrund-Projektionen und dem Verwenden von Linsen der damaligen Ära, erzielt. Entschieden von der Tradition der Klassiker weicht der Film mit der expliziten Darstellung von Sex und Gewalt ab, womit eine moderne Komponente in die strikt nostalgische Retro-Übung eingebracht wird.

Der amerikanische Korrespondent Jake Geismar befindet sich 1945 in Berlin zur Berichterstattung über die Potsdamer Konferenz. Sein Armeefahrer Tully (ein gegen den Strich besetzter Tobey Maguire) erweist sich als sadistischer Schwarzmarkthändler, der Jake ein Schäferstündchen mit seiner ehemaligen Flamme vor Kriegsanbruch anbietet. Lenas (Cate Blanchett) Schicksal als Kriegsgeschändete und Prostituierte nimmt Jake schwer mit und er will ihr helfen, Berlin zu verlassen. Doch ein brutaler Mord, verdeckte Machenschaften der Alliierten, die die Top-Wissenschaftler des Nazi-Regimes anwerben, und die Suche nach Lenas angeblich toten Ehemann, der eine Schlüsselrolle spielt, komplizieren Jakes noble Absichten.

Blanchett fasziniert als mysteriöse Figur, die ebenso schön wie geheimnisvoll ist, und somit Erinnerungen an die Filmikonen Marlene Dietrich und Greta Garbo wachruft. Allerdings werden die traumatischen Erlebnisse von Blanchetts Figur in diesem Neo-Noir nicht nur angedeutet, sondern schonungslos in Szene gesetzt. Ausgezeichnet zur Atmosphäre tragen die Schauwerte der eleganten Kostüme und Ausstattung bei. In Abwandlung von "Casablanca" werden Team Soderbergh und Clooney mit diesem "Play It Again" nun für immer Berlin ihren Stempel aufgedrückt haben.