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Ein Zen-Meister aus Kalifornien zeigt anschaulich, dass Essen mehr ist als Nahrungsaufnahme, und zelebriert Kochen als Fest der Sinne. (...) Während Filme über die Fast-Food-Industrie oft mit erhobenem Zeigefinger ihre Message verbreiten, nähert sich Dörrie dem Thema von der positiven Seite, zeigt durch ihren Protagonisten mögliche Alternativen auf. (...) Westliche Hast versus buddhistische Harmonie, da schlägt unser Herz für die Letztgenannte, und wir vergessen für 90 Minuten jegliche Hektik und schwören, demnächst nur noch bewusst zu essen und zu leben.
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Dokumentation
Deutschland 2007 - 92 Min.; ab 0; Regie: Doris Dörrie; Darsteller: (Mitwirkende) Edward Espe. www.how-to-cook-your-life.de (incl. Trailer) www.imdb.com |
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Wenn du den Reis wäscht, wäscht du den Reis. Wenn du Suppe rührst, rühre Suppe. Was soll man denn damit? Zen-Meister Edward Espe Brown erläutert diese Sätze mit so viel leisem Humor und Nachdenklichkeit, dass sich schon beim Zuhören eine meditative Ruhe einstellt. „Gerade heute ist es einfach, das Leben mit anderen Dingen zu verbringen, als mit dem, was man machen möchte.“ Das bewusste Leben beginnt im ganz banalen Alltag, auch das Kochen ist ein Mittel zur Erkenntnis. Mit Zen lässt sich nicht nur die Kunst des Bogenschießens, der Motorradwartung, der Teezeremonie oder des Blumenbindens ergründen, sondern auch die des Karottenschneidens - bitte schräg - und des vorsichtigen Teigknetens - bitte mit der flachen Hand. Zen, „der weglose Weg“, ist Versenkung und konzentrierte Beobachtung, Einheit von Innen und Außen, die Aufmerksamkeit für den Augenblick. Zen ist alles und nichts, in Worten kaum erklärbar. „Wie sollen wir uns lebendig fühlen, wenn wir uns alles abnehmen lassen? Wir kochen das Essen, aber in der Praxis kocht das Essen uns. Kochen kann zum Fiasko werden, aber vielleicht ist das ganze Leben ein Fiasko. Das Leben verschlingt dich.“ So philosophiert der Meister weiter. Woher kommen Unzufriedenheit und Schmerz? „Wir lassen die Dinge nicht in unser Herz.“ Ein guter Koch brauche Lebensfreude, gute Laune, Offenheit. Das Schwierige am Kochen seien die Leute. „Ihr seid alle erleuchtet, bis ihr den Mond aufmacht.“ Bereits als Kind wunderte sich Edward Espe Brown darüber, wie Menschen pappiges Weißbrot essen können. Sein vor über 30 Jahren erstmalig erschienenes „Tassajara Bread Book“ ist längst eine Kochbibel geworden. Der Meister vergießt Tränen bei der Erinnerung an zerbeulte Teekessel. „Auch sie machen ihre Arbeit, auch sie sind im Alter zu etwas nutze. Dann bin ich es vielleicht auch.“ Er ist ein Zen-Priester mit echten Entertainerqualitäten. Doris Dörrie begleitete Edward Espe Brown in das buddhistische Zentrum Scheibbs in Österreich zu einem sehr entspannten Kochkurs, sie suchte auch das „Zen Center San Francisco“ und das „Tassajara Zen Mountain Center“, in dem er unterrichtet, auf. Dazwischen fügt sie sehr frei und unbefangen Bilder von Restaurants, Kühen, Hühnerzüchtern und Archivaufnahmen von Suzuki Roshi, dem Lehrer von Edward Espe Brown. Sie begleitet auch eine Obdachlose, die sich selbst als Leiterin eines „Back Door Catering Service“ bezeichnet, da sie die Gartenfrüchte von überhängenden Zweigen pflückt. Der Mikrophonausleger des Tonmannes ist ihr dabei behilflich. So widmet sich auch die Filmdramaturgie spielerisch und selbstbewusst den Umständen des Alltags. Ein weicher Jazz-Soundtrack unterstreicht Doris Dörries gänzlich unverbiesterte Umgehensweise mit einem großen Thema stilvoll. |
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