TV-Kriegsberichterstatter Simon Hunt (Richard Gere) und Kameramann Duck (Terrence Howard) arbeiten immer dort, wo es am brenzligsten ist: Bosnien, Irak, Somalia, El Salvador. Doch eines Tages dreht Hunt durch - damit ist die Karriere des Emmy-Preisträgers abrupt beendet. Duck seinerseits wird befördert, und so gehen die beiden fortan getrennte Wege. Fünf Jahre später kehrt Duck nach Sarajevo zurück und trifft dort überraschend auf Hunt, der ihm eine weltexklusive Story anbietet: Hunt weiß, wo sich der meistgesuchte bosnische Kriegsverbrecher versteckt. Das könnte der Knüller ihres Lebens werden, wenn sie lange genug leben, um darüber zu berichten ...
(The Hunting Party)
USA 2007 - 103 Min.; ab 12;
Regie: Richard Shepard;
Darsteller:
Richard Gere, Terrence Howard, James Brolin, Jesse Eisenberg, Diane Kruger, Mark Ivanir, Goran Kostic, Lejla Hadzimuratovic, Kristina Krepela.

www.huntingparty.centralfilm.de

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"Nur die unglaublichsten Teile dieser Geschichte sind wahr," so stellt der Vorspann uns Zuschauer schon sarkastisch auf den Film ein. Was sind die unglaublichsten Teile, fragt man sich also: Dass im UN-Büro Donuts mit bunten Zuckerstreuseln, eingeflogen aus Bonn, gereicht werden, aber nur mäßig interessiert nach Kriegsverbrechern gefahndet wird? Dass die Kriegsreporter mit CIA-Agenten verwechselt werden? Oder dass der größte Kriegsverbrecher unbehelligt von allen, der UN, dem CIA und der Bevölkerung, weiter frei herum läuft und Hass schürt?

"Hunting Party" ist ein Spielfilm, doch er basiert auf den Erlebnissen des Journalisten Scott Anderson, der im Jahr 2000 in Bosnien war und seine Erlebnisse in der Kriegsreportage "What I Did on My Summer Vacation" geschildert hat. Reiseerzählung, schwarze Komödie und politischer Kommentar zugleich genau wie der Spielfilm, der ohne Betroffenheits-Hollywood-Gedusel auskommt und einen genau deshalb ungeheuer in seinen Bann zieht.

Richard Gere spielt einen verbitterten Säufer; flankiert wird dieser gebrochene Held von einem Kumpel, der sich mittlerweile lieber in Seidenlaken wälzt als unter Gewehrkugeln wegduckt, und einem akademischen Greenhorn, das die Welt bisher nur aus Büchern kannte. Nicht gerade Bilderbuch-Heroen, diese drei, und doch werden sie immerhin versuchen, den Zuckerstreusel-Phlegmatikern und Kriegs-Zynikern die Stirn zu bieten.

Auch wenn der Film mit seinen Genre-Anleihen aus Action-Thriller und Action-Komödie recht unverfroren umgeht, so schafft er doch etwas, was anderen Anti-Kriegsfilmen nicht gelingt: Er vermittelt einem zumindest eine Ahnung von der Unverfrorenheit und Hilflosigkeit der politischen Nachkriegsverwalter.

Ein Antikriegsdrama mit satirischen Tönen, das nicht so sehr die Grausamkeit des Bosnien-Krieges in den Mittelpunkt stellt, sondern eindrücklich auf die Absurdität der Politischen Nachkriegs-Manöver hinweist. Sehenswert!