4 Oscar-Nominierungen für Letters from Iwo Jima
- Bester Film
- Beste Regie (Clint Eastwood)
- Bestes Original-Drehbuch
- Bester Tonschnitt
Während der amerikanischen Invasion auf der Pazifikinsel Iwo Jima organisiert der japanische General Kuribayashi mit einem Freund die Verteidigung. Obwohl die japanischen Streitkräfte hoffnungslos unterlegen sind, leisten sie den US-Truppen erbitterten Widerstand. Da viele Soldaten wissen, dass sie sterben werden, schreiben sie Briefe an ihre Angehörigen, um sich von ihnen zu verabschieden.

Der bewegende Kriegsfilm von Clint Eastwood stellt die Ereignisse seines "Flags of our Fathers" aus japanischer Sicht dar. Der komplett in japanischer Sprache gedrehte Film sicherte sich kürzlich den Golden Globe als Bester nicht englischsprachiger Film.

Drama;
USA 2006 - 140 Min.; ab 12;
Regie: Clint Eastwood;
Darsteller:
Ken Watanabe (General Tadamichi Kuribayashi),
Kazunari Ninomiya (Saigo),
Tsuyosi Ihara (Baron Nishi),
Ryo Kase (Shimizu),
Shido Nakamura (Lieutenant Ito),
Hiroshi Watanabe (Lieutenant Fujita),
Takumi Bando (Captain Tanida),
Yuki Matsuzaki (Nozaki),
Takashi Yamaguchi (Kashiwara),
Eijiro Ozaki (Lieutenant Okubo),
Nae Yuuki (Hanako),
Nobumasa Sakagami (Admiral Ohsugi),
Lucas Elliot (Sam).


www.lettersfromiwojima.de (incl. dt. Trailer)

www.imdb.com

Trailer (english)

Auf sein ambitioniertes Kriegsdrama "Flags Of Our Fathers" legt Clint Eastwood mit dem aus der Perspektive der feindlichen Japaner erzähltem Schwesternfilm einen tief bewegenden cineastischen Coup nach.
Direkt im Anschluss an "Flags" mit japanischen Schauspielern in ihrer Muttersprache gedreht, bietet der zweifache Oscarpreisträger einen intimen Einblick in die entscheidende Zweite-Weltkriegs-Schlacht auf der Pazifikinsel Iwo Jima, die rund 20.000 Männer das Leben kostete. Blieben die Japaner im Erstling gesichtslose Feinde, werden sie nach dem authentische Briefe als Vorlage nehmenden Drehbuch von Skriptnovizin Iris Yamashita und dem wiederkehrenden Paul Haggis (Oscar für "Million Dollar Baby") als sich ebenso nach Hause sehnende Söhne, Ehemänner und Väter dargestellt wie die Amerikaner. Gleichzeitig wird herausgearbeitet, dass auf beiden Seiten schwarze Schafe unvorstellbare Grausamkeiten verbrachen, dies jedoch mehr die Ausnahme war. Weit von jeglicher Barbarei entfernt sind aufrichtige Ehrenmänner wie der hochkultivierte General Kuribayashi (ein phänomenaler Ken Watanabe) und der aristokratische Olympiasieger Baron Nishi (Tsuyoshi Ihara), die beide vor dem Krieg Zeit in den Staaten verbracht und dort Freundschaften geschlossen hatten. Doch ihre Loyalität fürs Vaterland ist absolut fraglos, auch wenn manche ihrer Untergebenen Zweifel an ihren teils unkonventionellen Methoden haben. Weniger mit Patriotismus hat der als sympathischer Jedermann fungierende junge Bäcker Saigo (Kazunari Ninomiya) am Helm, der lieber bei seiner Familie wäre. Kurze Flashbacks skizzieren prägnante Momente im Leben der Protagonisten, wobei jedoch wesentlich geradliniger als im komplizierte Zeitschlaufen schlagenden "Flags" verfahren wird. Diese Szenen bilden die vitalen Farbkleckse in einem ansonsten monochrom farbentleerten Films, der fast schwarzweiß wirkt. Die so von Kameramann Tom Stern kreierte visuelle Desolation spiegelt perfekt die Ausweglosigkeit der Situation wieder, denn nach mehrfachen Hiobsbotschaften über mangelnde Verstärkung sind sich alle bewusst, dass sie das von ihnen gegrabene klaustrophobische Tunnelsystem der Insel nicht lebend verlassen werden.

Bereits angedeutete Ereignisse aus "Flags" finden nun ihre ausführliche Erläuterung, darunter der verstörende Handgranaten-Suizid eines Trupps, sinnlos erzwungen von ihrem fanatisch traditionellen Führer, sowie der abscheuliche Bajonett-Tod eines amerikanischen Soldaten. Mindestens ebenso stark nehmen die von Eastwood superb inszenierten Gefühlsmomente mit, die Feind mit Feind humanitär als Gleichgesinnte verbinden und dadurch ergreifend den Wahnsinn des Kriegs anprangern. Wie sein Produzenten Steven Spielberg mit "Der Soldat James Ryan", wartet Eastwood unanfechtbar mit einem Klassiker des Genres auf, der es verdient hätte als pazifistisches Pflichtprogramm in Schulen gezeigt zu werden. Der Golden Globe und die Oscarnominerung bestätigen dies.