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Jesse James ist mit seiner Bande der meistgesuchte Mann im Wilden Westen. Nach einem letzten großen Zugüberfall kehrt ihm sein Bruder Frank als letztes verbliebenes Urmitglied der James Gang den Rücken und Jesse ist gezwungen, fortan mit Männern zu reiten, denen er nicht wirklich vertraut - und das zurecht. Gleichzeitig lässt er den unscheinbaren Robert Frank, jüngster der drei Frank-Brüder, immer näher an sich heran. Frank träumt davon, wie Jesse James zu sein. Und er glaubt, dass es nur eine Möglichkeit gibt, so berühmt zu werden wie er.
Andrew Dominiks elegische Ballade über eine Westernlegende und ihren Mörder erinnert mit ihrem unmelancholischen Ton, der Betonung auf Figuren und Atmosphäre bei gleichzeitiger Vernachlässigung des Plots an die großen Spätwestern der 70er-Jahre. Und doch ist diese Chronik eines angekündigten Mordes ein hochmoderner Film, der eine vergangene Zeit präzise heraufbeschwört, um sich explizit über Startum und die krankhafte Verehrung von Vorbildern Gedanken zu machen. Brad Pitt und Casey Affleck liefern meisterliche Porträts ab. |
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(The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford);
Drama; USA 2006 - 160 Min.; ab 12; Regie: Andrew Dominik; Musik: Nick Cave; Darsteller: Brad Pitt (Jesse James), Casey Affleck (Robert Ford), Sam Shepard (Frank James), Benjamin Bratt, Jeremy Renner (Wood Hite), Zooey Deschanel (Dorothy Evans), Sam Rockwell (Charley Ford), Paul Schneider (Dick Liddil), Garret Dillahunt (Ed Miller), Mary-Louise Parker (Zeralda James). Homepage (deutsch) Trailer (english) Wikipedia (deutsch) www.imdb.com |
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Jesse James war einer der ersten amerikanischen Medienstars. In Groschenromanen und Zeitungsartikeln wurde dem Banditen und seiner James Gang große Ehrfurcht erwiesen, weil er kein gewöhnlicher Krimineller war. Angeblich soll das Ziel seiner Beutezüge stets die Banken gewesen sein, die den armen Bauern das Leben schwer machten. Doch wie man es dreht und wendet, so scheint es, als stricke sich der Mythos des Westernhelden aus einer Vielzahl von Halbwahrheiten, Märchengeschichten und mündlichen Überlieferungen, die wiederum reichlich ausgeschmückt waren. Regisseur Andrew Dominik („Chopper“) bemüht sich daher nicht um eine Dekonstruktion dieses Mythos in all seinen Facetten, sondern vielmehr um die umfassende Charakterstudie eines 34-jährigen Mannes in den letzten Wochen seines Lebens sowie der Beobachtung seines glühenden Verehrers und gleichzeitigen Mörders, dem 19-jährigen Robert Ford. In über zweieinhalb Stunden erzählt Andrew Dominik in ungemein atmosphärischer Dichte von den psychologischen Konflikten seiner beiden Figuren. Das Unvermögen von Robert Ford so zu sein wie sein charismatisches Idol, spielt Casey Affleck mit solcher Zurückhaltung, dass man den inneren Zorn und das Verbergen von Gefühlen nur erahnen kann. Doch gerade darin liegt die Stärke dieses Dramas, denn auch Brad Pitt (bei den Filmfestspielen von Venedig als bester Darsteller ausgezeichnet) vermittelt die Coolness und die starke Aura seiner Figur mit angenehmer Unaufgeregtheit, die aber ebenso nicht das Brodeln und die gefährliche Lebensmüdigkeit in seinem Inneren verbirgt. Müde vom Leben, so sieht Dominik Andrews seinen Jesse James, der im Augenblick des Todes noch all die Melancholie und die Enttäuschung über die Mittelmäßigkeit seines Seins nur schwer verbergen kann. So ist „Die Ermordung des Jesse James“ einer der besten Filme des Jahres geworden, in dem Brad Pitt (nach „Babel“) unter Beweis stellt, dass er endgültig im Charakterfach angekommen ist. |
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