Musikfilm/Drama;
D 2005 - 98 Min.; ab 6;
Regie: Lars Kraume;
Darsteller:
Florian Lukas (Tobias Hansen), Jürgen Vogel (Markus Hansen), Heike Makatsch (Ellen), Monika Hansen (Mutter), Thees Uhlmann, Marcus Wiebusch, Felix Gebhard, Max Martin Schröder, David Sieveking, Katharina Lorenz.

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Trailer (deutsch)
Die Handlung ist schnell zusammengefasst. "Hält ja nix mehr", sagt Markus, ein Rockmusiker, der keine Lieder über Liebe singt. Verhandelt werden die jüngsten Auswüchse des Geschlechterkriegs. Das ist für sich genommen nicht so prickelnd. Höchst spannend geriet jedoch die Umsetzung mit ihrer rohen Perspektive. Hier ist er, der oft versprochene "andere Blick".
Regisseur Lars Kraume hat großen Aufwand betrieben und ist ein beträchtliches Risiko eingegangen, um die Dynamik im Ensemble und die körnige Ästhetik der Bilder zu erzeugen. Nur für den Film wurde die Rockgruppe Hansen gegründet, mit Jürgen Vogel als erstaunlich passablem Sänger und Musikern der Hamburger Indie-Bands Tomte und Kettcar. Die Band ging dann auf Tour, und während der Konzerte und langen Backstage-Abende entstand der Film. Echt sind nicht nur die Konzertgänger, die Fehler auf der Bühne, die Clubs. Auch die Handlung ist in gewissem Sinn wahr. Regisseur Kraume entwickelte mit seinen Darstellern Jürgen Vogel, Florian Lukas und Heike Makatsch lediglich deren Figuren und eine Ausgangssituation. Dann wurde improvisiert.
Die Konstellation ist relativ offen. Tobias (Florian Lukas) hat den vagen Verdacht, dass zwischen seiner Freundin Ellen und seinem Bruder Markus etwas gelaufen ist, während Ellen und er Markus in Hamburg besuchten. Deshalb will er einen Film über Markus' Band drehen, wobei ihn Ellen bei den Dreharbeiten begleitet. Je länger der Dreh dauert, desto öfter richtet sich der Blick der Kamera auf Ellen und Markus, immer auf der Suche nach heimlichen Zeichen des Einverständnisses zwischen den beiden. Die Sache nimmt nach zögerlichem Beginn ziemlich Fahrt auf und führt nach harten Wendungen zu einem schroffen Ende.
Spannend ist dieses Tourtape mit Liebeseinlage, weil die drei Schauspieler durch den Zwang zur Improvisation sehr präsent sind. Und weil sie dramaturgische und schauspielerische Tricks weglassen. Die Akteure wirken in ihrem Spiel so normal, dass man meint, zufällig den Ehestreit in der Nachbarwohnung mitzubekommen. Eine Erzählform, die schweren Eindruck macht.