Ein kleiner Bauernjunge mit Namen Kiriku eroberte vor rund sieben Jahren über alle Altersgrenzen hinweg die Herzen der Trickfilmliebhaber. Die von Michael Ocelot erdachte fantasiereiche Geschichte um den tapferen kleinen Held, der es in Kiriku und die Zauberin mit einer dunklen, mystischen Macht aufzunehmen hatte, wirkte in der von amerikanischen Trickfilmstudios dominierten Animationslandschaft wie eine bereits lange Zeit überflüssige Frischzellenkur. In Kiriku und die wilden Tiere gibt es jetzt ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten des ersten Kiriku-Abenteuers. Dabei bleibt Ocelot sich und seiner ganz eigenen Philosophie treu. Im Vordergrund steht kein verkitschtes Afrikabild, sondern die Schilderung eines mit vielen ur-afrikanischen Elementen angereicherten Alltags einer Dorfgemeinschaft.
(Kiriku et les bêtes sauvages);
Zeichentrick;
F 2005 - 75
Min.; ab 0;
Regie: Michel Ocelot, Bénédicte Galup ;
Musik: Youssou N’Dour, Manu Dibango, Rokia Traoré .

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Trailer

Insgesamt vier Abenteuer hat der Winzling Kiriku, der gemeinsam mit seiner Mutter in einem afrikanischen Dorf lebt, im Laufe des Filmes zu bestehen. Die Bewohner des Dorfes sind ausschließlich Frauen, Kinder und alte Männer, da die jungen Männer von der bösen Zauberin Karaba entführt wurden. Es liegt nun also an den verbliebenen Bewohnern, die Probleme und Gefahren des Alltags zu meistern. Der mutige Kiriku tut sich hierbei besonders hervor, was auch der bösen Zauberin nicht verborgen bleibt.

Alle vier Geschichten erzählen - allerdings zuweilen in einem etwas belehrenden Ton - von der Bedeutung, die Courage und persönliches Engagement haben, um für das Überleben der Familie und des Dorfes einstehen zu können. Kiriku, kleinstes aber gleichzeitig herausragendes Dorfmitglied, ist hierbei Vorbild für die anderen; sei es im Kampf gegen eine schwarze Hyäne, die die Ernte des Dorfes zu vernichten droht, oder gegen die unheimlichen "Fetische" der Karaba, hölzerne Götzen, die von der Zauberin zum Leben erweckt wurden. In der letzten der vier Geschichten begibt sich Kiriku in allerhöchste Gefahr, denn er muss - als Fetisch verkleidet - zum Palast der Zauberin, um ein Gegengift für die sterbenskranken Erwachsenen des Dorfes zu besorgen.

Die Vorlage für die Geschichte von Kiriku liefert ein westafrikanisches Märchen, das Michel Ocelot, der seine Kindheit in Guinea verbracht hat, in farbenfrohen Bildern gestaltet. Die Geschichte ist kindgerecht umgesetzt, jedoch können auch Erwachsene durchaus Gefallen daran finden, insbesondere an der ästhetischen Bild-Gestaltung, die bewusst an afrikanische Kunst angelehnt ist. Personen, Ästhetik, Handlungsorte sowie die gelungene musikalische Untermalung durch die bekannten afrikanischen Musiker Manu Dibango und Youssou N'Dour porträtieren Afrika auf eindringliche Weise. Kinder sehen, wie sich das Leben in einem afrikanischen Dorf abspielt, und dass es Verantwortungsbewusstsein und Mut erfordert, die Probleme des Lebens zu meistern - hier wie dort.