Komödie/Thriller;
USA 2005 - 102 Min.; ab 12;
Regie: Shane Black;
Darsteller:
Robert Downey Jr. (Harry Lockhart),
Val Kilmer (Gay Perry),
Michelle Monaghan (Harmony Faith Lane),
Corbin Bernsen (Harlan Dexter),
Dash Mihok (Mr. Frying Pan),
Larry Miller (Dabney Shaw),
Rockmond Dunbar (Mr. Fire),
Shannyn Sossamon (Pink Hair Girl),
Angela Lindvall (Flicka).

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Trailer (english)
"Ihr nahtloses Kleid saß wie angegossen. Aber beim Gießen schien sie etwas verschüttet zu haben." Das sind Sätze, die sitzen. Und es gibt jede Menge davon in "Kiss Kiss, Bang Bang", einer Krimi-basierten Hochgeschwindigkeitskomödie mit Film-Noir-Turbo, einem Wunderwerk aus schnoddrigem Humor und beiläufiger Action, einem Brummkreisel, dessen zahllose Drehmomente den Zuschauer schwindlig spielen. So etwas Gutes hat es schon lange nicht mehr auf die Leinwand geschafft.
Um was es geht, lässt sich in wenigen Worten kaum wiedergeben. Okay, es gibt eine Handlung, in der der Kleinganove Harry Lockhart unversehens zum Film-detektiv wird, der zum Üben dem Privatschnüffler Perry van Shrike (was für ein Name!) zur Seite gestellt wird. Gleich beim ersten Einsatz bekommen sie es mit einer Leiche zu tun. Und dann taucht noch Harmony Faith Lane (noch so ein Name!) auf, die Harry als junger Kerl schon zersägt hat (Zauberei) und die nun seine Hilfe als Detektiv braucht wegen eines mysteriösen Selbstmordfalles. Man sieht: etwas verwickelt, das alles. Aber es kommt noch besser. Denn es geht auch um Groschenromane - Harmony steht auf den Schundroman-Helden Jonny Gossamer - um die Parodie auf Groschenromane, um die Filmindustrie, um Träume vom Erfolg, und natürlich um die Liebe. Kurzum: Es geht in diesem Pulp-Fiction-Stück irgendwie um alles.
Der Zuschauer schafft es kaum hinterherzuhecheln. Gerade noch war man Zeuge, wie Harry - aus Versehen natürlich - auf eine Leiche pinkelt, schon findet man sich in einer Bar wieder, wo die Farben leuchten wie das pure Glück. Gelegentlich bleiben die Bilder auch stehen und Figuren werden entfernt. Ein Film übers Filmemachen ist der Film nebenbei nämlich auch noch.
Und er erzählt was über die Crew. Shane Black ist das Mastermind, das für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnet. Black galt mit seinen Skripts für Actionfilme in den neunziger Jahren als einer der besten Autoren Hollywoods. Dann lähmte ihn eine Schreibblockade. Die Geschichte über Träumer, Gauner und Verlierer in L. A. ist seine glanzvolle Wiederauferstehung. Ähnliches gilt für Robert Downey Jr., der nach langjährigen Drogenproblemen in der Rolle des Kleinganoven auftrumpft. Val Kilmer als schwuler Detektiv ist schlicht zum Kringeln und Michelle Monaghan als kellnernder Schauspielerinnen-Vamp (oder so ähnlich) eine Offenbarung. Wie ihre Figur ist Monaghan ein spätes Mädchen. Auf den Durchbruch konnte sie kaum noch hoffen. Nachdem sie ihre erste Hauptrolle brillant gemeistert hat, wird man ihr sicherlich öfter begegnen. Was kann man noch sagen? Ach ja: Eine Krimikomödie "Kiss Kiss, Bang Bang" zu nennen, ist ebenso frech wie genial.