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Zum Glück ist Olivier Dahans „La vie en rose“ mehr als ein opulent ausgestatteter, mit gut zwei Dutzend Piaf-Klassikern angereicherter Kostümfilm in Cinemascope, mehr auch als die szenische Illustration von Chansons wie „Padam“, „Milord“, „L’hymne à l’amour“, „Mon Dieu“ oder „Je ne regrette rien“.
Marion Cotillard spielt den Spatz von Paris. Die kokette 18-Jährige, die launische 30-Jährige, die verhärmte 47-Jährige, die aussieht wie eine Greisin. Furchtlos wagt Cotillard es, am Mythos Piaf zu kratzen und der Göttin menschliche Züge zu verleihen. Eine Achterbahnfahrt der Temperamente: Mal bockt die Piaf, mal gurrt sie, mal stößt sie alle vor den Kopf, wirft die beste Freundin (Sylvie Testud) im Affekt aus ihrem Leben, ist impulsiv, elegant, ordinär, himmelhochjauchzend, besoffen, allein. Großartig, wie Cotillard jeden Blick, jede Geste in den Dienst dieser Unberechenbarkeit stellt. Tagesspiegel Berlin Der gesamte Film ist ein beeindruckendes, zutiefst bewegendes Unterfangen, das elegant durch die unterschiedlichen Lebensphasen des "Spatz von Paris" gleitet, um ein bestechendes Porträt einer vom Leben gezeichneten Frau zu geben. Einzelne Szenen sind regelrecht brillant. |
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(La Môme)
Drama/Biopic; Frankreich 2007 - 140 Min.; ab 12; Regie: Olivier Dahan; Darsteller: Marion Cotillard, Sylvie Testud, Pascal Greggory, Emmanuelle Seigner, Jean-Paul Rouve, Clotilde Courau, Jean-Pierre Martins, Gérard Depardieu. www.piaf.film.de (incl. dt. Trailer) www.imdb.com |
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Obwohl Edith Piaf eine der bedeutendsten französischen Chanson-Sängerinnen war, war es um sie still geworden. Bis Olivier Dahan sie in dreijähriger Arbeit wieder von den Toten auferstehen ließ, und dies in einem Film, der formal Respekt verdient und der dieses Jahr die Berlinale eröffnete. Dahan, der auch das Drehbuch schrieb, hätte nun linear und chronologisch eine Künstlerbiographie gestalten können mit Höhepunkten um die Piaf auf der Bühne, aber auch Höhepunkte, weil sie Charlie Chaplin, Jean Cocteau, Yves Montand oder Charles Aznavour kannte. Doch das wollte er nicht. Ihm lag erklärtermaßen daran, die private, persönliche, glücklich-unglückliche, nicht vom Scheinwerferlicht ins Übernatürlich- Geschönte, Geblendete gerückte Piaf zu zeigen. Das ist gut gelungen. Schon als Kind hatte es die Piaf schwer. Zwischen einer verwahrlosten Mutter und einem als billiger Kleinartist in der Welt umherstreunenden Vater wurde sie hin- und hergerissen. Als sie zwischen vier und sieben Jahre alt war, erblindete sie aufgrund einer Augenkrankheit. Zur heiligen Therese von Lisieux gingen die Fürbitten, damit sie wieder sehen könne. Zeitweise wuchs sie bei der Mutter ihres Vaters auf, die ein Bordell betrieb. Früh riss sie aus, um als Straßensängerin in Paris zu reüssieren. Aber auch da war ihr Leben alles andere als gesichert und glücklich. Sie musste laufend Geld an einen Zuhälter zahlen und kam, als ihr Entdecker Louis Leplée einem Raubmord zum Opfer fiel, unter Tatverdacht. Später allerdings kam die Zeit der Berühmtheit in Frankreich, der Tourneen nach Amerika, der weltberühmten Erfolge wie „La vie en rose“, „Milord“ oder „Non, je ne regrette rien“. Das Leben der Piaf war ein ständiges auf und ab: die Höhepunkte auf der Bühne vor Zehntausenden, aber auch die schweren Krankheiten, das Glück mit dem Boxweltmeister Marcel Cerdan, aber auch dessen Tod bei einem Flugzeugabsturz, die ausgelassenen Feiern, aber auch ihre völlig ungezügelte Persönlichkeit, die interessanten Reisen, aber auch der körperliche Ruin durch Alkohol und Drogen. In durch einen intelligenten Schnitt ineinander gleitenden Passagen, mit einer phänomenalen Ausstattung, in einer diskreten, aber wirkungsvollen Regieleistung und mit ausgesuchten Schauspielern wird dies alles lebendig gemacht. Marion Cotillard als Edith Piaf bringt von der Maske und der Gestik, von der Piafschen Präsenz und der durchgehend überzeugenden Ausdruckskraft her eine Glanzleistung, der die übrigen Darsteller sich anpassend folgen. Thematisch mag der Film weit hergeholt und ausgefallen sein, künstlerisch ist er mehr als sehenswert. |
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