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Gleich mit seinem Debütfilm gelingt dem jungen Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck ein großer Wurf. Angesiedelt in der DDR der 80er Jahre erzählt er von Gewissenskonflikten, schwindendem Vertrauen in das Regime und einer schwierigen Liebe. Allein das Drehbuch lockte zahlreiche renommierte Schauspieler vor die Kamera, ein Platz im Wettbewerb der Berlinale blieb dem Drama ebenso wie Dominik Grafs thematisch verwandtem Der Rote Kakadu jedoch unerklärlicherweise versagt.
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Drama;
D 2005 - 132 Min.; ab 12; Regie und Buch: Florian Henckel von Donnersmarck; Darsteller: Ulrich Mühe, Sebastian Koch, Martina Gedeck, Ulrich Tukur, Thomas Thieme, Thomas Arnold, Herbert Knaup. www.das-leben-der-anderen.de www.imdb.com Trailer |
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Berlin, 1984. Der Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) unterrichtet junge Rekruten in Verhörmethoden und Taktik, als sein Freund und Vorgesetzter Anton Grubitz (Ulrich Tukur), ihn in den aktiven Dienst zurückholt. Das hohe Parteimitglied Bruno Hempf (Thomas Thieme) betraut sie mit einer heiklen, und, wie sich herausstellt, persönlich motivierten Aufgabe: Sie sollen den renommierten Dramatiker Georg Dreyman (Sebastian Koch) überwachen, der von der Partei geschätzt wird und bislang keinerlei Anzeichen machte, dem Staat kritisch gegenüberzustehen. Schnell stellt sich heraus, dass das eigentliche Motiv der Ermittlung ein anderes ist. Hempf führt eine Affäre mit der Schauspielerin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck), die mit Dreyman liiert ist. Wiesler beginnt mit der Überwachung und findet sich bald in kaum zu vereinbarenden Konflikten. Einerseits hat Dreyman ganz offensichtlich nichts zu verbergen. Zwar hat er Kontakt zu Regimekritikern, verteidigt einen befreundeten Regisseur, der für seine subversiven Arbeiten mit Arbeitsverbot belegt wurde, aber er selbst bleibt betont neutral. Seine eigenen Defizite als Autor sind ihm wohl bewusst, doch die Privilegien, die er als gefeierter Autor erfährt, genießt er. Andererseits steht Wiesler unter erheblichem Druck Beweise gegen Dreyman zu finden, ja, diese im Notfall auch zu erfinden, um den persönlichen Rachefeldzug seines Vorgesetzten und damit auch seine eigene Karriere nicht zu gefährden. Ulrich Mühe spielt Wiesler als biederen Beamten, der ganz in seinem Beruf aufgeht, ein penibler Arbeiter, dessen Privatleben nicht existent ist. Seine Wohnung in einer Plattenbausiedlung ist karg und einsam, zum Essen wird eine Dose geöffnet, soziale Kontakte beschränken sich auf den gelegentlichen Besuch einer Prostituierten. Ganz anders das Leben von Dreyman und Sieland, in das Wiesler immer tiefer eintaucht, das er abhört und akribisch notiert. Seine Sympathien für das Paar wachsen und mit ihnen die Zweifel am Regime, dass offensichtlich unbescholtene Bürger überwacht und ihre Karrieren zerstört. Wie sich nun die Lage zuspitzt, wie Wieslers Versuche Schaden von Dreyman und Sieland abzuwenden, genau das Gegenteil bewirken, entwickelt der Film in überraschend origineller Weise. Zwar sind die Dialoge bisweilen nicht frei von Klischees, doch diese werden durch zahlreiche pointierte Szenen aufgewogen. Mit bemerkenswertem Mut für Größe und Pathos entwickelt der in Köln geborene von Donnersmarck seine Geschichte und schreckt weder vor großen Emotionen noch vor dramatischen Wendungen zurück. Nach Dominik Grafs Der Rote Kakadu ein weiterer Film, der sich mit der DDR beschäftigt ohne wie etwa Goodbye, Lenin! oder Leander Haussmanns Filme in die Ostalgie-Falle zu treten. |
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