Hollywoods Topverdiener Adam Sandler bewegt sich immer weiter weg vom früheren Komödieneinerlei. In Mike Binders sensiblem Drama "Die Liebe in mir" erbringt er endgültig den Beweis, dass er auch anderen Rollen und Geschichten gewachsen ist. Mehr noch: Zusammen mit Co-Star Don Cheadle ist er es, der maßgeblich zum Gelingen dieser tragikomischen Betrachtung New Yorker Schicksale beiträgt. Gedreht an Originalschauplätzen atmet Binders Film die für die Metropole am Hudson River so typische Mischung aus hektischer Betriebsamkeit und melancholischer Stille.
(Reign Over Me);
Drama;
USA 2007 - 125 Min.; ab 6;
Regie: Mike Binder;
Darsteller:
Adam Sandler (Charlie Fineman),
Don Cheadle (Alan Johnson),
Jada Pinkett Smith (Janeane Johnson),
Liv Tyler (Angela Oakhurst),
Saffron Burrows (Donna Remar),
Donald Sutherland (Richter Raines),
Robert Klein (Jonathan Timpleman),
Melinda Dillon (Ginger Timpelman),
Mike Binder (Bryan Sugarman).

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Er will nichts sehen und nichts hören. Wenn Charlie auf seinem Roller durch New York saust, trägt er seine Kopfhörer wie einen Schutzhelm. Als er zufällig auf seinen alten Studienfreund Alan trifft, weigert Charlie sich, ihn wiederzuerkennen: Er stammt aus einem Leben, das Charlie aus seinem Gedächtnis gelöscht hat. Es endete am 11. September 2001, als seine Familie bei den Terroranschlägen starb. Seitdem lebt Charlie in Charlies Welt. Eigentlich ist der verwahrloste Exzentriker ein Typ, mit dem man sich nicht belasten möchte. Doch Alan gibt nicht nach – und verbringt bald mehr Zeit mit Charlie als zu Hause: Er beneidet ihn um seine Unabhängigkeit. Doch sein neuer bester Freund wird immer unberechenbarer.
Regisseur Mike Binder verarbeitet in seinem Drehbuch Begegnungen mit Angehörigen der Opfer. Trotzdem ist „Die Liebe in mir“ kein Film über das 9/11-Trauma, sondern über das Leben mit einer Tragödie. Adam Sandler lehnte das Projekt zunächst ab, doch zum Glück überwand er seine Bedenken. Zumal Binder, wie Sandler ehemaliger Stand-up-Comedian, den schweren Stoff mit subtilem Humor anreichert.
Neben dem wunderbaren Don Cheadle spielt Musik die dritte Hauptrolle, besonders die Hymne „Love, Reign O’er Me“ von The Who. Der perfekte Soundtrack für diesen weisen Film, der zeigt, dass Trauer sich nicht immer in Tränen ausdrückt. Und dass es keine bessere Therapie gibt als Freundschaft.