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Für „My Blueberry Nights“ hat Hongkong-Regisseur Wong Kar-Wai nicht nur erstmals in den USA, sondern auch mit britischen und amerikanischen Darstellern gedreht: In ihrer ersten Filmrolle fährt Jazzsängerin Norah Jones mit gebrochenem Herz quer durch das Land und einer großen, neuen Liebe entgegen und trifft mit Natalie Portman und Rachel Weisz auch andere Menschen, die alle die traurigen Gefühle gescheiterter Beziehungen in sich tragen. Während Wong dabei erneut einige seiner bekannten Themen und Motive variiert, verschmelzen die erlesene Musik, lyrisch-reflexive Off-Gedanken und Neonlichtimpressionen in leicht überhitzten Farben abermals zu einer melancholischen Liebesgeschichte. Das Resultat ist allerdings weniger intensiv emotional als gewohnt, sondern wirkt wie eine leichte Brise. Zart, flüchtig, schön für den Moment.
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Drama;
USA / Hongkong / China 2007 - 95 Min.; ab 12; Regie: Wong Kar-wai; Musik: Ry Cooder; Darsteller: Norah Jones, Jude Law, Rachel Weisz, Natalie Portman, David Strathairn, Chan Marshall, Tim Roth, Ed Harris, Benjamin Kanes, Geoff Falk, Bill Hollis, Arnita Williams. www.myblueberrynights.de www.imdb.com |
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Das Leben banal, berauschend, bitter-süß, zwischen Höhen- und Sturzflug. Nach "In the Mood for Love" und "2046" überrascht Wong Kar-Wai mit einer romantischen Liebesgeschichte ausgerechnet in Amerika. Vor sieben Jahren verkündete er, dass zu viele andere Regisseure Wong Kar-Wai-Filme machten und er sich etwas Neues überlegen müsse. "My Blueberry Nights", sein englischsprachiges Debut, trägt trotz allem seine typische Handschrift, überzeugt durch die ihm eigene Bildsprache Neonlichter, ungewöhnliche Perspektiven, verwischte und gespiegelte Gesichter hinter Glasscheiben, grobkörnige Auflösung, das gekonnte Spiel mit verführerisch schönen Bildern, auch wenn dieses Mal nicht Kameramann Christopher Doyle das Licht setzte, sondern Darius Khondji. Die beseelte Musik gibt Tempo und Rhythmus vor (den Score schrieb Ry Cooder). Das zart-gefühlige und in Episoden eingeteilte Roadmovie (Wong Kar-Wai unternahm drei Reisen, um die optimalen Locations zu finden) verzaubert durch einen melancholischen Jude Law und eine Norah Jones in schauspielerischer Topform, der nicht anzumerken ist, dass sie erstmals in einem Spielfilm mitwirkt. Die Sängerin, die einige Songs zum Soundtrack beisteuert, steht ihrem männlichen Gegenpart an Ausstrahlungskraft nicht nach. Der Mix von West und Ost, pragmatischer US-Grundierung und einem betörenden Hauch Hongkong-Elegie wird zum filigran-versponnenen Höhenflug. Und der zärtliche Filmkuss macht schon jetzt Filmgeschichte. Wenn Law am Anfang dem am Tresen eingenickten Häufchen Elend behutsam einen Kuss "raubt", Krümel und Sahnerand um den Mund der Schlafenden danach verschwunden sind, möchte man diesen flüchtigen Augenblick festhalten, Symbol für die Zerbrechlichkeit und Launenhaftigkeit des Glücks. Schon deswegen muss man unbedingt ins Kino! |
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