Nominiert für 4 Oscars!
Beste Nebendarstellerin
Beste Ausstattung
Beste Kostüme
Bester Song

Der weltberühmte italienische Filmregisseur Guido Conti (Daniel Day-Lewis) schwimmt zwar gerade auf der Welle des Erfolgs und kostet seinen größten Hit aus, steht aber zugleich vor einer schweren Midlifecrisis. Der bevorstehende 40. Geburtstag kostet ihn nicht nur seine Nerven und Kreativität, sondern verstrickt ihn auch noch in ein kompliziertes Netz aus Affären, Streitereien und Leidenschaft mit den Frauen in seinem Leben - mit seiner Ehefrau (Marion Cotillard), seiner Geliebten (Penélope Cruz), einer amerikanischen Mode-Journalistin (Kate Hudson), seiner Agentin (Judi Dench), einer Muse (Nicole Kidman), der Verführerin aus seiner Jugend (Stacy Ferguson) und mit seiner verstorbenen Mutter (Sophia Loren). NINE ist nach "Chicago", der mit zahlreichen Oscars ausgezeichnet wurde, und "Die Geisha" die nächste Großproduktion von Regisseur Rob Marshall. Für die Hollywood-Verfilmung des erfolgreichen Musicals versammelte Marshall eine geradezu einschüchternde Besetzung von nicht weniger als sechs Oscar-Preisträgern.



USA 2009 - 112 Min.; ab 12;
Regie: Rob Marshall;
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Marion Cotillard, Sophia Loren, Judi Dench, Penelope Cruz, Nicole Kidman, Stacy Ferguson, Kate Hudson, Ricky Tognazzi, Giuseppe Cederna, Elio Germano, Roberto Nobile.

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Das italienische Kino der 60er Jahre ist auch international gefragt. Das ist nicht zuletzt einem Mann zu verdanken - Regisseur Guido Conti (Daniel Day-Lewis). Und selbst wenn seine vergangenen zwei Filme ausgemachte Flops waren, lassen ihn seine älteren Meisterwerke noch immer im hellsten Licht erstrahlen. Entsprechend groß ist der Wirbel, als er auf einer Pressekonferenz seinen neuen Film ankündigt. Ein Werk mit dem nicht gerade bescheidenen Titel „Italia“. Die Kulisse wird in den Cinecittà-Studios bereits gebaut, die Kostüme geschneidert und der Star des Films ist auch schon gefunden. Die Dreharbeiten könnten eigentlich beginnen, doch zu diesem denkbar ungünstigsten Zeitpunkt steckt der Maestro in seiner größten Schaffenskrise fest.

Ein Drehbuch hat Guido Conti noch nicht einmal begonnen zu schreiben und seine Muse und regelmäßige Hauptdarstellerin Claudia Jenssen (Nicole Kidman) hat aus eben diesem Grunde für das neue Projekt auch noch nicht zugesagt. Das einzige was jetzt noch helfen kann ist vollkommene Ruhe. Und so lässt der Meisterregisseur das hektische Rom hinter sich und taucht in einer kleinen Stadt an der Küste unter. Auf der Suche nach Inspiration umgibt er sich mit den Menschen, die ihm womöglich helfen könnten. Doch weder seine Geliebte (Penélope Cruz) oder seine Frau (Marion Cotillard), noch seine verstorbene Mutter (Sophia Loren) und der im selben Hotel weilende Kardinal, vermögen seine Dämonen zu vertreiben. Und so schwelgt Guido Conti in seinen Erinnerungen und durchlebt die wildesten Fantasien, um sein Gesamtkunstwerk zu formen.

Regisseur Rob Marshall hat sich mit seiner neuen Musical-Verfilmung endgültig zum Experten des Genres gemacht. Das lag nahe, hat Marshall doch seine Wurzeln selbst am Broadway. Dort begann er in den frühen 70er Jahren als Sänger und Tänzer und setzte seine Karriere nach einem Bandscheibenvorfall als Choreograf fort. Als solcher machte er sich einen guten Namen und als solcher arbeitet er unterdessen auch beim Film. Seine erste Musicalverfilmung „Chicago“ wurde dann auch gleich mit sechs Oscars prämiert. „Die Geisha“ heimste immerhin noch drei Trophäen ein. Inwieweit sein neues Werk - „Nine“ - mit Erfolg gekrönt wird, bleibt abzuwarten. Und inwiefern die Rechnung aufgeht, Rob Marshall mit der Kinofortsetzung der „Fluch der Karibik“ -Reihe zu betrauen, werden wir erst in 2011 sehen.

Eines steht auf jeden Fall fest, Rob Marshall gelingt es in seinen Filmen stets, den Zauber des Kinos zu entfesseln. Wie auf der Theaterbühne choreographiert er die einzelnen Bilder zu einer stimmigen Gesamtkomposition. Dabei sind nicht allein die Musicalauftritte der Akteure sehr gelungen sondern insbesondere auch die filmische Umsetzung einer Erzählung, die sich im ständigen Wechsel zwischen Fiktion und Realität bewegt. Hier schafft Marshall wahrlich schöne Übergänge, die in einem großartigen Schlussbild münden.

Ein weitgehend glückliches Händchen bewies Marshall auch mit seinem Schauspielerensemble. Dabei glänzen insbesondere all die Akteure, die sich hier auf eher ungewohntem Terrain bewegen und ihren Spaß an der Rolle auch zu vermitteln verstehen. Allen voran Daniel Day-Lewis als italienischer Regisseur in der Sinnkrise. Einer der wenigen Schauspieler, die womöglich auch das Telefonbuch fesselnd vortragen könnten. Weniger fesselnd hingegen bleibt die gesamte Story des Films, die sich allzu sehr um seine Hauptfigur rankt. Die Nebenfiguren verkommen dabei teilweise zu Stichwortgebern und können so nur durch ihre Musicaleinlagen glänzen. Für Fans eben solcher ist dieser Film jedoch ein Muss.