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Ein Jahr im Leben der Kaiserpinguine, davon erzählt die mit großartigen Bildern und einer anrührenden Geschichte aufwartende Tierdokumentation des französischen Biologen und Filmemachers Luc Jacquet. Es ist eine abenteuerliche, voller Gefahren und Herausforderungen steckende Parabel über Leben und Tod, die dominiert wird von der Liebe eines seltsamen, aber putzigen Vogels und dem Fortbestand seiner Rasse.
Es ist schon seltsam: während bei Nomadenvölkern die Nähe zu Nahrungsquellen den Ausschlag über den Aufenthaltsort gibt, zieht es die Kaiserpinguine, eine von zwei der insgesamt 17 Pinguinarten, die direkt am Südpol leben, die längste Zeit des Jahres mehrere Tagesmärsche weg vom Futternapf Ozean. Seltsam auch deshalb, weil sich der Kaiserpinguin doch gerade im Meer wirklich in seinem Element fühlt, hier wie ein Torpedo behände und elegant durchs Wasser gleitet. Stattdessen aber watscheln die an Land eher unbeholfenen Kaiserpinguine in endlosen Kolonnen tief durch die von Packeis zugefrorene Antarktis zu einem Ort - Pilgern auf der Reise zu einem Wallfahrtsort gleich -, der ihnen alle Jahre wieder zur Paarung und Aufzucht ihrer Küken dient. Dabei müssen sie sich nicht nur einer klirrenden Kälte von teilweise bis zu 40 Grad minus aussetzen, auch Schneestürme mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern sind auszuhalten. Mehrere Monate sind die Pinguine ohne Nahrung, während das Ei von den Pinguinvätern gebrütet wird, machen sich die Mütter erneut auf den strapaziösen Weg zum Meer und wieder zurück, um dann das hoffentlich noch lebende, vielleicht schon geschlüpfte Küken zu füttern und groß zu ziehen.
Luc Jacquet hat seine Tierdokumentation als eine Erzählung angelegt, in der drei Sprecher die Perspektive der Pinguine einnehmen, ihre Stimmen die männliche, die weibliche und die kindliche Sicht vertreten. Sie berichten von den jeden Februar mit Ende des antarktischen Sommers beginnenden Ritualen, die letztendlich nur einem dienen: dem Erhalt der Rasse. Luc Jacquet bezeichnet die Kaiserpinguine in seinem Film als "Volk der Verdammten" - weil sie Jahr für Jahr die gleichen Strapazen und Gefahren auf sich nehmen müssen, weil die Reise der Pinguine häufig auch mit dem Tod vieler Familienmitglieder endet. Sei es, weil Pinguine den Anstrengungen des langen Marsches nicht gewachsen sind, sich in der Einsamkeit der Eiswüste verirren, an Entkräftung oder Hunger sterben, Opfer der nahe der Wasseroberfläche lauernden Seeleoparden werden oder - im Fall der Küken - ein Ei frühzeitig erfriert, zerbricht oder ein frisch geschlüpfter Pinguin zur Beute von Sturmvögeln oder Raubmöwen wird.
Faszinierend ist freilich nicht nur der anschaulich dargestellte Überlebenskampf der Kaiserpinguine, faszinierend sind auch die Bilder aus der unwirtlichen, an einen fremden Planeten erinnernden Eislandschaft. Immer wieder beeindrucken Bildkompositionen, in denen das bläuliche Eis mit dem wärmenden Orange der verhalten scheinenden Sonne kontrastiert. Passend auch die Musik der jungen französischen Sängerin Emilie Simon, die bisweilen an die fragile Björk erinnert und mit ihrer Mischung kühler, aber poetischer Kompositionen mit elektronisch groovenden Sounds den richtigen Ton für diesen entspannenden und auch für Kinder bestens geeigneten Ausflug in die Welt der Kaiserpinguine liefert.
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