Drama;
Irland/Großbritannien 2006 -
135 Min.; ab 12;
Regie: Neil Jordan;
Darsteller:
Cillian Murphy (Patrick),
Liam Neeson (Vater Bernard),
Ruth Negga (Charlie),
Laurence Kinlan (Irwin),
Stephen Rea (Bertie),
Brendan Gleeson (John-Joe),
Conor McEvoy (Patrick, 10 Jahre),
Gavin Friday (Billy Hatchet),
Ian Hart (PC Wallis).

www.breakfast-on-pluto.de

www.breakfastonpluto.co.uk

www.imdb.com

Trailer (deutsch)

Trailer (english)
PRESSESTIMMEN:

Liebevoll, sehr cool und genau im richtigen Tempo erzählt. Umwerfend.
KulturSPIEGEL

Nach "Butcher Boy" nimmt sich Neil Jordan eines weiteren Romans von Patrick McCabe an, in dem er - wie bereits in "Crying Game" - Themen wie sexuelle Identität und den politischen Unfrieden im geteilten Irland aufgreift. Mit märchenhaften Bildern unterstützt, ist Cillian Murphys Suche nach einer eigenen Identität bemerkenswert.
Blickpunkt Film

Nach "The Crying Game" greift Neil Jordan erneut die Suche nach sexueller Identität auf und entwickelt vor dem Hintergrund des Irland-Konflikts in den 70er Jahren ein lustbetontes Drama und Popmärchen.
Mit "Breakfast on Pluto" verfilmt Neil Jordan nach "Butcher Boy" ein weiteres Buch von Patrick McCabe. Im Ton ganz anders - auf den ersten Blick weniger tiefgründig, aber auf den zweiten mit allen politischen Wassern gewaschen. Die Erzählung beginnt noch vor der Geburt mit der Zeugung durch einen Priester (vor dessen Türschwelle das Neugeborene in einem kleinen Kaff gefunden wird), schlägt dann den Bogen zur Kindheit von Patrick Braden, der schon früh in Schminke und Mädchenkleidern herumstolziert und damit Pflegemutter und die gesamte gestrenge Umgebung verzweifeln lässt. In der katholischen Schule macht er sich in den 60er Jahren mit Fragen nach Geschlechtsumwandlung auch keine Freunde, schon mal gar nicht, als er Pater Bernhard im Beichtstuhl auf seine mögliche Vaterschaft anspricht und in einem Aufsatz sich auch noch als dessen und einer naiven Haushaltshilfe illegitimen Spross beschreibt. Früh beginnt er von einem Treffen mit der unbekannten Mutter zu träumen. "Saint Kitten", wie er sich als Heranwachsender nennt, verführt mit Jugend, Charme und Androgynität. Seine erste Liebe, ein Leadsänger, engagiert ihn als Squaw auf der Bühne und wie auf einer Bühne läuft bald Kittens Leben ab. Er laviert sich durch alle Höhen und Tiefen, lacht seinen Feinden ins Gesicht, macht Bekanntschaft mit einem Gewalttäter, mit der IRA und landet sogar als Terrorist im Knast. Wie ein Wunder entkommt der Transvestit gefährlichsten Situationen.
In 36 Kapiteln ist die Suche nach Liebe und Verständnis nachgezeichnet, an dessen Ende eine anonyme Begegnung mit der Mutter in London steht, dem ultimativen Objekt seiner Sehnsucht. Shooting-Star Cillian Murphy spielt die schillernde Persönlichkeit, rast durch die einzelnen Stationen ohne eine wirkliche Entwicklung durchzumachen oder die Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen, zelebriert seinen glamourösen Auftritt als opulente One-Man-Show, wickelt Menschen mit einem Augenaufschlag um den Finger, wie den wehmütigen Stephen Rea als ihm verfallenen Zauberer. Gleichzeitig ist "Breakfast on Pluto" auch eine Geschichte über die Freundschaft von vier Außenseitern, die wie Pech und Schwefel seit Kindesbeinen zusammenhalten. Der bunte Mix aus Popkultur, Politik und Provokation nimmt mit auf einen spannenden Trip durch Zeit- und Musikgeschichte, umwerfender Soundtrack inklusive. Ein Wechselbad exzessiver Gefühle zum Genießen.