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Der selbstbewusste Handelsvertreter Herr Zenker muss erfahren, dass seine heile Welt, in der man sich noch zwanglos über einen neuen Mercedes S-Klasse freuen kann, schneller einstürzt, als er es wahr haben möchte. Da verliert er den Führerschein, sein Sohn hat sein Coming Out ausgerechnet mit seinem größten Rivalen Steven und zu guter Letzt verläßt ihn auch noch seine Frau.
Der als Tatort-Kommissar bekannte Schauspieler Edgar Selge spielt in eindringlicher Weise die tragische Figur des Herrn Zenker. Herausgekommen ist dabei, nicht zuletzt wegen dem witzigen und flotten Drehbuch eine originelle und putzmuntere Sommerkomödie. |
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Komödie;
Deutschland 2007 - 100 Min.; ab 6; Regie: Ingo Rasper; Darsteller: Edgar Selge, Florian Bartholomäi, Franziska Walser, Roman Knizka, Traute Hoess, Horst Krause, Gottfried Breitfuß, Waldemar Kobus, Eva Löbau. www.reinegeschmacksache.de www.imdb.com |
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Wolfi Zenkers (Edgar Selge) bis dato beschauliches Leben als Handelsvertreter für Damenoberbekleidung ist ganz schön aus den Fugen geraten. Denn seit im Traditionsmodehaus Goldberger die Uhren anders ticken und man weniger Wert legt auf Qualität, dafür mehr auf schicke Billigfummel, versteht er die Welt nicht mehr. Dabei hat er sich eben erst mit dem letzten Geld einen schicken Wagen gekauft, um was herzumachen, gerade gegenüber seinen Kundinnen. Zenker ist eben einer, der gern den Schein wahrt; dass er schon länger keinen Führerschein mehr hat, weiß daher keiner in der Familie. Als er seinen Sohn Karsten zum Flughafen fährt, wird er angehalten, und nun hat auch der Wachtmeister kein Erbarmen mehr: Fahrverbot. Für Zenker, für den Mobilität doch die Voraussetzung seiner Existenzsicherung ist. Aber Zenker fackelt nicht lange, wozu hat man Kinder: Dann soll Karsten (Florian Bartholomäi) eben nicht zur Sprachreise nach Spanien, sondern ihn die nächsten Wochen gefälligst durch die Provinz schippern. Keine Widerrede. Nicht die besten Voraussetzungen für ein entspanntes Familienleben. Auch mit seiner Frau Erika (Franziska Walser) läuft es nicht besonders, das Leben mit einem Egoisten macht bekanntlich keinen Spaß. Im Laufe des Films kommt es immer dicker: Die Geschäfte laufen immer schlechter, weil sich Zenkers Kundinnen überraschend für die moderne Billiglinie begeistern, die Zenkers Konkurrent, der junge Kollege Steven Brookmülller (Roman Knizka), den schwäbischen Boutiquenbesitzerinnen anpreist. Und dann funkt es auch noch zwischen Steven und Karsten... Das Drehbuch von Ingo Rasper und Tom Steuber hält, wie es sich für eine vernünftige, gut gemachte Komödie gehört, allerlei Turbulenzen bereit; es gibt viel zu lachen in diesem Film. Und so gewann "Reine Geschmackssache" auf dem Filmfestival Saarbrücken Anfang dieses Jahres auch den SR/ ZDF-Drehbuchpreis. Nachwuchstalent Florian Bartholomäi wurde ebenfalls gewürdigt als bester Nachwuchsdarsteller. Jungregisseur Rasper hat überhaupt einen sehr stimmigen Cast: Edgar Selge spielt den scheiternden Familienvater perfekt, mit der richtigen Mischung aus selbst verschuldetem Chaos und irritierendem Selbstbewusstsein. Bis in jede Nebenrolle ist dieser Film ideal besetzt. Das muss man erstmal hinkriegen. Das ist aber nicht der größte Verdienst dieser frechen, frischen Komödie: Was sie so sehenswert macht, ist, dass sie uns bissig sämtliche Klischees vom Leben in der Provinz präsentiert, über die wir herzhaft lachen dürfen. Aber Regisseur Rasper schafft es, dass wir zugleich mitfühlen und mitleiden, und zwar mit allen: mit Karsten, mit Erika, ja selbst mit Wolfi Zenker, dem großartigsten Versager seit langem. |
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