Komödie;
Kanada 2005 -
90 Min.; ab 12;
Regie: Ruba Nadda;
Darsteller:
Arsinée Khanjian, Shawn Doyle, Jeff Seymour, Fadia Nadda, David Alpay, Kathryn Winslow, Setta Keshishian, Roula Said, Aaron Abrams, Mary Lou Fallis, Kaylen Christensen.

www.alamodefilm.de

www.sabahthemovie.com

www.imdb.com

Trailer (english)
Wenn Sabahs Blick eine der westlichen Frauen in Minirock und schulterfreiem Oberteil streift, dann liegt darin sanfte Verachtung und auch etwas Neid. Verhüllt in einen Schleier und immer den Blick züchtig gen Boden gerichtet mauerblümelt Sabah durchs Leben, und an ihrem vierzigsten Geburtstag muss sie erkennen, dass Allah ihr die Zukunft einer alternden Jungfrau vorherbestimmt hat.
Erst als sie durch die Wiederentdeckung ihrer Leidenschaft für das Schwimmen dem Goldenen Käfig ihrer in religiösen Traditionen verwurzelten Familie zu entkommen sucht, mausert sich Sabah von einer muslimischen Aschenputtel in eine begehrenswerte, vor Erotik sprühenden Frau, die das Leben neu entdeckt. Im Schwimmbad streift sie mit dem Purdah, dem islamischen Schleier, auch die Zwänge ab, die ihr die Familie auferlegt hat. Der Prinz in dieser märchenhaften Cinderella Story heißt Stephen, ist blond, hat von der Religion Sabahs keinen blassen Schimmer und verzweifelt schier an den kulturellen Hürden, die er zu überwinden hat, um sie für sich zu gewinnen. Sabahs versuchter Spagat zwischen der Liebe zu einem Nicht-Muslim und ihrer Familie setzt eine romantische Komödie in Gang, die Regisseurin Ruba Nadda mit viel Wortwitz, Tempo und Timing inszeniert hat.
Sympathischerweise ist dies eine Komödie der Normalität, in der die alltäglichen kleinen Kulturkonflikte ironisch aufs Korn genommen werden, etwa wenn der im doppelten Sinne blauäugige Stephen Hamburger zum Lunch empfiehlt oder zum romantischen Abendessen Wein bestellt und Sabah mit Verweis auf den Koran dankend ablehnt. Einerseits werden hier also die Differenzen der Muslime zum Mainstream der Gesellschaft ausgemessen, andererseits wird deren Anspruch formuliert, mit ihren Eigenheiten fest zur neuen Gesellschaft zu gehören.