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SCHNITZELPARADIES
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Ein spaßiges Filmchen mit doch ernsthaften Hintergedanken über ein multikulturell zusammengewürfeltes Küchenteam hat der niederländische Regisseur Martin Koolhoven mit „Schnitzelparadies“ zubereitet. Seinen Landsleuten jedenfalls hat die flotte Satire um einen sympathischen marokkanischen Einwanderersohn und die hübsche Nichte seines Arbeitgebers bestens gemundet, der Film war 2005 als erfolgreichster holländischer Film gelistet. Nun wird auch in deutschen Kinos zu Tisch gebeten.
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| Die sympathische Komödie leidet zwar unter einigen Redundanzen, was aber durch ein irrwitziges Tempo, pointierte Dialoge und die ansteckende Spielfreude des Ensembles jederzeit wettgemacht wird. film-dienst Ein origineller Multikulti-Spaß, schnell, flapsig und manchmal ziemlich krude inszeniert, aber immer mit viel Liebe zu den schrägen Helden. Ohne in trüben Spülsteinrealismus zu verfallen, dafür mit eigensinnigem Humor, erzählt Regisseur Martin Koolhoven vom harten Leben der Emigranten in der Mitte Europas. |
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(Het Schnitzelparadijs)
Komödie; Niederlande 2005 - 82 Min.; ab 6; Regie: Martin Koolhoven ; Darsteller: Mounir Valentyn, Bracha van Doesburgh, Mimoun Oaïssa, Yahya Gaier, Mohammed Chaara, Sabri Saad el Hamus, Frank Lammers. Homepage (incl. Trailer) www.imdb.com |
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Papa könnte stolzer kaum sein. Ein Einser-Abi hat Sohnemann Nordip (Mounir Valentyn) hingelegt, und für den Besitzer eines Lebensmittel-Lädchens in einer niederländischen Kleinstadt ist der Fall ganz klar: Jetzt muss Medizin studiert werden, und dann ist die Integration der marokkanischen Familie endgültig geglückt. Doch Nordip gehört zur Generation Unentschlossen, er will erst einmal in die Welt schnuppern, und verdingt sich übergangsweise dort, wo ihn sein Vater als letztes sehen wollte: In der Küche des Hotels "Zum Blauen Geier". Dort jobben auch die anderen Einwanderer der niederländischen Kleinstadt: die arabischen Proleten Amimoen und Mo etwa, der pazifistisch-debile Türke Ali oder der Serbe Goran mit dem Irokesenschnitt, der mit düsterer Befriedigung Schweinehälften zerlegt. Zwischen Schälchen und Schnitzeln herrscht reinster Sozialdarwinismus. Ganz oben in der Hackordnung: Der niederländische Kochlehrling Sander, der die Einwandererkinder schikaniert, wo er kann und nur vor Chefkoch Willem buckelt, einem "Infectious Grooves"-Fan mit Spültuch-Bandana. Ganz unten: Nordip, der für's Töpfeschrubben zuständig ist. Was den jungen Mann an Ort und Stelle hält, ist Agnes (Bracha van Doesburgh), die blonde Bedienung des Hotels, Küchenengel und Nichte der Chefin zugleich. Agnes und Nordip verlieben sich, doch die Beziehung kommt nicht recht von der Stelle, weil die Niederländerin Sanktionen der Familie befürchtet, wenn sie sich offen zu einem Marokkaner bekennt. "Schnitzelparadies" - beworben als "der holländische Kassenschlager Nr. 1 im Jahr 2005" - ist eine sympathische Komödie mit einem enthusiastischen jungen Ensemble und eher simpel gestricktem Humor. Regisseur Martin Koolhoven hat sich das Einwanderermilieu als Tableau für temporeich aufgereihte, aber selten klischeefreie Gags ausgesucht. Zur Krise des Multikulturalismus in den Niederlanden, zu den Integrationsproblemen der ehemaligen Kolonialmacht hat der Film jedenfalls nichts zu erzählen. Wäre auch etwas zuviel erwartet. Statt dessen gibt's eine simple Liebesgeschichte, umrahmt vom Küchenchaos, in dem gern mal heimlich in die Pommes gespuckt wird und die Chefin lüstern hinter dem knackigen Spüler hergeistert. Große Teile des Films bestreiten die beiden marokkanischen Loser Amimoen und Mo mit dickhosigen und geistig schmalspurigen Streitereien, ein komödiantisches Terrain, das in Deutschland fest in der Hand der Herren "Erkan und Stefan" ist und inzwischen ziemlich abgegrast sein dürfte. "Schnitzelparadies" ist in seinen anarchischen Ansätzen ein grundsympathischer Film, richtig frisch sind die meisten Gags allerdings nicht mehr. Zurück in den Kochkontext übersetzt: Weniger Haute Cuisine, eher gut durcherhitzte Hausmannskost. Kann ja auch lecker sein. |
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