Einen berührend offenen Film über die wunderbare Freundschaft zwischen zwei Frauen sah Barbara Schweizerhof. "Das ist das Schöne an Schwedisch für Fortgeschrittene. Er handelt weniger davon, wie zwei Frauen ihre Midlife-Crisis bewältigen als vielmehr davon, wie gut sie sich gegenseitig dabei kennen lernen. ... In dieser Offenheit aber liegt gerade das berührende Moment dieses Films. Man würde weniger genau hinsehen, wenn man es vordekliniert bekäme. So aber ist man irritiert und gefesselt. Trotz ihrer völlig gewöhnlichen und alltäglichen Geschichte gehen einem Gudrun und Helena besonders nah."
Der Freitag

Den Spaß der beiden Frauen kann Thomas Volkmann uneingeschränkt teilen. Der Film "macht Mut, aus sich herauszugehen, den Frust und die Enttäuschungen im Zusammenleben mit Männern hinter sich zu lassen. ... Der im Original nach der Lieblingsdiskothek der beiden Frauen, dem "Heartbreak Hotel", benannte Filmspaß aus Schweden mit entsprechend mitreißenden Sounds vom Plattenteller versteht es, trotz manchmal etwas übertriebener Charakterzeichnungen, originell und kurzweilig zu sein. Ganz wesentlich tragen neben den spitzen Dialogen die gewollt selbstironischen Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen zum Gelingen bei, ihre Spielfreude springt förmlich auf den Kinozuschauer über."
01. Juli 2007 | programmkino.de
Zwei schwedische Frauen über 40 geraten auf der Straße aneinander und keifen sich an. Der Zufall lässt sie kurz darauf trotz dieses Zwischenfalls zu Freundinnen werden und beschert der einen die längst abhanden gekommene Portion Lebenslust wieder. Ihre Ex-Männer – und auch darum geht es in dieser voller Witz und Ausgelassenheit steckenden Frauenkomödie – haben unter diesen Umständen nichts zu lachen. Das Publikum dafür umso mehr.
(Heartbreak Hotel)
Komödie
Schweden 2006 - 102 Min.; ab 12;
Regie: Colin Nutley;
Darsterller:
Helena Bergström (Elisabeth Staf),
Maria Lundqvist (Gudrun Nyman),
Johan Rabaeus (Henrik Ek),
Claes Mansson (Ake Nyman),
Erica Braun (Liselotte Nyman),
Christoffer Svensson (Mathias Ek).

www.schwedischfuerfortgeschrittene.de (incl. dt. Trailer)

www.imdb.com

Das Leben muss nicht unbedingt mit 40 beginnen, aber auch nicht enden. Unter diesem Motto steht Colin Nutleys hinreißende Frauenkomödie aus dem hohen Norden. Keines dieser aufgespritzten Botox-Monster präsentiert hier mit starrem Lächeln die Wunder der Schönheitschirurgie, sondern ganz normale Frauen mit echten Fältchen und furioser Energie beweisen, dass ein positives Lebensgefühl keine Frage des Alters, sondern der Einstellung ist. Auch wenn am Anfang des Films für die Gynäkologin Elisabeth erst mal alles schief läuft. Ein Tag, den sie am liebsten aus ihrem Gedächtnis streichen möchte.

Mal machen sie Jünglinge an, die ihre Söhne sein könnten, trinken bis zum Umfallen und lassen sich im Suff auch schon mal von netten Polizisten nach Hause bringen. Beim "Blind Date" schwingen die Damen sich gar mit einer Horde schwerer Jungs auf schwere Maschinen. Und Gudrun lernt, die Vorteile eines Vibrators zu schätzen, für den ersten Orgasmus ist es eben nie zu spät. Manchmal führen sich die Ladies um die 40 auf wie Teenies mit 15 – zum Entsetzen von Tochter und Sohn, die die emanzipierten Mamas nicht mehr verstehen und sich genieren. Aber bevor es zu peinlich wird, fegen sie mit Humor und einer Träne ihren ganz persönlichen Herzschmerz und auch mögliche Publikumskritik weg bei dieser Gratwanderung zwischen Komik und Klamauk.

Die Temperamentsbündel kapieren, es gibt ein Leben nach Ehekrampf und Geschlechterkampf, und Lebenserfahrung muss nicht unbedingt das Schlechteste sein, auch wenn der finale Masterplan fürs Glück noch fehlt und Traurigkeit und Einsamkeit ganz schön weh tun. Die Männer im Land der Elche kommen nicht gut weg, sind Feiglinge oder Lügner, Weicheier oder Spießer. Oder alles zusammen. Pointierter Witz, sexy Charme und leise Melancholie, gewürzt mit einem feinen Spritzer Frivolität und Selbstironie. Eine unwiderstehliche Mischung.