FBW-Gutachten: Prädikat wertvoll
Monumentales Entertainment ohne drastische Gewaltszenen
und mit spürbar britischem Humor.

"Kino von der besten Sorte!" programmkino.de
Aus Englands scheinbar unerschöpflicher Monarchengeschichte sind es in Die Schwester der Königin die Frauen um König Heinrich VIII., die im Rampenlicht stehen. Mit eindrucksvoller Ausstattung und zeitgemäß opu lenten Kostümen agieren Natalie Portman und Scarlett Johansson - perfekt besetzt - als zwei selbstbewusste Schwestern, die manche Männer in ihrer Machtbesessenheit als Waisenkinder erscheinen lassen.
(The Other Boleyn Girl)
GB 2007 - 114 Min.; ab 12;
Regie: Justin Chadwick;
Darsteller:
Natalie Portman (Anne Boleyn),
Eric Bana (King Henry VIII),
Scarlett Johansson (Mary Boleyn),
Christopher Fosh (Nobleman),
TIffany Freisberg (Mary Talbot),
Jade Ramsey (Noble Twin),
Nikita Ramsey (Noble Twin),
Eddie Redmayne (William Stafford),
Kristin Scott Thomas (Lady Elizabeth),
Jim Sturgess (George Boleyn).

www.die-schwester-der-koenigin.de

www.imdb.com

Jeder kennt Heinrich VIII. von England, den Tudor-Fürsten, der jahrzehntelang regierte, der sechsmal verheiratet war, der zwei seiner Frauen umbringen ließ, der mit dem Papst brach und der am Ende seines Lebens nur noch ein unförmiger feister Sack war.

Aber nicht alle kennen das Schicksal von Anne Boleyn, einer schönen, ehrgeizigen Landpomeranze, die vom König begehrt wurde, wegen der er seine Gemahlin Katharina verstieß, die Heinrich so lange hinhielt, bis sie selbst Königin werden durfte, die der Dynastie keinen Sohn als sehnlich erwarteten Erben schenken konnte und die schließlich unschuldig schuldig gesprochen auf dem Schafott endete.

Philippa Gregor hat das Leben von Anne und ihrer Schwester Mary in einem Roman festgehalten. Neben den historischen Fakten ist dabei natürlich auch vieles fiktiv, dazu erfunden, phantasievoll und dichterisch überhöht. Aber ein schöner Film ist jetzt darauf basierend entstanden. Kino von der besten Sorte.

Der König wird von Annes Vater Sir Thomas und ihrem Onkel, dem Herzog von Norfolk, auf den Landsitz der Boleyn eingeladen. Diese beiden windigen Herrschaften wollen durch ein Verhältnis des Königs mit einer der Töchter finanziell und gesellschaftlich gewinnen. Die Liebe darf dabei keine Rolle spielen.

Eigentlich wäre Anne für den König bestimmt, doch der verliebt sich in die bereits verheiratete Mary. Macht nichts, der Ehemann ist einverstanden.

Nicht so Anne. Zwischen den beiden Schwestern entsteht eine jahrelange Hass-Liebe. Mary ist die menschlichere, aber Anne die stärkere. Anne Boleyn gewinnt, wird wie gesagt sogar Königin – wenn auch letztlich eine unglückliche.

Das Hofleben, der emotionale, hin und her gerissene Charakter des Königs, die problematische Hochs und Tiefs durchmachende Beziehung zwischen den beiden Schwestern, die spitzfindigen Machenschaften und Intrigen, die Schicksalsschläge sowohl Marys als auch Annes, dazu die zeremoniellen Verhaltensformen, die gewählten Dialoge, die ausgesuchten Örtlichkeiten, die prächtige Ausstattung, das alles wird kinomäßig, auf Effekt ausgerichtet und publikumswirksam geschildert, aber auf sehr hohem Niveau. Wie gesagt Kino von der besten Sorte.

Ein Lob also dem Regisseur, den Ausstattern sowie den Schauspielern. Eine feine Liste: Natalie Portman (Anne), Scarlett Johansson (Mary), Eric Bana (Heinrich), Kristin Scott Thomas (Lady Elizabeth Boleyn), David Morrissey (Herzog von Norfolk), Mark Rylance (Sir Thomas Boleyn), Ana Torrent (Katharina von Aragon).