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Im Gegensatz zu vielen amerikanischen Filmen, die aktuelle politische Themen behandeln, geht Altmeister Claude Chabrol einen anderen Weg. Auf vielschichtige, extrem subtile Weise zeigt er die Faszination von Macht und den Missbrauch, zu der sie verleitet. Besonders Isabelle Huppert brilliert einmal mehr als Richterin, die gegen Korruption angehen will und langsam selbst den Möglichkeiten der Macht zu erliegen scheint.
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(L' ivresse du pouvoir)
Drama;
Frankreich/Deutschland 2006 - 110 Min.; ab 12;
Regie: Claude Chabrol;
Darsteller: Isabelle Huppert (Jeanne),
François Berléand (Humeau),
Patrick Bruel (Sibaud),
Stéphane Audran (Rosa),
Jean-François Balmer (Boldi),
Jacques Boudet (Descarts),
Jean-Christophe Bouvet (Parlebas),
Marilyne Canto (Erika),
Thomas Chabrol (Félix),.
Original Site
www.imdb.com
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Claude Chabrol, der Großmeister der bissigen Gesellschaftsanalyse, packt mit "Geheime Staatsaffären" ein besonders heißes Eisen an: sein Polit-Thriller ist inspiriert von der wahren Geschichte um die Affäre der Öl-Gesellschaft Elf Quitaine,d ie in den neunziger Jahren Frankreich erschütterte. Ein neuer, kritischer und präziser Blick in bester Hitchcock-Manier auf das immerwährende Spiel um Macht und Einfluss.
Der Spiegel
Aus dem Elf-Aquitaine-Korruptionsskandal machte der Großmeister des französischen Films, der 76-jährige Claude Chabrol, einen Film. Die hochkomplizierte Geschichte reduzierte er zu einer Parabel um Geld und Macht. Im Zentrum steht eine unerschrockene Untersuchungsrichterin - auch sie gab es in Wirklichkeit -, gespielt wird sie von der Kinolegende Isabelle Huppert. Korruption und Machtmissbrauch - diesem schweren Thema hat sich Chabrol mit Leichtigkeit und Witz genähert.
ZDF Aspekte
Eine engagierte französische Richterin mag die korrupten Deals zwischen Wirtschaftsmagnaten und Politikern nicht länger hinnehmen, setzt zum Kreuzzug für die Gerechtigkeit an und lernt selbst das süße und korrumpierende Gefühl der wachsenden Macht kennen. Ein fesselnder und boshafter Thriller über menschliche Moral, wie man es von Chabrol kennt und immer wieder gern anschaut Angelehnt an die skandalöse Elf-Aquitaine-Affäre.
KulturSPIEGEL
Ein Gruppenbild mit Dame. Claude Chabrol seziert einmal mehr die französische Gesellschaft und deckt Missstände in wirtschaftlichen und politischen Kreisen auf. In „Geheime Staatsaffären“ geht es um den Missbrauch von Macht, um Bestechung auf hoher Ebene, um Wirtschaftskriminalität mit staatlichem Segen, weil die wirtschaftliche Expansion auch im staatspolitischen Interesse liegt. Unerbittlich zeigt Chabrol auch die Ohnmacht des Staates, dauerhaft den Augiasstall von Korruption und machtpolitischen Ränkespielen auszukehren und aufzuräumen.
Chabrols meisterlicher Film ist aber vor allem das Porträt einer Frau, die ihre ganze Energie und Kraft auf die Aufklärung der dubiosen Fälle konzentriert, da sie zuhause keine Wärme mehr findet und selbst längst zu einem „Marmorbild“ geworden scheint. (...)
Chabrol erzählt dieses Drama mit kühlen Bildern und meist in Blautönen, aus denen allein die roten Handschuhe der Richterin wie in Blut getauchte Hände einen Hauch von Leidenschaft symbolisieren. (...)
Isabelle Huppert als Hauptdarstellerin legt es nicht darauf an, dem Publikum zu gefallen, sie geht in ihrer Rolle auf. Eine ganze Riege exzellenter Nebendarsteller, viele von ihnen Männer im sogenannten besten Alter als Industriekapitäne und Manager, geben dem Film einen Hauch von Authentizität, von Demaskierung und Sittenbild. Chabrol hat ein genaues Auge für die Rituale der Macht, findet interessante Methoden der „Dekonstruktion“. Die Kamera, der Untersuchungsrichterin auf den Fersen, ist des öfteren dabei, wie mächtige und keinen Widerspruch gewohnte Männer plötzlich ihre Autorität verlieren, weil gegen sie ermittelt wird. (...)
„Geheime Staatsaffären“ ist ein Sittenbild, im virtuosen Strich durchaus den großen Romanen Balzacs verwandt. Das Gesellschafts- und Wirtschaftsbild, das Chabrol hier zeichnet, ist ein wenig schmeichelhaftes Porträt Frankreichs und der modernen Industriegesellschaft. Der deutsche Film hat von solcher Sezierschärfe leider wenig aufzuweisen. Der Spielfilm zur VW-Affäre zum Beispiel lässt noch auf sich warten.
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