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Als Lehrerin Sheba ihre neue Stelle antritt, erkennt die ältere Kollegin Barbara in ihr eine Seelenverwandte. Obwohl Sheba verheiratet ist, träumt Barbara davon, ihr näher zu kommen. Als sie Shebas Affäre mit einem Schüler entdeckt, benutzt sie diese als Druckmittel, um Sheba stärker an sich zu binden. Doch als Sheba ihren Lover nicht aufgeben kann, gibt Barbara dem Schicksal einen folgenschweren Anstoß.
Ungeachtet von Philipp Glass' überdramatisierender Musik glänzt Richard Eyres Film durch Subtilität. Beide Hauptfiguren und ihre emotionale Welt werden für den Zuschauer transparent, und die Irrationalität der Obsession, die beide pflegen, wird gut herausgearbeitet. Auch die Dialoge überzeugen durch Biss und Witz, doch die eigentlichen Trumpfkarten des Films sind seine Stars Judi Dench und Cate Blanchett. |
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(Notes on a Scandal)
Drama; GB/USA 2006 - 98 Min.; ab 12; Regie: Richard Eyre; Darsteller: Cate Blanchett (Sheba Hart), Dame Judi Dench (Barbara Covett), Andrew Simpson (Steven Connolly), Bill Nighy, Philip Davis, Michael Maloney, Joanna Scanlan, Julia McKenzie, Shaun Parkes. www.tagebuch-eines-skandals.de (incl. dt. Trailer) www.imdb.com Trailer (english) |
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Im französischen Kino haben extracurriculare Beziehungen eine größere Tradition als im englischsprachigen - ob nun Lehrerinnen mit Schülern (Pierre Granier-Deferres "Erpresst - Das geheimnisvolle Foto") oder Lehrer mit Schülerinnen (Jean-Claude Brisseaus "Weiße Hochzeit") heiße Affären pflegen. Richard Eyres Verfilmung von Zoe Hellers Roman "Tagebuch einer Verführung" schließt nun diese Lücke, ist aber weit mehr als die Chronik einer tabuisierten Verbindung, wie sie durch Mary Kay LeTourneaus Fall in den Neunzigerjahren Schlagzeilen machte. Erzählerin Barbara Covett (Judi Dench) führt mit denkwürdigen Dialogen zwischen bissig-spöttisch und introspektiv durch die Ereignisse, an der Schule, in der sie seit Jahren unterrichtet. Sheba Hart (Cate Blanchett) ist die neue Kollegin, die ihr sofort durch ihre Aura von Anmut, Verwundbarkeit und emotionaler Offenheit auffällt. Die beiden Frauen, die Dominanz und Fragilität repräsentieren, beginnen eine Freundschaft. Für Barbara ist es von Beginn an mehr, doch Sheba wirkt unerreichbar, hat einen Mann, zwei Kinder und scheinbar eine glückliche Beziehung. Doch die Stunde der Älteren schlägt, als sie die Jüngere beim Sex mit einem 15-jährigen Schüler ertappt. Von nun an spinnt sie das Netz, in das sich ihr naives Opfer rettungslos verfängt. Barbara fordert das sofortige Ende der Affäre und mehr Aufmerksamkeit für sich, drängt sich immer stärker in das Leben Shebas, hat in der unausgesprochenen Drohung, das Geheimnis platzen lassen zu können, ein wirksames Druckmittel. Als ihre "Seelenverwandte" trotz mehrerer Versuche ihren minderjährigen Lover nicht aufgeben kann, gibt Barbara dem Schicksal einen folgenschweren Anstoß. Das einzige Missverständnis des neuen Films von Theaterspezialist Richard Eyre ("Iris") ist die viel zu stark auf volles Orchester programmierte Musik von Philip Glass, die selbst aus dem Öffnen einer Türe noch ein epochales Ereignis macht. Davon abgesehen ist "Tagebuch eines Skandals" mit Feingefühl eingestellt. Das Drehbuch von Patrick Marber ("Hautnah") arbeitet das Irrationale dieser zweifachen Obsession gut heraus, wie auch die emotionale Welt beider Frauen, die grundverschieden sind, aber sich beide als deplatziert empfinden. Dench ist die Vampirin, die sich allen überlegen fühlt und ihre Opfer manipuliert und benutzt. Blanchett die unerfüllte Frau, die eigentlich den falschen Mann geheiratet hat und in einem Impuls die Befreiung sucht, obwohl ihr jugendlicher Bewunderer weder körperlich noch in seiner Persönlichkeit die Attraktion begründet. Die darstellerischen Leistungen von Dench und Blanchett sind die Trumpfkarten dieses Dramas, das sich trotz des reißerischen Themas nie dem Spekulativen ergibt. |
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