(Terkel i knibe)
Animation;
Dänemark 2005 - 78 Min.; ab 12;
Regie: Stefan Fjeldmark, Thorbjørn Christoffersen, Kresten Vestbjerg Andersen.

www.terkel.de

www.imdb.com

Trailer (deutsch)
Unsere skandinavischen Nachbarn haben im Bereich der Computeranimation in Europa zurzeit die lustigsten Einfälle, auch wenn die Filme selten den Sprung in unsere Kinos schaffen. Eine Ausnahme ist die dänische CGI-Produktion "Terkel in Trouble", die eine aberwitzige Geschichte um die enormen Schwierigkeiten eines jugendlichen Losertypen erzählt. Der Antiheld Terkel hat genau jene Probleme, die man eben so hat, wenn man gerade die siebte Klasse besucht und Zahnspangen sowie Ringelpullover tragen muss: Die Eltern hören nie zu, die kleine Schwester nervt, und weil Terkel ein ziemlich ängstlicher Schleimscheißer ist, gehört er auch noch zu den Lieblingsopfern der Klassenrowdys. So weit, so normal. Zudem aber erhält Terkel fiese Morddrohungen. Irgendjemand nennt ihn einen Tierquäler und trachtet ihm ganz handfest nach dem Leben. Wie gut, dass wenigstens sein Freund Jason immer eine Eisenstange dabei hat, denn: "Man kann ja nie wissen, wozu man sie noch einmal braucht."
Der Humor der Komödie ist durchweg bitterböse und politisch ganz und gar unkorrekt: Horrorfilmzitate jagen einander, Terkels Schwester Rita verstümmelt sich in einer Serie grausamer Unfälle selbst aufs Furchtbarste, der einen Kindernotruf betreuende Onkel Stewart ist ein übler Säufer und Schläger, ein softer Waldorfpädagoge erweist sich als Psychopath. Und als die ständig gemobbte dicke Dorit vor den Augen ihrer Mitschüler aus dem Fenster springt, weint ihr niemand eine Träne nach: "Sie war halt nur eine dumme, fette Kuh!"
Bei aller Übertreibung im Detail sind die Situationen trotz allem eigentlich wie aus dem Leben gegriffen: Mit Terkel und seinen Problemen kann sich nahezu jeder identifizieren. Was allerdings nicht unbedingt bedeutet, dass sich auch jeder "Terkel in Trouble" ansehen sollte. Sagen wir es so: Wer als Zwölfjähriger noch mit seinem Teddy ins Bett geht, bleibt in diesem Fall vielleicht doch besser daheim.
Uneingeschränkt zu loben ist übrigens die deutsche Synchronisation des Films, in der Bela B. Felsenheimer als Sprecher sämtlicher Charaktere reüssiert und auch noch alle Songs singt, die ? auch in der dänischen Originalfassung ? zwar nicht besonders clever in die Handlung integriert wurden, für sich genommen aber genauso grausam-witzig sind wie der Rest des Films.