Komödie/Drama;
D 2005 - 87 Min.; o.A.;
Regie: Neele Leana Vollmar;
Darsteller:
Gustav Peter Wöhler, Meret Becker, Petra Zieser, Lars Rudolph, Luisa Sappelt, Philip Stölken, Anna Boettcher, Falk Rockstroh.

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Rolf Köster ist ein moderner Jedermann. Wenn er nach seinem Befinden gefragt wird, pflegt er mit einem Lächeln
auf den Lippen zu antworten: "Prima. Alles prima. Wie immer." In Wahrheit hat er die Lust am Leben längst verloren und sich der Tretmühle ergeben. Seiner Familie geht der Bankkassierer systematisch aus dem Weg, das einsame Frühstück ist auch schon der Höhepunkt seiner Tage.
Köster weiß weder über die Geburtstagsgeschenke für seine Kinder Bescheid noch über die Affäre seiner Frau. Die regelmäßig wiederkehrenden Übelkeitsanfälle, die ihn auch bei der Arbeit heimsuchen, möchte er am liebsten ignorieren. Erst als sein Arzt Alarm schlägt, zwingt der Chef Herrn Köster zu einer längeren Auszeit.
Obwohl die Bilder des Films in der Realität verhaftet bleiben, beginnt an dieser Stelle das Märchen: Anfangs über-fordert vom Freizeitzuwachs, entledigt sich Köster zusehends seiner emotionalen Taubheit. Mit Hilfe einer chaotischen Taxifahrerin stößt er auf längst verloren geglaubte Stücke seiner Seele.
Dass dies nicht pathetisch wirkt, ist Hauptdarsteller Gustav Peter Wöhler zu verdanken. Nach undankbaren Neben-rollen wie in "Der Fischer und seine Frau" kann er hier seine Klasse zeigen. Die Wandlung vom verknöcherten Spießer zum vorsichtigen Entdecker einer neuen Freiheit spielt er zurückgenommen und absolut glaubwürdig. So nimmt man aus dem am Ende sogar humorvollen Film die Anregung mit, den eigenen Alltag zu überdenken.