Während des Franco-Regimes herrscht auch in einem spanischen Waisenhaus der Terror. Eines der Kinder ist das Mädchen Laura. Jahre später, inzwischen Mutter eines HIV-infizierten Sohnes, will sie das Heim wieder eröffnen. Schon bald findet der achtjährige Simón Spielkameraden - die allerdings nur er sieht. Bei der Einweihungsfeier verschwindet der Junge spurlos. Für die Eltern beginnt ein Albtraum aus Hoffen und Bangen...
(El Orfanato)
Mexiko / Spanien 2007 - 102 Min.; ab 12;
Regie: Juan Antonio Bayona;
Darsteller:
Belén Rueda, Fernando Cayo, Roger Príncep, Geraldine Chaplin, Mabel Rivera, Montserrat Carulla, Andrés Gertrúdix .

www.daswaisenhaus.senator.de

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„Das Waisenhaus ist ein wunderbarer Gruselfilm alter Schule, der gänzlich auf digitale Effekte verzichtet. Er ist das Debüt eines jungen, aufmerksamen Regisseurs, der von Anfang an alles richtig macht. Juan Antonio Bayona erzählt ein böses Märchen, einen finsteren Kindertraum und keinen effekthascherischen Horror, wie er gerade in amerikanischen Produktionen sehr beliebt ist. Bayona setzt ganz auf die alten Ingredienzien, die einen Film zum atmosphärischen Grusel emporheben.
Da gibt es einmal das majestätisch anmutende, einsam an einer Steilküste gelegene Herrenhaus, das mit seiner äußerst beeindruckenden Fassade, mit seinen knarzenden Holzböden und seinen vielen Geheimnissen als ein Hauptprotagonist bezeichnet werden darf. Der kleine Simon hat mangels realer Nachbarskinder imaginäre Freunde. Doch vielleicht sind diese doch nicht so imaginär sondern vielmehr real? Die Todesnähe zieht sich als Motiv durch den Film. Simon ist HIV-positiv, was er selbst nicht weiß. Genauso wenig weiß er, dass er adoptiert ist. Doch seine imaginären Spielkameraden sagen ihm, dass er nicht wachsen wird, genau wie sie selbst. Nach und nach braut sich eine Atmosphäre des Grauens zusammen, in der alles möglich zu sein scheint.
Mit Laura erlebt der Zuschauer eine unheimliche Reise in deren Vergangenheit, die spannend und unheimlich bleibt.
Die subtile Spannung des Films verstört und hält den Zuschauer bis zuletzt in einer Art Starre in seinem Kinosessel. Der Film ist berührend und lähmend zugleich. In einer Gastrolle als blindes Medium tritt die bezaubernde Geraldine Chaplin auf. Sie sagt den Schlüsselsatz des Films: „Man muss nicht sehen, um zu glauben, man muss glauben, um zu sehen.“