(Wallace & Gromit - The Curse of the Were-Rabbit)
Trickfilm/Abenteuer;
GB 2005 - 85 Min.; ab 6;
Regie: Steve Box, Nick Park;
Stimmen:
Peter Sallis (Wallace),
Ralph Fiennes (Lord Victor Quartermaine),
Helena Bonham Carter (Lady Tottington),
Peter Kay (PC McIntosh).

movies.uip.de/wallaceandgromit

www.wandg.com

imdb.com

Trailer
Im Vorprogramm:
Madagascar - Pinguine in vorweihnachtlicher Mission“

“Großartig!”
(Süddeutsche Zeitung)
Hoch professionell und liebevoll bis ins kleinste Detail... mit unschuldigem Charme und visuellen Witz.”
(Blickpunkt Film)
“Bahnbrechendes Animationskino, das sich mit einer herrlich verrückten Story und verblüffender Technik für einen (weiteren) Oscar empfiehlt.” (Cinema)
“Sehr britisch und sehr lustig!”
(KulturSPIEGEL)

Das Gemüse ist in größter Gefahr. Einen "vegetarischen Horrorfilm" nennt Regisseur Nick Park konsequenterweise das erste Langfilm-Knetabenteuer von Cracker- und Tee-Spießer Wallace und seinem smarten Hund Gromit. In etwas über 90 charmant-amüsanten Minuten jagt das Duo ein in Gemüsebeeten wilderndes Monsterkarnickel und zwangsläufig auch "Hennen rennen", das mit 1,9 Millionen Zuschauern erfolgreiche Kinodebüt der Plastilinschmiede Aardman.
Nachdem die in nostalgischer Stop-Motion-Technik animierten Knethelden trotz dreier populärer Kurzfilme von traumatisierten Hühnern um ihr Kinodebüt gebracht wurden, erfahren sie jetzt Genugtuung. Die kreativen Kräfte, die auch schon für die Kurzfilme verantwortlich zeichneten, stehen auch hinter diesem Abenteuer, das weniger bedrohlich als "Hennen rennen" eine kindgerechte Geschichte erzählt, die auch Erwachsenen genügend witzige Anreize bietet. Geradlinig entfalten sich die dramatischen Ereignisse um einen im tiefsten Britannien abgehaltenen Wettbewerb, bei dem Gemüsezuchtexzesse prämiert werden. Damit diese Prachtprodukte nicht von übermütigen Karnickeln vernichtet werden, wird das wertvolle Erdgut mit Hi-Tech-Gewächshäusern und einem Wachdienst geschützt. Hier tritt Daniel Düsentrieb Wallace auf den Plan, um mit seinen schrägen Erfindungen lästige Nager zu jagen. Die neueste Kreation saugt alle Karnickel von Lady Tottingtons Besitz aus den Erdlöchern in einen Behälter, wo sie dann schwere- und verständnislos schweben, bis sie im Haus von Wallace & Gromit deponiert werden. Weil das Duo und auch Lady Tottington Tierfreunde sind, verliert kein Langohr sein Leben, wohl aber die Freiheit. Das daraus resultierende Platzproblem glaubt Wallace nur mit einer drastischen Maßnahme beheben zu können. Vermutlich inspiriert von Klassikern wie "Die Fliege" oder "Uhrwerk Orange" wagt er die Umprogrammierung des Karnickelverstands, der durch Verbindung menschlich-animalischer Gehirnströme auf einen "Keine-Macht-den-Karotten-Kurs " gebracht werden soll. Bedauerlicherweise geht das Experiment schief, mutiert das Versuchskaninchen allmählich zu Wallace und selbiger bei Vollmond zum monströsen Karnickel, das in den Gemüsegärten Twister spielt und eine Spur der Verwüstung zurücklässt. Was immer der Fan von einem Wer-Karnickel-Stoff erwartet, wird erfüllt. Es gibt spektakuläre ober- und unterirdische Verfolgungsjagden inklusive eines Luftkampfs zwischen zwei Hunden, der den Terminus "Dogfight" auf seine wahren Wurzeln zurückführt. Erwartet werden dürfen auch eine haarige Verwandlungsszene, eine flammende, vom Orgelspieler zusätzlich dramatisierte Priester-Ansprache und eine zarte Lovestory, bei der Wallace Lady Tottington und deren schießwütigen Verehrer auf Distanz halten muss. Eine Aura von sympathischer Unschuld durchdringt den Film, selbst wenn Gottesdiener in Zeitungen wie "Nun-Wrestling" inneren Frieden suchen. Wie viele Aardman-Produktionen surft auch dieses professionell und liebevoll inszenierte Projekt durch die Filmgeschichte, findet man Zitate von "Hatari", "Frankenstein" bis hin zu "King Kong". Auch wenn die Dramatik der Story nicht an "Hennen rennen" heranreicht und die Macher ihr Potenzial an schwarzem Humor mit Rücksicht auf jüngeres Publikum nicht ausschöpfen, entzieht sich ein Held jeglicher Kritik. Vierbeiner Gromit hat die besten Szenen, setzt mit komischer, minimalistischer Mimik immer wieder Höhepunkte. Ob er nun entnervt die Augen verdreht, als im Radio "Bright Eyes" (das Thema der Hasentragödie "Watership Down") angespielt wird, oder einen aggressiven Kampfhund stoisch seinem Schicksal überlässt. Marcel Marceau hat seinen Meister gefunden.