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Ein Märchen wie aus 1001er Nacht: Ein junges Mädchen gewinnt nicht nur die Liebe ihres verschollen geglaubten Vaters, sondern auch das berühmteste Reitturnier von Marrakesch. Vor der pittoresken Kulisse des Atlasgebirges erzählt Regisseur Bourlem Guerdjou eine konventionelle Abenteuergeschichte für reifere Kinder und Jugendliche. - Ausgezeichnet mit dem Zuschauerpreis beim Internationalen Filmfestival Locarno 2005.
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Abenteuerfilm;
D/F 2005 - 100 Min.; ab 6; Regie: Bourlem Guerdjou; Darsteller: Aziza Nadir (Zaïna), Sami Bouajila (Mustapha), Simon Abkarian (Omar), Michel Favory (Abdellatif), Assaad Bouab (Kadour), Lounès Tazairt (Barak), Hassam Ghancy (Djilhali), Taieb Ajedig (Moncef), Mohamed Bouhiri (Hassan), Mohamed Majd (Imam). www.wendy.de/zaina www.imdb.com |
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Ein beliebtes Erzählmuster in Jugendfilmen funktioniert so: Die junge Hauptfigur ist eine unsichere und zweifelnde Person, die durch äußerst unglückliche Umstände, wie zum Beispiel den Tod der Eltern (oder eines Elternteils), in einen permanenten Trauerzustand verfällt. Durch eine Begegnung überdenkt sie ihr Leben, sie schöpft Selbstbewusstsein, wächst schließlich über sich hinaus und überwindet ihre Trauer. Auch „Zaïna Königin der Pferde“ hält sich an diesen Handlungsverlauf: Die 11-jährige Zaïna (Aziza Nadir) ist ein mürrisches und stures Mädchen. Ihre Wut ist ein Ausdruck der Trauer, denn kürzlich ist ihre Mutter auf tragische Weise gestorben. Nicht ganz unschuldig daran war ihr zwielichtiger Pflegevater Omar (Simon Abkarian), der mit Augen so schwarz wie türkischer Mokka jetzt das Sorgerecht für das Mädchen einfordert. Aus dem Nichts taucht allerdings Mustapha (Sami Bouajila) auf, Zaïnas leibhaftiger Vater, der mit seiner Tochter nach Marrakesch flieht. Dort erwartet die beiden das ruhmreichste aller Pferderennen, das Agdal. „Zaïna Königin der Pferde“ funktioniert wunderbar als Abenteuer- und Verfolgungsjagd, denn Omar lässt nichts versucht, seine Pflegetochter wieder einzufangen. Gleichzeitig ist dies aber auch eine Erzählung über das ewige Suchen und Finden der Bestimmung im Leben. Es bedarf erst so mancher Mutproben und Vertrauensbeweise bevor sich (leibhaftiger) Vater und Tochter ein wenig näher kommen. Zum Glück werden die beiden von ein paar ganz putzigen Pferden auf ihrer Reise begleitet, die hier quasi als Vermittler zwischen den zwei verletzten Seelen rumwiehern. „Zaïna Königin der Pferde“ ist somit auch eine Art archaisches Roadmovie. Vor der dankbaren Kulisse des Atlasgebirges und den Schnee bedeckten Hügeln verzeiht man dem Film dann auch gerne die eine oder andere stilistische Schwäche. So überrascht zwischendurch die Härte und die Gewalt, wenn sich Mustapha mit seinen Verfolgern blutige Messer- und Schwertkämpfe liefert, die für ein Kinderpublikum mitunter zu grausam sein könnten. Wer sich stattdessen nur für die Darstellung von Pferden im Film interessiert kommt natürlich voll auf seine Kosten. Hier wimmelt es nur so von arabischen Vollblütern, die gemeinsam um die Wette rennen, während um sie herum die Säbel gewetzt werden. Dass bei aller Konventionalität die Spannung dennoch nicht auf der Strecke bleibt, ist eine der herausragenden Leistungen dieser Erzählung. Alle drei Hauptdarsteller spielen mit großem Verve und überzeugender Abenteuerlust, so dass der Film im letzten Jahr zu Recht mit dem Publikumspreis in Locarno ausgezeichnet wurde. |
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