Indie-Liebling David Gordon Green wagt unter der Ägide des allgegenwärtigen Comedy-Produzenten Judd Apatow ("Superbad", "Beim ersten Mal") den Sprung in den Mainstream, mit einer Kifferkomödie im Stil von "The Big Lebowski", die sich im Verlauf ihrer immer verworreneren Handlung zu einem verblüffend taffen Actionfilm mausert und Seth Rogen und den hinreißenden James Franco auf den Spuren der von Brad Pitt gespielten Figur in "True Romance" wandeln lässt.
Originaltitel: The Pineapple Express
USA 2008 - 112 Min.; ab 16;
Regie: David Gordon Green;
Darsteller:
Seth Rogen, James Franco, Rosie Perez, Bill Hader, Gary Cole, Danny McBride, Amber Heard, James Remar.

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Apatows Mannkind-Favorit Seth Rogen schrieb das Drehbuch für die Kifferkomödie mit Evan Goldberg, mit dem er bereits die Obszönitäten-Orgie "Superbad" ausheckte. Das erprobte Apatowsche Erfolgsrezept von unflätigen (Un)Reifeprüfungen nur unwillig erwachsen werdender Kindsköpfe erweitern sie dabei mit einem relativ aufwändigen Actionelement, das sich aus dem Krieg zwischen zwei rivalisierenden Drogenbanden ergibt. Ins Kreuzfeuer davon geraten die Protagonisten Dale Denton (Rogen) und Saul Silver (James Franco aus der "Spiderman"-Trilogie). Dale hat sich mit seinem Marihuana-Dealer Saul angefreundet. Ein besonders potentes neues Kraut ist der sogenannte Ananas Express, das so rar ist, dass es dem "Töten eines Einhorns" gleichkommt. Als Dale zufällig Zeuge eines Mordes im Haus des Oberdealers Ted Jones (Gary Cole) wird und er vor Schreck seinen Joint fallen lässt, ist es für die Schurken ein Leichtes seine Spur zurück zu Saul aufzunehmen. Die Buddies machen sich panisch auf die Flucht, wobei sie eine hirnrissig vernebelte Dummheit nach der nächsten verbrechen. In einer abgelegenen Scheune, welche die unterirdische Marihuana-Plantage von Jones beherbergt, kommt es unzimperlich brutal (eine Ohrverstümmelung inbegriffen) zum bleihaltigen und brandschatzenden Grand Finale.

In der Tradition klassischer Stonerflicks, wie einst "Viel Rauch um nichts" oder jüngeren Datums "Harold & Kumar", ist es die zündende Chemie zwischen zwei dauerhaft zugedröhnten Kifferkumpanen aus der sich ausgiebige Situationskomik ergibt. Rogen gibt einmal mehr den sympathischen Berufsjugendlichen, der sich noch vergleichsweise besonnen-rational ausnimmt. Franco hingegen glänzt in der Rolle des gutherzigen Chaotenschmökers (ursprünglich hatte Rogen diesen Part für sich selbst vorgesehen), der einen absurden Diskurs auf den nächsten folgen lässt. Inszeniert wurde die 25-Mio.-Dollar-Produktion von Indie-Regisseur David Gordon Green, der zuvor in extremen Kontrast zu dieser ausgelassenen Drogen-Dollerei melancholische Dramen wie "Undertow - Im Sog der Rache" oder "Snow Angels" verfilmte. Optisch wird auf der Retroschiene gefahren, wobei die Kameraarbeit etwas über dem gewohnt schnörkellosen Apatow-Standard liegt. Im letzten, dick aufgetragenen Action-Akt geht dem Stoner-Slapstickspaß angesichts mangelnder Dialogwürze dann deutlich die pointengeschwängerte Luft aus. So wird der Schrulligkeitsfaktor von "The Big Lebowski" zwar nicht erreicht, eine frivol-freche Zeitzerstreuung fürs entsprechend orientierte Publikum ist jedoch allemal drin.