Nach einem Unfall mit Todesfolgen erhofft sich eine von Schuldgefühlen gequälte junge Frau von der am Firmament aufgetauchten zweiten Erde eine bessere Welt. Doch bis sie vielleicht einen Raumflug dorthin gewinnt, nähert sich Rhoda unerkannt an den Mann an, der durch ihre Schuld Frau und Kind verlor. Hauptdarstellerin Brit Marling und Regisseur Mike Cahill gelang mit ihrem Sundance-Erfolg „Another Earth“ eine packende Kombination aus Drama und Science Fiction.

USA 2011 - 92 Min.; ab 12;
Regie: Mike Cahill;
Darsteller: rit Marling, William Mapother, Jordan Baker, Meggan Lennon, Matthew-Lee Erlbach, DJ Flava, Flint Beverage, Bruce Winant, Ana Kayne, Diane Ciesla, Luis Vega.


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Egal, wie viel man über den Film weiß, glaubt Regisseur Mike Cahill, der Zuschauer hat keine Ahnung, was ihn im Kino erwartet. Und in der Tat kombiniert Cahills Spielfilmdebüt Science-Fiction-Elemente mit existen­ziellen Themen wie Schuld und Sühne, Reue und Vergebung auf eine Weise, die es so noch nicht gegeben hat. Wie wäre es, wenn jeder Mensch ein weiteres Mal existiert, auf einem anderen Planeten, der unserer Erde exakt gleicht? Würden wir dort dasselbe Leben führen wie hier? Und was würde passieren, wenn wir diesem Doppelgänger eines Tages begegnen? In Cahills "Another Earth" taucht diese zweite Erde tatsächlich am Himmel auf. Rhoda (sensationell: Newcomerin Brit Marling) ist für eine schreckliche Tragödie verantwortlich. Durch einen von ihr verschuldeten Unfall hat der berühmte Komponist John Burroughs (William Mapother) Frau und Kind verloren. Als Rhoda aus dem Gefängnis entlassen wird, sucht sie den Kontakt zu jenem Mann, dessen Leben sie unwiderruflich zerstört hat. Gleichzeitig träumt die junge Frau davon, zu dem rätselhaften Planeten zu reisen - in der Hoffnung, dort auf eine Version ihrer selbst zu treffen, die frei von Schuld ist. Die Fragen, die der Film aufwirft, er-scheinen verrückt und reizvoll zugleich. Dennoch sollte man gar nicht erst ver­suchen, das Konstrukt der Handlung intellektuell zu hinterfragen. "An­other Earth" wirkt im ersten Moment wie ein verkopftes Filmrätsel - und ist doch genau das Gegenteil. Die Geschichte lässt sich mit dem Verstand nicht be­greifen. Man muss sich von den Bildern mehr und der hypnotischen Atmosphäre des Films überwältigen lassen. Sonst wird man ihn verpassen.

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