Arthur Shaw badet förmlich im Geld. Den Boden des Dachpools seines Hotelwolkenkratzers ziert das Konterfei Benjamin Franklins, das wiederum die 100-Dollar-Noten schmückt. Der Mann besitzt Millionen - und einen Ferrari, der einst Steve McQueen gehörte. All das hat sich der Wall-Street-Hai ergaunert und nebenbei seine Angestellten durch Fehlspekulationen um deren Ersparnisse gebracht. Das darf nicht sein, also beschließen sein geprellter Manager Kovacs mit ein paar Mitgeschädigten, den 20-Millionen-Dollar-Safe Shaws zu leeren - unter Anleitung des einschlägig erfahrenen Kleinganoven Slide. |
Originaltitel: Tower Heist;
USA 2011 - 105 Min.; ab 12;
Regie: Gary McKendry;
Darsteller: Ben Stiller, Eddie Murphy, Matthew Broderick, Casey Affleck, Téa Leoni, Michael Peña, Alan Alda, Gabourey Sidibe, Judd Hirsch, Juan Carlos Hernández.
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"Rush Hour"-Regisseur Brett Ratner gibt wieder mal ordentlich Gas. Sein (Tower-)Heist-Movie besticht als stimmiger Mix aus Komödie, Actioner und Sozialmärchen.
Entspannt zieht Arthur Shaw (Alan Alda) im Dachpool seines am Central Park gelegenen Hotelwolkenkratzers seine Bahnen. Vom Boden des Beckens lächelt ihm Benjamin Franklin in Form einer gefliesten 100-Dollar-Note entgegen. Der Mann hat Geld - und scheut sich auch nicht, es zur Schau zu stellen. Zum Beispiel in Form eines Ferraris, der einst Steve McQueen gehörte und nun ein Zimmer seiner Penthouses ziert. "You're looking mean and lean today", "Sie sehen heute gemein und fit aus", grüßt ihn sein treuer Manager Josh Kovacs (Ben Stiller), der seit Jahren dafür sorgt, dass in der Luxusherberge alles wie am Schnürchen läuft. Die Finanzkrise, so scheint es, ist an Manchem spurlos vorübergegangen - und bald klärt Regisseur Brett Ratner auch darüber auf, wie so etwas geht: durch Veruntreuung. Wall-Street-Hai Shaw hat unter anderem die Ersparnisse seiner Angestellten verspekuliert, und behauptet nun, nachdem die Bundespolizei ihn verhaftet hat, selbst nichts mehr zu besitzen. Nur einen kleinen Notgroschen soll's geben, 20 Millionen Dollar - gebunkert im gut versteckten Penthousesafe. Nun sind die "Aushilfsgangster" um Mastermind Kovacs gefragt.
Zunächst stehen die Zeichen auf spritzige Komödie. Das Personal wird vorgestellt: Stiller in seiner Paraderolle als ewiger Underdog, der erstmals bereit ist, um sein Recht zu kämpfen. Als einschlägig erfahrenen Einbruchsspezialisten und Lehrer heuert er den Kleinkriminellen Slide - Eddie Murphy glänzt wie gewohnt mit schneller Klappe - an, zur Crew gehören unter anderem der vorlaute Liftboy (Michael Peña), ein gescheiterter Banker (Matthew Broderick), der rechnen kann, ein tölpeliger Concierge (Casey Affleck) und ein schwergewichtiges Zimmermädchen (Gabourey "Precious" Sidibe), die mit ins Team aufgenommen wird, weil ihr Vater Schlosser ist und ihr sein manuelles Geschick vererbt hat. Sind die Mitglieder des Team mit all ihren Marotten eingeführt, wechselt der Ton: (milder) Thriller ist angesagt.
Während der Labour Day Parade, Menschenmassen, Verkehrschaos und Riesenluftballons, die die Sicht versperren, findet der "Tower Heist" - so der Originaltitel -, der Raubzug statt. Die Action kippt von der Horizontalen in die Vertikale. Die Luxuskarosse erweist sich als noch wertvoller als angenommen, besteht sie doch aus massivem Gold. Via Fensterwaschkran soll sie abgeseilt werden. Hier standen wohl die artistischen Slapstickeinlagen Harold Lloyds Pate. Wie schon bei seinen "Rush Hour"-Abenteuern beweist Ratner, der sich hier sichtlich auch von seinen Erfahrungen als Produzent der Serie "Prison Break" inspirieren ließ, dass er etwas von Tempo und Timing versteht. Gut nutzen er und Kameramann Dante Spinotti die Locations im Big Apple, flott treibt Christophe Becks Score den Film voran, derweil der Regisseur beständig an der Spannungsschraube dreht und das FBI in Person der ebenso formschönen wie taffen Téa Leoni ins Spiel bringt - und mit ihr auch die Liebe. Ein letztes Mal kippt der Film, mutiert zum Sozialmärchen im Stile Frank Capras - und als Zuseher freut man sich drüber diebisch. Die Kleinen wischen den Großen eins aus - das perfekte Wirtschaftskrisenmärchen.
geh. (Blickpunkt Film)
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