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Nach ihrer Zusammenarbeit an der herausragenden Dokumentation „Im toten Winkel“ arbeiten Othmar Schmiderer und Andre Heller diesmal auf etwas andere Weise zusammen. Während Heller das bunte Spektakel „Afrika Afrika“ initiierte und mit seinem Namen vermarktete, begleitete Schmiderer einige der Protagonisten bei Besuchen in ihrer afrikanischen Heimat und bei Proben und Auftritten im kalten Deutschland. Herausgekommen ist ein Film, der sich um gängige Ansichten über Afrika nicht kümmert und einfach nur zeigt, wie genau diese Afrikaner leben und arbeiten.
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Deutschland / Österreich 2008 - 97 Min.; ab 0; O.m.dt.U.;
Regie: Othmar Schmiderer; Darsteller: (Mitwirkende) Ebraima Tata Dindin, Georges Momboye, Makaya Dimbelolo. Homepage www.imdb.com |
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Fast täglich sieht man Fernsehbilder von verzweifelten Bootsflüchtlingen aus Afrika, die ihre Zukunft an den Gestaden Europas suchen und für die Hoffnung auf ein besseres Leben den Tod in Kauf nehmen. Die schwarzen Künstler in André Hellers Zirkus-Show "Afrika! Afrika!" sind weit weg von solchen Horror-Szenarien, sie begeistern ein Millionenpublikum mit Zauberstückchen, artistischen Darbietungen und verführerischen Rhythmen. Othmar Schmiderer spürt in seinem Porträt fünf Künstlern dieser Gruppe deren komplexer Beziehung zwischen Europa und dem schwarzen Kontinent nach, kommt den Protagonisten trotz Zeitnot nahe und begleitet sie bei ihren Besuchen in der Heimat und den glänzenden Auftritten in der Ferne: Ebraima Tata Dindin Jobarteh aus Gambia, der begnadet die Kora spielt; die traditionelle Stegharfe, die Tänzerin Mingue Diagne Sonko aus dem Senegal; den Choreografen und Tänzer Georges Momboye von der Elfenbeinküste; den im Kongo aufgewachsenen Schlangenmenschen Makaya Dimbelolo (Huit Huit) und den "Waterman" Dickson Oppong aus Ghana, eine lebende mit Schüsseln jonglierende Wasserfontäne. Natürlich sind sie privilegiert und nicht mit dem Großteil der unter Hunger, Armut, Aids und Korruption leidenden Bevölkerung zu vergleichen, somit zeigt die Doku nur einen Ausschnitt aus afrikanischer Realität und widerspricht der gängigen Vorstellung vom Elend aller Orten, vermeidet dabei aber die Falle Ethno-Kitsch und Folklore. Allen gemein ist die Zerrissenheit zwischen den Kulturen, sie profitieren vom derzeitigen Afrikaboom als gefeierte Künstler, sind bei Familie und Freunden mit anderen traditionellen Werten konfrontiert, müssen aufpassen, im Trubel der Tourneen ihre Wurzeln nicht zu vergessen. "Wenn man lange in Europa ist, kann man viel von seiner Seele als Afrikaner verlieren. Es ist der Job, weshalb ich hier bin", so Tata Dindin. Manchmal kristallisiert sich die Brüchigkeit der Beziehungen heraus, wenn die Künstler nur kurz bei ihren Partnern auftauchen, und schon bald wieder abreisen müssen - die Muße für ein wirkliches Miteinander fehlt. Die Porträtierten sind Repräsentanten eines stolzen Afrikas, das nicht nur am Subventionstropf hängt, sondern selbst Kräfte entwickelt, die Zukunft eigenständig anzupacken. Es dominieren Lebenslust und Selbstbewusstsein, nicht Wehleidigkeit und Selbstmitleid. Für Jugendliche sind diese Künstler mit ihrem Erfolg Vorbild und Ansporn, sie unterstützen nicht nur ihre eigenen Familienclans, sondern auch engagierte Aufbauprojekte wie die Errichtung eines Zirkus' und einer Zirkusschule oder die Ausbildung talentierter Musiker. Trotz aller Aufmerksamkeit und finanzieller Vorteile bleibt allen fünf Afrikanern Europa fremd mit seiner Kommerzialisierung von Kultur, sie empfinden sich der Gesellschaft nicht zugehörig, fühlen sich oft schüchtern und nervös. Für Georges Momboye war es sein Traum, "afrikanische Künstler aus verschiedenen Ländern auf einer Bühne zu versammeln, um ein neues Afrika zu schaffen, das Afrika von morgen". Dieser Traum ging in Erfüllung. |
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